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Intel Aktie: 18A-Meilenstein

09.01.2026 - 00:09:30

Intel führt seine Panther-Lake-Prozessoren auf Basis der eigenen 18A-Fertigung ein und kündigt eine KI-Partnerschaft mit Nvidia an. Die Aktie reagierte positiv auf den technologischen Meilenstein.

Intel setzt bei der CES 2026 ein wichtiges Signal: Der Chipkonzern meldet die planmäßige – und laut Management sogar vorgezogene – Einführung seiner neuen 18A-Fertigung mit der Prozessorfamilie „Panther Lake“. Für Anleger steht damit die zentrale Frage im Raum, ob die jahrelangen Probleme in der Produktion tatsächlich überwunden sind. Die Präsentation in Las Vegas liefert dafür erstmals handfeste technische und strategische Argumente.

Panther Lake und der 18A-Durchbruch

Mit Panther Lake, vermarktet als Core Ultra Series 3, bringt Intel seine erste hochvolumige Produktgeneration auf Basis des 18A-Prozesses an den Start. Damit adressiert das Unternehmen genau den Bereich, der es in den vergangenen Jahren Marktanteile gekostet hat: die eigene Fertigungstechnologie.

CEO Lip-Bu Tan betonte, Intel habe sein Versprechen eingehalten, erste 18A-Produkte noch vor Ende 2025 auszuliefern – und dieses Ziel sogar „übererfüllt“. Alle drei Core-Ultra-3-Chip-Pakete sind nach Unternehmensangaben bereits in der Produktion und werden nun schrittweise hochgefahren; Bestellungen werden diese Woche angenommen.

Technologisch kombiniert 18A erstmals die RibbonFET-Transistorarchitektur mit der PowerVia-Stromversorgung in einem Foundry-Knoten. Das soll eine geringere Leistungsaufnahme und eine höhere Packdichte der Chips ermöglichen – zentrale Faktoren im Wettbewerb um energieeffiziente, leistungsstarke Prozessoren.

Leistungsversprechen und technischer Ansatz

Jim Johnson, Senior Vice President und Chef des PC-Geschäfts, stellte in Las Vegas deutliche Leistungszuwächse in Aussicht. Demnach sollen Panther-Lake-Prozessoren bis zu 60 % mehr Performance bieten als die Vorgängergeneration Lunar Lake (Series 2).

Architektonisch setzt Intel auf ein modulares Design: Ein separates Grafik-Chiplet wird mit weiteren „Mini-Chips“ zu einem Gesamtpaket kombiniert. Diese Chiplet-Strategie erlaubt eine flexiblere Kombination verschiedener Komponenten und ist in der Branche ein wichtiger Trend, um Kosten, Leistung und Energieverbrauch besser zu steuern.

Ein weiterer strategischer Punkt: Während Lunar Lake zu großen Teilen bei Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) gefertigt wurde, läuft Panther Lake vollständig auf Intels eigener 18A-Technologie. Damit reduziert der Konzern seine Abhängigkeit von externen Foundries – ein Kernziel der laufenden Neuaufstellung.

Strategische Bedeutung und Marktreaktion

Der Kurs reagierte deutlich auf die Ankündigungen: Nach dem CES-Auftritt kletterte die Aktie in dieser Woche zunächst auf ein neues 52‑Wochen-Hoch, liegt mit aktuell 41,17 US-Dollar aber leicht darunter. Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein Plus von rund 114 % – der Markt honoriert damit klar den Fortschritt bei der Fertigung.

Mit dem erfolgreichen 18A-Start adressiert Intel einen der größten Kritikpunkte der vergangenen Jahre. Verzögerungen im Produktionsfahrplan hatten dazu geführt, dass die eigenen Prozessoren technologisch hinter Wettbewerber wie AMD sowie Arm-basierte Lösungen zurückfielen. Die Folge waren geringere Auslastung der Werke und steigende Stückkosten – ein negativer Kreislauf, den das Management nun durchbrechen will.

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Dass Panther Lake wie geplant anläuft und bereits in Volumenfertigung geht, ist daher mehr als nur ein Produkt-Update: Es ist ein Test dafür, ob die neue Fertigungs-Roadmap belastbar ist. Für Investoren steht viel Glaubwürdigkeit auf dem Spiel.

Gaming-Offensive und Kooperation mit Nvidia

Neben klassischen Notebooks nimmt Intel mit Panther Lake auch neue Segmente ins Visier. Später im Jahr 2026 soll eine Handheld-Gaming-Plattform auf Basis der neuen Prozessoren folgen. Damit positioniert sich der Konzern im wachsenden Markt für portable PC-Gaming-Geräte – ein Bereich, der durch Produkte wie den Steam Deck deutlich an Dynamik gewonnen hat.

Zusätzlich kündigte Intel eine Kooperation mit Nvidia an: In AI-Server-Systemen sollen Intels Prozessoren mit Nvidias Grafikchips (GPUs) kombiniert werden. Diese Partnerschaft öffnet Intel potenziell zusätzliche Erlösquellen im Rechenzentrums- und KI-Markt, einem der profitabelsten Felder der Branche. Entscheidend wird hier sein, in welchem Umfang die Systeme tatsächlich nachgefragt werden und ob Intel seine Plattformen als attraktive Basis für solche Lösungen etablieren kann.

Nächster Prüfstein: Zahlen und 18A-Ausblick

Am Donnerstag, den 22. Januar 2026, nach US-Börsenschluss, legt Intel die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vor; die Analystenkonferenz ist für 14:00 Uhr Pazifikzeit angesetzt. Dabei geht es nicht nur um klassische Kennzahlen, sondern vor allem um die ersten harten Daten zu 18A.

Wesentliche Punkte, auf die der Markt achten wird, sind:

  • Erste Hinweise zu Erträgen und Ausbeute (Yields) in der 18A-Produktion
  • Konkretere Aussagen zur Gewinnentwicklung unter CEO Lip-Bu Tan
  • Indikationen zur Nachfrage externer Foundry-Kunden für 18AP- und 14A-Prozesse

Der CES-Auftritt zeigt, dass Intel technisch und strategisch vorlegt; der nächste entscheidende Schritt ist nun der Nachweis stabiler 18A-Produktionsqualität und belastbarer Auftragsvolumina – sowohl für eigene Produkte als auch für externe Kunden. Die Quartalspräsentation am 22. Januar wird dafür den ersten umfassenden Reality-Check liefern.

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