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Chinas Autobauer drängen mit KI-Systemen in die autonome Zukunft

19.01.2026 - 09:02:12

Chinesische Hersteller wie XPeng und BYD erhalten Testgenehmigungen für hochautomatisierte Systeme. Mit staatlicher Roadmap und neuen KI-Architekturen strebt die Branche die technologische Führung an.

Chinas Elektroauto-Hersteller setzen mit massiver Staatshilfe und technologischen Durchbrüchen voll auf autonomes Fahren. Führende Hersteller wie XPeng und BYD erhalten jetzt Test-Genehmigungen für hochautomatisierte Systeme – und stellen den Weltmarkt vor neue Herausforderungen.

Der Vorstoß folgt einem strategischen Plan des chinesischen Industrieministeriums (MIIT). Die Behörde will die Entwicklung hochautonomer Fahrfunktionen 2026 beschleunigen und in die Praxis überführen. Der Fokus liegt auf der Stärkung heimischer Lieferketten und Durchbrüchen bei Schlüsseltechnologien. Das schafft einen idealen Nährboden für die rasante Entwicklung der Branche.

XPeng setzt mit neuer KI-Architektur Maßstäbe

Einer der Vorreiter ist XPeng. Der Hersteller stellte diesen Monat eine neue Generation seines autonomen Fahrsystems vor. Kern ist die revolutionäre Vision-Language-Action (VLA) 2.0-Architektur. Sie ermöglicht es der Fahrzeug-KI, die reale Welt ähnlich wie ein Mensch zu interpretieren. Das System generiert Fahrbefehle direkt aus Kameradaten, ohne umständliche Zwischenschritte.

Ab März 2026 soll VLA2.0 per Over-the-Air-Update an Kunden ausgeliefert werden. Es kommt in vier neuen Modellen zum Einsatz, darunter dem XPeng P7+ und der G7 Super Extended-Range Edition. Top-Modelle erhalten bis zu drei hauseigene Turing-AI-Chips. Die geballte Rechenleistung soll frühe Level-4-Fähigkeiten ermöglichen – also hochautonomes Fahren unter bestimmten Bedingungen.

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Der Technologievorsprung zahlt sich aus. Volkswagen wird XPengs System XNGP ab 2026 für seine Elektroautos in China lizenzieren. Die Partnerschaft zeigt: Chinesische Hersteller mutieren von Fahrzeugbauern zu gefragten Software-Lieferanten für die globale Industrie. XPeng lieferte 2025 über 429.000 Fahrzeuge aus – ein Plus von 126 Prozent im Jahresvergleich.

Branchenweiter Sprint zur Level-3-Freigabe

Der Fortschritt beschränkt sich nicht auf Einzelunternehmen. Eine breite Allianz chinesischer Hersteller erhielt kürzlich Genehmigungen für Level-3-Tests auf öffentlichen Straßen. Dazu gehören der Branchenriese BYD, Li Auto und das von Huawei unterstützte Harmony Intelligent Mobility Alliance.

Dieser Schritt ist entscheidend. Er bringt die Technologie aus abgeschirmten Testzentren auf reale Autobahnen. Bereits im Dezember erteilte das MIIT die erste bedingte Zulassung für Serienfahrzeuge mit L3-Funktionen. Sie dürfen nun in ausgewiesenen Zonen großer Städte wie Peking fahren. Experten sehen darin einen Durchbruch: Erstmals wird die Haftungsfrage bei Unfällen mit aktivem Autopilot vorläufig geregelt.

BYD treibt unterdessen seine „God‘s Eye“-Assistenzsysteme in der gesamten Modellpalette voran. Intelligentes Fahren soll zum Standard werden, nicht zum Luxus. Bis Ende November 2025 waren bereits über 2,3 Millionen Fahrzeuge mit dem System unterwegs. Die gesammelten Datenfluten dienen dazu, die KI-Algorithmen stetig zu verbessern.

Wettlauf um die intelligente Mobilität von morgen

Die jüngsten Ankündigungen markieren eine strategische Wende. Der Wettbewerb auf dem chinesischen Markt verlagert sich rasant von der Elektrifizierung zur Fahrzeugintelligenz. Die staatliche Technologie-Roadmap sieht vor, dass bis 2030 Assistenzsysteme ab Level 2 in allen Neuwagen Standard sein sollen. Vollautonome Level-4-Funktionen sollen bis 2040 flächendeckend eingeführt werden.

Diese nationale Strategie trifft auf aggressive Produktpläne der Hersteller. Chinas Autobauer nutzen ihren Heimatvorteil: massive Datensammlung, staatliche Rückendeckung und schnelle Innovationszyklen. Damit schließen sie nicht nur zu internationalen Konkurrenten auf – sie überholen sie in Teilbereichen bereits.

Doch kann der Technologievorsprung auf die weltweiten Straßen übersetzt werden? Die laufenden L3-Pilotprojekte und die Einführung der nächsten KI-Generation werden zeigen, ob China seine Position als größter E-Auto-Markt auch in eine Führungsrolle bei der autonomen Mobilität der Zukunft verwandeln kann. Die Konkurrenz aus Europa, den USA und Japan wird genau hinschauen.

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