Apple, Intel

Apple sucht bei Intel Ausweg aus der Chip-Krise

01.02.2026 - 17:22:12

Apple kämpft mit Lieferproblemen für 3-Nanometer-Chips und hohen Speicherkosten. Der Konzern prüft nun eine strategische Produktionsallianz mit Intel, um seine Lieferkette zu diversifizieren.

Apple kämpft mit gravierenden Lieferengpässen für seine wichtigsten Prozessoren. Hintergrund ist der weltweite Halbleitermangel, der durch den KI-Boom verschärft wird. In einer strategischen Kehrtwende erwägt der Konzern nun eine Produktionspartnerschaft mit dem ehemaligen Rivalen Intel, um seine Lieferkette abzusichern.

Chip-Engpass bremst Rekordnachfrage aus

Auf der jüngsten Bilanzpressekonferenz bestätigte Apple-Chef Tim Cook, dass das Unternehmen bei fortgeschrittenen 3-Nanometer-Chips „eingeschränkt“ sei. Diese werden vom Hauptpartner TSMC in Taiwan gefertigt. Der Engpass beeinträchtigt die Lieferfähigkeit für die neuesten iPhones, deren Umsatz im ersten Geschäftsquartal 2026 um 23 Prozent explodierte. Die Nachfrage übertrifft alle internen Prognosen bei weitem.

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Zusätzlich verschärft der KI-Boom die Lage auf dem Speicherchip-Markt. Die hohe Nachfrage nach Hochleistungsspeichern für KI-Server treibt die Kosten für DRAM- und NAND-Flash-Speicher in die Höhe – essentielle Komponenten für alle Apple-Geräte. Cook räumte ein, dass steigende Speicherpreise die Gewinnmargen im laufenden Quartal spürbar belasten werden.

Strategische Kehrtwende: Intel als Retter in der Not?

Vor diesem Hintergrund berichten mehrere Quellen über laufende Gespräche zwischen Apple und Intel. Der Plan: Intel könnte künftig als Auftragsfertiger für Apple-Chips fungieren. Das wäre eine spektakuläre Wiederannäherung, Jahre nachdem Apple seine Macs von Intel-Prozessoren auf eigenes Apple Silicon umgestellt hat.

Die Partnerschaft wäre jedoch fundamental anders. Intel würde, ähnlich wie TSMC, nur die Fertigung übernehmen, während Apple das Design kontrolliert. Analysten zufolge könnte Intel mit seinem 18A-Prozess ab 2027 Einsteiger-Chips der M-Serie für MacBooks und iPads produzieren. Bis 2028 könnte sogar ein Teil der iPhone-Prozessoren (A-Serie) auf Intels fortschrittlicherem 14A-Prozess gefertigt werden.

Geopolitisches Risiko und der Kampf um TSMC-Kapazitäten

Der mögliche Deal wird von mehreren Faktoren getrieben. Die unersättliche Nachfrage nach KI-Beschleunigern hat Nvidia zum größten TSMC-Kunden aufsteigen lassen. Das gefährdet Apples bisher privilegierten Zugang zu den modernsten Fertigungskapazitäten.

Hinzu kommt der politische Druck aus Washington, Lieferketten zu diversifizieren und die heimische Produktion auszubauen. Eine Partnerschaft mit Intel, das massiv in US-Fabriken investiert, würde diesen geopolitischen Zielen entsprechen. Für Apple wäre es ein entscheidender Schritt, um die Abhängigkeit von asiatischen Zulieferern zu verringern.

Pragmatismus statt Prinzip: Was der Deal bedeutet

Für Apple ist die Überlegung ein pragmatischer Schachzug in unsicheren Zeiten. Die Strategie, Spitzenkapazitäten Jahre im Voraus zu buchen, stößt an Grenzen. Zwar hat Apple mehr als die Hälfte von TSMCs anfänglicher 2-Nanometer-Kapazität für 2026 gesichert, doch das Gesamtvolumen ist knapp.

Für Intel wäre Apple als Foundry-Kunde ein Jahrhundertcoup. Er würde den milliardenschweren Strategiewechsel des Chipherstellers validieren, der mit TSMC und Samsung im Auftragsfertigungsgeschäft konkurrieren will. Der Deal würde wahrscheinlich mit weniger komplexen Chips in kleineren Stückzahlen beginnen – eine Bewährungsprobe für Intels Fertigungsqualität.

Als Reaktion auf die Engpässe passt Apple offenbar seine Produktstrategie an. Berichten zufolge könnte das Unternehmen 2026 die Produktion seiner High-End-iPhones priorisieren und die Einführung des Standardmodells verzögern, um die verfügbaren Komponenten optimal zu nutzen.

Blick in die Zukunft: Wird TSMC entthront?

Eine offizielle Vereinbarung steht noch aus. Doch die Gespräche sind ein deutliches Signal für den Wandel in der Tech-Branche. TSMC wird wohl auf absehbare Zeit Apples wichtigster Partner für Hochleistungschips bleiben. Doch eine zweite Quelle bei Intel für bestimmte Prozessoren könnte zu einem zentralen Baustein von Apples Langfriststrategie werden.

Die Branche wird die nächsten 12 bis 24 Monate genau verfolgen, ob aus den Gesprächen ein Vertrag wird und ob Intel seine 18A- und 14A-Prozesse termingerecht liefern kann. Sollte die Partnerschaft Realität werden, könnte sie Halbleiter-Lieferketten neu ordnen, die US-Produktion stärken und eine neue Ära der Zusammenarbeit zwischen zwei Silicon-Valley-Ikonen einläuten.

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