Deutschland, Bundesregierung

Scholz lädt zu Spitzengespräch über «Deutschlandpakt»

11.10.2023 - 13:58:20

Der Ton in der Asyl-Debatte verschärft sich seit Wochen. Die Länder machen eine Lösung zur Bedingung zu dem vom Kanzler geforderten Deutschland-Pakt. Jetzt könnte es Bewegung geben.

Bundeskanzler Olaf Scholz hat die Union und die Bundesländer zu einem Spitzengespräch gebeten. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat der SPD-Politiker CDU-Chef Friedrich Merz sowie die Ministerpräsidenten-Vertreter Boris Rhein (CDU) und Stephan Weil (SPD) für Freitagabend eingeladen.

Demnach soll über den sogenannten Deutschlandpakt gesprochen werden. Zuvor hatten RTL/ntv über das Treffen berichtet, dort war die Rede von einem Krisengipfel zum Thema Migration.

Scholz hatte den Begriff «Deutschlandpakt» bei einer Generaldebatte im Bundestag eingeführt und eine nationale Kraftanstrengung zur Modernisierung des Landes gefordert. Dazu sollten Ampel-Koalition, Opposition, Länder und Kommunen besser als bisher zusammenarbeiten. Der Pakt solle Deutschland schneller, moderner und sicherer machen.

Ministerpräsident Rhein stellt Bedingungen

Zuletzt hatte Hessens Ministerpräsident Rhein, der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, gesagt, er wolle den Pakt ablehnen, falls zentrale Fragen der Migration nicht aufgenommen werden. «Ich bin nur dann bereit, einen Pakt für Deutschland zu schließen, wenn die Steuerung und Begrenzung der Migration aufgenommen wird», hatte der CDU-Politiker der «Rheinischen Post» gesagt.

Merz machte nach den Landtagswahlen in Hessen und Bayern ebenfalls deutlich, die Bundesregierung müsse ihre Politik ändern. «Wenn sie uns dabeihaben möchte, ist das Angebot ausdrücklich erneuert: Wir müssen das Problem Migration lösen», erklärte er beim Twitter-Nachfolger X.

Der Ton in der Asyl-Debatte wird seit Wochen immer schärfer. Die Länder sehen sich an der Belastungsgrenze und kritisieren den Bund wegen ungelöster Fragen. Gefordert wird, dass die Zuwanderung gesteuert und kontrolliert erfolgen müsse. Außerdem verlangen die Länder eine kontinuierliche Finanzierung der Flüchtlingskosten durch den Bund und eine beschleunigte Rückführung abgelehnter Asylbewerber.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Hubig will heimliches Filmen in Saunen strafbar machen. Bundesjustizministerin Hubig sieht hier eine «Schutzlücke». Unterstützung bekommt sie aus den Ländern. Wer in der Sauna heimlich gefilmt wird, kann sich aktuell nicht vor Gericht dagegen wehren. (Unterhaltung, 24.01.2026 - 01:01) weiterlesen...

Klingbeil mahnt mehr Tempo bei Investitionen an Um Brücken und Bahnstrecken zu sanieren, hat die Politik Milliarden-Schulden beschlossen. (Politik, 23.01.2026 - 14:24) weiterlesen...

Bund reißt knapp die Schuldenbremse. Die nachträgliche Abrechnung zeigt: 2025 nahm man etwas zu viel auf. Der Finanzminister hält etwas anderes aber für bedenklicher. Das Grundgesetz gibt dem Bund Grenzen für die Kreditaufnahme. (Politik, 23.01.2026 - 11:35) weiterlesen...

Spionage: Russisches Botschaftsmitglied wird ausgewiesen. Die Bundesregierung zieht Konsequenzen. Und der Außenminister setzt ein Signal gegenüber Moskau. Nach ihrer Festnahme in Berlin sitzt eine mutmaßliche Spionin Russlands in Untersuchungshaft. (Politik, 22.01.2026 - 14:49) weiterlesen...

Trumps «Friedensrat»: Blaupause für Alternativ-UN?. Bisher haben aber nur wenige Länder zugesagt, dabei mitmachen zu wollen. Mit seinem «Friedensrat» scheint Trump in Konkurrenz zu den Vereinten Nationen treten zu wollen. (Ausland, 20.01.2026 - 13:49) weiterlesen...

Zugunglück in Spanien: Auch Deutsche unter den Opfern. Auch Deutsche sind betroffen. Mindestens 40 Tote, mehr als 170 Verletzte: Nach der Katastrophe bei Córdoba steht Spanien unter Schock. (Unterhaltung, 19.01.2026 - 20:06) weiterlesen...