US-Regierung zwingt Tech-Riesen zum Bau neuer Kraftwerke
17.01.2026 - 10:14:12Die US-Regierung will Tech-Konzerne wie Microsoft und Google direkt für den Bau neuer Kraftwerke zahlen lassen. Damit soll der enorme Stromhunger der KI-Industrie nicht auf die Verbraucher abgewälzt werden.
Washington – In einem beispiellosen Schritt reagiert die US-Regierung auf die explodierenden Energiebedürfnisse der Künstlichen Intelligenz. Ein breites Bündnis aus Weißem Haus und Gouverneuren beider Parteien stellte am Freitag einen Notfallplan vor. Kern: Tech-Giganten sollen über ein „Notfall-Auktionsverfahren“ gezwungen werden, den Bau neuer Kraftwerkskapazitäten direkt zu finanzieren. Die Initiative zielt darauf ab, private Investitionen von rund 15 Milliarden Euro für 7,5 Gigawatt neue Leistung zu mobilisieren – soviel wie sieben große Atomreaktoren.
„Big Tech muss zahlen“: Das neue Mantra
Die Botschaft der Regierung ist eindeutig. „Die KI wird jede Branche verändern, aber wir müssen diesen Wandel stemmen, ohne die Netzstabilität zu gefährden oder die Verbraucher zu belasten“, sagte Innenminister Doug Burgum. Der Plan sieht vor, dass Technologieunternehmen in einem separaten Marktmechanismus des größten US-Netzbetreibers PJM Interconnection auf 15-Jahres-Verträge bieten müssen. Diese Verträge finanzieren ausschließlich neue Kraftwerkskapazitäten.
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Das Department of Energy betont: Die Rechenzentren zahlen für die neue Infrastruktur – unabhängig davon, ob sie die volle Kapazität später auch nutzen. So soll das finanzielle Risiko von den Stromkunden auf die „Hyperscaler“ verlagert werden, die den Bedarf verursachen. Ein klarer Fall von: Wer die Musik bestellt, soll auch dafür bezahlen.
Seltene Allianz: Politik fürchtet wütende Wähler
Getrieben von der Angst vor steigenden Energiepreisen vor den Zwischenwahlen formierte sich eine seltene parteiübergreifende Front. Die Gouverneure Josh Shapiro (Demokrat, Pennsylvania), Glenn Youngkin (Republikaner, Virginia) und Wes Moore (Demokrat, Maryland) unterstützen den Vorstoß. Ihre Bundesstaaten sind das Epizentrum des Datencenter-Booms; Nord-Virginia ist bereits der größte Markt der Welt.
„Wir stehen vor einer massiven Krise“, warnte Gouverneur Youngkin. Sein Staat könne mit dem Infrastrukturbedarf der digitalen Wirtschaft kaum Schritt halten. Gouverneur Shapiro setzte sich durch, dass der Plan auch Obergrenzen für Großhandelspreise festschreibt, um seine Wähler zu schützen. Die Koalition unterzeichnete eine „Grundsatzerklärung“ und übt damit massiven öffentlichen Druck auf den unabhängigen Netzbetreiber PJM aus.
Netzbetreiber PJM unter Beschuss
Dass die Führung von PJM zur Vorstellung des Plans nicht eingeladen war, spricht Bände. Es zeigt die wachsende Spannung zwischen Politikern und Netzbetreibern. PJM-Sprecher Jeffrey Shields bestätigte die Nicht-Einladung, versprach aber eine Prüfung der Vorschläge.
Noch am Freitagabend konterte PJM mit einem eigenen 14-Seiten-Plan, um den Anschluss von Rechenzentren zu beschleunigen. Der Betreiber warnt seit Langem vor einer „Zuverlässigkeitslücke“. Der gleichzeitige Ausstieg aus fossilen Kraftwerken und der beispiellose Stromhunger von KI und Elektrifizierung könnten im Mittleren Westen noch in den 2020er Jahren zu Blackouts führen.
Analysten der Investmentbank Jefferies sehen in der geplanten Auktion einen gangbaren Weg. Die 15-Jahres-Verträge böten Planungssicherheit für Investoren in neue Gas- oder Kernkraftwerke. Die Details sind jedoch hochkomplex: Wie soll dieser Sondermarkt mit dem bestehenden, bereits umstrittenen Kapazitätsmarkt von PJM interagieren?
Nationale Sicherheit: Der Wettlauf mit China
Das Weiße Haus begründet den Vorstoß auch mit nationaler Sicherheit. Die Verfügbarkeit von Energie sei der entscheidende Engpass im technologischen Wettlauf mit China. Die Trump-Administration treibt die „Genesis Mission“ voran – ein Manhattan-Projekt für die amerikanische KI-Vorherrschaft.
Durch die Zwangsinvestitionen der Tech-Firmen hofft die Regierung, den Bau der benötigten Gigawatt-Rechenzentren für die nächste KI-Generation massiv zu beschleunigen. Die Energie-Frage wird zur Schicksalsfrage für die technologische Führungsrolle.
Vorsichtiges Ja aus dem Silicon Valley
Die Tech-Branche reagierte verhalten positiv. Der Information Technology Industry Council (ITI), der große Konzerne vertritt, begrüßte die Gelegenheit, an Lösungen für niedrigere Stromrechnungen und ein moderneres Netz mitzuwirken.
Microsoft hat bereits Vorleistungen erbracht. Das Unternehmen kündigte diese Woche an, höhere Stromgebühren zu zahlen und den Wasserverbrauch zu minimieren. Diese kooperative Haltung legt nahe, dass die Tech-Riesen eine regulierte Auktion sogar bevorzugen könnten – als das kleinere Übel gegenüber Baustopps oder feindseligen Landesgesetzen.
Marktbeobachter erwarten, dass ein Erfolg des Modells in der PJM-Region einen Dominoeffekt auslösen könnte. Andere Netzbetreiber wie MISO im Mittleren Westen oder ERCOT in Texas dürften nachziehen. Die Zeit drängt: Der Strombedarf der Rechenzentren soll sich bis 2030 verdoppeln. Verzögerungen bei der Genehmigung bedrohen sowohl die KI-Pläne der USA als auch die Stabilität der Stromnetze.
Die Linie aus Washington ist gezogen: Der KI-Boom soll weitergehen, aber die Rechnung bekommt eine neue Adresse.
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