Bundesregierung, Milliarden

Bundesregierung investiert 7,6 Milliarden für Tennet-Anteil

12.01.2026 - 17:31:12

Der deutsche Staat erwirbt über die KfW eine 25,1-Prozent-Beteiligung am Netzbetreiber Tennet Deutschland, um den Netzausbau zu beschleunigen und die kritische Infrastruktur zu sichern.

Die Bundesregierung sichert sich mit einer milliardenschweren Investition strategischen Einfluss auf den deutschen Stromnetzbetrieb. Für rund 7,6 Milliarden Euro erwirbt der Staat über die KfW 25,1 Prozent an Tennet Deutschland. Das Kabinett hat die Verhandlungen mit dem niederländischen Staatskonzern nun abgeschlossen.

Finanzierung aus dem laufenden Haushalt

Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat dem Haushaltsausschuss des Bundestags einen entsprechenden Beschlussvorschlag vorgelegt. Die Mittel in Höhe von 7,6 Milliarden Euro sind bereits im Bundeshaushalt 2026 eingeplant. Sie setzen sich aus etwa 102 Millionen Euro direkter Ausgaben und rund 7,5 Milliarden Euro an Verpflichtungsermächtigungen zusammen.

Die Summe war bisher blockiert und kann nach erfolgreichen Verhandlungen durch das Bundeswirtschaftsministerium nun freigegeben werden. Von den Gesamtmitteln sind 5,76 Milliarden Euro für den direkten Anteilserwerb und anschließende Kapitalerhöhungen vorgesehen. Der Rest sichert die Rolle der KfW in der Transaktion finanziell ab.

Drei strategische Ziele im Fokus

Die Investition verfolgt drei klare energiepolitische Ziele. Erstens soll die Energiewende aktiv unterstützt werden. Durch den direkten Einfluss als Großaktionär will die Bundesregierung den dringend benötigten Netzausbau beschleunigen – besonders für Windstrom aus dem Norden in die südlichen Industriezentren.

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Zweitens soll die Investitionsfähigkeit von Tennet Deutschland gesichert werden. Das Unternehmen betreibt über 14.000 Kilometer Hochspannungsleitungen und steht vor gewaltigen Modernisierungsaufgaben. Die Kapitalspritze soll finanzielle Spielräume für diese Projekte schaffen.

Drittens dient der Einstieg ausdrücklich dem Schutz kritischer Infrastruktur. Durch die staatliche Beteiligung soll ein strategisches nationales Asset gesichert werden.

Kompromiss nach gescheitertem Komplettkauf

Der Deal markiert einen pragmatischen Kompromiss. Bereits im Juni 2024 waren Verhandlungen über einen vollständigen Kauf der deutschen Tennet-Sparte durch die KfW gescheitert. Die damaligen Haushaltszwänge ließen keinen Komplettübernahme zu.

Nun sichert sich Berlin mit der Minderheitsbeteiligung strategischen Einfluss, ohne die volle finanzielle Last einer Übernahme tragen zu müssen. Für den niederländischen Staat als Alleineigentümer war die Suche nach Finanzierungslösungen für die deutschen Tochter damit beendet.

Erwartete zügige Freigabe und künftige Rolle

Die finale Freigabe der Mittel durch den Haushaltsausschuss steht noch aus. Angesichts der energiestrategischen Bedeutung rechnen Beobachter jedoch mit einer zügigen Zustimmung. Nach der Freigabe wird die KfW die Transaktion formal umsetzen.

Als Anteilseigner mit 25,1 Prozent erhält der Staat künftig erhebliche Minderheitsrechte. Diese ermöglichen Einfluss auf wichtige Unternehmensentscheidungen. Die direkte Beteiligung soll dafür sorgen, dass nationale Energiepolitik und operative Netzplanung besser verzahnt werden.

Für die Branche könnte das Modell Schule machen. Immer mehr europäische Regierungen erkennen die strategische Notwendigkeit, Einfluss auf ihre Energieinfrastruktur zu behalten – für Versorgungssicherheit, Wirtschaftsstabilität und Klimaziele.

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