Apple setzt auf Google statt auf teuren KI-Rivalen
30.01.2026 - 23:33:12Die milliardenschwere KI-Partnerschaft zwischen Apple und Google kam nur zustande, weil Verhandlungen mit dem Favoriten Anthropic an „astronomischen“ Kosten scheiterten. Das enthüllen neue Branchenberichte. Der Deal bringt Googles Gemini-Technologie in den größten Siri-Update aller Zeiten.
Der Preis war zu hoch: Anthropics Milliarden-Forderung
Hinter den Kulissen zog Apple zunächst die Claude-Modelle des KI-Unternehmens Anthropic vor. Ihre Leistung überzeugte die Ingenieure. Doch die Verhandlungen platzten an den finanziellen Forderungen. Wie Bloomberg berichtet, verlangte Anthropic „mehrere Milliarden Dollar pro Jahr“ für den Zugang zu seinen großen Sprachmodellen. Der Vertrag sah angeblich sogar vor, dass sich dieser Betrag in den nächsten drei Jahren jährlich verdoppeln würde.
Diesem „astronomischen“ Preismodell stellte Apple das Angebot von Google gegenüber: rund eine Milliarde Dollar jährlich. Diese gewaltige Differenz und die bewährte Infrastruktur des Suchmaschinenriesen machten die Gemini‑Partnerschaft zur einzig wirtschaftlich vertretbaren Option – trotz technischer Präferenzen.
Die Entscheidung zeigt, wie sehr sich Foundation-Modelle zu einer Ware entwickeln. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis wird für Großkunden genauso wichtig wie reine Benchmark-Ergebnisse.
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So wird Google zum Herzstück von Siri
Die offiziell bestätigte Partnerschaft integriert Googles Gemini tief in die sogenannten „Apple Foundation Models Version 10“. Es handelt sich nicht um eine oberflächliche Anbindung, sondern um eine grundlegende Architektur-Überholung von Siri.
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Maßgeschneiderte Power: Siri nutzt eine angepasste 1,2-Billionen-Parameter-Version von Gemini, die speziell auf Apples „Private Cloud Compute“-Infrastruktur läuft.
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Privatsphäre first: Trotz der Google-Technologie im Kern behält Apple strenge Datenschutzregeln bei. Die Verarbeitung erfolgt in der kontrollierten Apple-Cloud. Nutzeranfragen trainieren nicht Googles öffentliche Modelle.
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Hybrid-Ansatz: Ein leichtes, lokales Modell auf dem Gerät übernimmt einfache Aufgaben. Komplexe Anfragen gehen an die Gemini-gestützten Server.
So nutzt Apple die massive Rechenpower von Google, während es gleichzeitig die geschlossenen Datenschutzstandards seiner „Walled Garden“-Philosophie wahrt.
Die interne Ironie: Apple läuft mit Claude
Der vielleicht überraschendste Aspekt: Während der kundenorientierte Siri auf Google setzt, verlassen sich Apples interne Entwicklungsteams weiterhin stark auf Anthropics Claude. Berichten zufolge „läuft Apple hinter den Kulissen auf Anthropic“.
Das Unternehmen nutzt angepasste Claude-Versionen für Coding, Produktentwicklung und interne Tools. Diese geteilte KI-Strategie – Claude für hochrangiges internes Reasoning, Gemini für den Massenmarkt – unterstreicht die spezifischen Stärken der Modelle. Sie zeigt auch: Apples Absage an Anthropic war eine rein kommerzielle Entscheidung für Siri, keine Abwertung der Technologie.
Pragmatischer Schachzug in der KI-Schlacht
Branchenbeobachter werten den Deal als pragmatischen Sieg für Apple, das im KI-Wettrennen ins Hintertreffen geraten war. Durch die Partnerschaft sichert sich der Konzern ein hochmodernes Modell, ohne Jahre in die Entwicklung eines eigenen Konkurrenten investieren zu müssen.
„Das ist ein klassischer Apple-Supply-Chain-Move“, kommentiert ein Analyst. „Sie haben die LLM-Ebene zur Handelsware gemacht und behandeln Google wie einen Zulieferer für Intelligenz – so wie sie Samsung als Lieferant für Display-Panels behandeln.“
Für Google zementiert der Deal die Position von Gemini als mobiler KI-Standard und verdrängt Rivalen wie OpenAI und Anthropic von der Standardposition auf Milliarden iOS-Geräten. Der deutlich niedrigere Preis gegenüber Anthropics Forderung deutet jedoch darauf hin, dass die Preismacht im LLM-Markt nachlässt, je austauschbarer die Modelle werden.
Wann kommt die neue Siri?
Die Wartezeit für Nutzer ist kurz. Die neue, von Gemini angetriebene Siri soll bereits im Februar mit iOS 26.4 in die Beta-Tests gehen. Der öffentliche Rollout ist für März oder April 2026 geplant.
Die erste Version konzentriert sich auf „personalisierten Kontext“. Siri soll dann Bildschirminhalte und app-übergreifende Daten verstehen und verarbeiten können – Funktionen, die bereits für letztes Jahr versprochen, aber verschoben wurden. Eine weiterentwickelte „Version 11“ der Apple Foundation Models für iOS 27 ist bereits in Entwicklung und könnte später im Jahr noch tiefgreifendere Fähigkeiten bringen.
Die Frage bleibt: Kann die Gemini-Integration endlich den intelligenten, konversationsfähigen Assistenten liefern, zu dem Siri seit über einem Jahrzehnt werden will?
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