Wero: Sparkassen knacken Zwei-Millionen-Marke bei Europas Bezahl-App
21.01.2026 - 19:21:12Die neue europäische Bezahl-App Wero feiert einen wichtigen Erfolg in Deutschland. Bei den Sparkassen wird die Marke von zwei Millionen registrierten Nutzern geknackt – ein klares Signal für den Aufbruch im Kampf um die digitale Zahlungssouveränität Europas. Das System, das als Gegenentwurf zu US-Konzernen wie PayPal oder Apple Pay konzipiert ist, expandiert derzeit vom privaten Geldtransfer in den Online-Handel.
Für Sparkassen-Kunden ist der Einstieg bewusst niedrigschwellig gestaltet. Statt einer separaten App wird Wero direkt in die vertraute Sparkasse-App integriert. Voraussetzung sind ein Girokonto, Online-Banking und ein aktuelles Smartphone. Die Aktivierung erfolgt mit wenigen Klicks, typischerweise im Bereich „Geld senden“. Nutzer müssen nur den AGB zustimmen und ein Referenzkonto hinterlegen. Anschließend können sie sofort Geld an andere Wero-Nutzer senden, anfordern oder Rechnungen teilen – allein mit Handynummer oder E-Mail-Adresse.
Vom Privattransfer zum Online-Shopping
Gestartet ist Wero im Juli 2024 als reiner Dienst für Überweisungen zwischen Privatpersonen. Seit Ende 2025 kann mit der Technologie aber auch im Online-Handel bezahlt werden. Beim Kauf am PC autorisiert man die Zahlung per QR-Code-Scan mit der Banking-App; am Smartphone erfolgt die Bestätigung durch eine nahtlose Weiterleitung. Dieser Schritt ist entscheidend, um mit etablierten Anbietern konkurrieren zu können. Die Integration bei allen Händlern verzögert sich allerdings leicht, unter anderem durch IT-Systemumstellungen zum Jahreswechsel.
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Strategischer Schachzug für Europas Finanzsystem
Hinter Wero steht das European Payments Initiative (EPI), ein Konsortium großer europäischer Banken, darunter der Deutsche Sparkassen- und Giroverband. Das Ziel ist klar: Europa soll unabhängiger von amerikanischen Zahlungsdienstleistern werden, die Infrastruktur und Datenströme dominieren. Wero hält Transaktionen und Wertschöpfung im europäischen Raum und unterliegt strengen EU-Datenschutzstandards.
Das System löst nationale Lösungen wie das eingestellte Giropay ab und startete zunächst in Deutschland, Frankreich und Belgien. Die breite Akzeptanz durch die Sparkassen mit ihrer riesigen Kundenbasis gilt als Schlüssel für den nötigen Verbreitungsgrad. Der schnelle Zuwachs auf zwei Millionen Nutzer allein in dieser Gruppe ist ein vielversprechendes Signal.
Der Weg zur Alltags-Lösung
Die Pläne für Wero sind ambitioniert. Als nächstes soll die Zahlfunktion an der Ladenkasse (POS) kommen, voraussichtlich noch 2026. Geplant sind zudem die Integration von Bonusprogrammen und Ratenzahlungen. Auch geografisch wird expandiert: Die Niederlande und Luxemburg sollen folgen. Erste Erfolge im Geschäftskundenbereich zeichnen sich ab; so will etwa der Paketdienst DPD Germany das System bald nutzen.
Die entscheidende Frage bleibt: Kann Wero den Sprung von einer praktischen App für Privatleute zu einem umfassenden digitalen Geldbeutel für alle Europäer schaffen? Die bisherige Dynamik bei den Sparkassen macht Hoffnung.


