Apple öffnet sein Ökosystem – DMA zwingt iPhone-Hersteller zur Interoperabilität
08.01.2026 - 09:07:12Die EU-Regulierung wird konkret: Apple beginnt, die Mauern seines geschlossenen Systems zu senken. Mit dem iOS-26.3-Beta ermöglicht der Konzern Nutzern in der Europäischen Union erstmals natives Pairing für Kopfhörer und Smartwatches von Fremdherstellern. Der Grund ist eindeutig: der Digital Markets Act zwingt Apple zum Umdenken.
Ein Jahrzehnt Exklusivität endet
Mehr als zehn Jahre lang genossen Apple-Produkte wie AirPods und die Apple Watch ein Privileg, das Konkurrenten neidlos verwehrte: die berühmte Ein-Tap-Kopplung. Diese nahtlose Verbindung war möglich durch proprietäre Chips wie H1 und H2. Alle anderen – von Sony und Bose bis zu kleineren Startups – blieben auf die umständliche Bluetooth-Menü-Navigation verwiesen, ein Ärgernis, das Millionen von iPhone-Nutzern täglich erleben mussten.
Jetzt ändert sich dies in Europa. Der iOS-26.3-Beta führt ein neues Framework ein, das es Fremdfabrikaten ermöglicht, die vertraute Pairing-Karte anzuzeigen, wenn sie sich dem iPhone nähern. Diese Proximity-Pairing-Funktion hebt den Wettbewerbsvorteil auf – zumindest theoretisch.
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Die Regulierung mit Zähnen
Hinter diesem technischen Update steckt harte rechtliche Realität. Die EU-Kommission hat Apple im Dezember 2025 explizit als „Gatekeeper” eingestuft und verpflichtet ihn, seine Plattform-Kernservices für Drittanbieter zu öffnen. Der Digital Markets Act ist nicht bloße Regulierungsgeschwätz – er hat Konsequenzen. Apple musste nachgeben. Eine weltweite Ausrollung dieser Features ist bislang nicht geplant; nur europäische Nutzer profitieren zunächst davon. Ein fragwürdiges Signal, das zeigt, wo die Macht des Konzerns endet.
Benachrichtigungen: Fortschritt mit Bremse
Beim Thema Smartwatch-Benachrichtigungen jedoch zeigt sich ein Haken, der aufhorchen lässt. Die iOS-26.3-Beta ermöglicht zwar erstmals, dass Geräte von Garmin oder Samsung Galaxy Watch System-Benachrichtigungen anzeigen – bislang war dies der Apple Watch vorbehalten. Doch die Umsetzung ist restriktiv: Tests decken auf, dass die Benachrichtigungsweitergabe nach einem „Single-Device”-Prinzip funktioniert.
Die praktische Konsequenz ist deutlich: Wer Benachrichtigungen auf eine Dritt-Smartwatch leitet, muss sie gleichzeitig auf der Apple Watch deaktivieren. Ein echtes Nebeneinander mehrerer Geräte ist nicht vorgesehen. Ist das technische Notwendigkeit oder intelligente Beschränkung? Kritiker sprechen von „böswilliger Compliance” – dem Buchstaben des Gesetzes genügen, den Geist aber unterlaufen.
Für Nutzer ohne Apple Watch ist dies trotzdem ein Quantensprung: Erstmals werden Premium-Smartwatches von Konkurrenten auf iOS ernsthaft brauchbar.
Die EU-Kommission jubelnd im Hintergrund
Die europäische Regulierungsbehörde freut sich öffentlich. Ende Dezember 2025 pries die EU-Kommission die Interoperabilitätsmaßnahmen als Beweis an, dass der DMA funktioniert. Die Gesetzgebung bringe „neue Chancen” für Nutzer und Entwickler – ein Seitenhieb auf Apples lange abgewehrte Öffnung. Die vollständige Verfügbarkeit in Europa ist für 2026 angekündigt, die öffentliche Freigabe von iOS 26.3 dürfte gegen Ende Januar erfolgen.
Interessanterweise wird dieses Feature geografisch beschränkt. Nutzer außerhalb der EU sehen die Vorteile nicht – ein klares Zeichen, dass Regulation wirkt, aber auch, dass Apple den Markt regional segmentieren kann.
Entwickler erhalten neue Werkzeuge
Das AccessorySetupKit-Framework öffnet Herstellern von Zubehör neue Wege. Sie können jetzt definieren, wie ihre Geräte beim Pairing präsentiert werden – mit Logo, Produktname, eigenem Design. Das ist deutlich besser als die bisherige Standardlösung.
Gleichzeitig adressiert die Beta ein echtes Problem: Background-Prozesse und Latenz. Begleit-Apps für Kopfhörer und Uhren wurden bislang aggressiv vom System heruntergefahren, um Akku zu sparen. Diese Einschränkung fällt weg – zumindest in der EU.
Ein Detail verdient Beachtung: Die Funktionen sind geofencing-geschützt. Nutzer außerhalb der EU müssen mit Standard-Bluetooth rechnen, wenn sie ihre Geräte zurücksetzen.
Was sich auf dem Markt ändert
2026 könnte das Jahr werden, in dem europäische Audio-Hersteller endlich konkurrieren. Sony, Bose und andere Premiummarken hatten bislang das Image-Problem: besserer Sound, aber lästiges Pairing. Diese Asymmetrie ist nun aufgelöst. Hersteller werden ihre „Made for iPhone”-Zertifikationen aktualisieren; ein Boom bei der Neuproduktion zeichnet sich ab.
Noch interessanter: das Smartwatch-Segment könnte leben wieder aufblühen. Wer nicht an die Apple Watch gebunden sein möchte, hat jetzt echte Alternativen. Das dürfte auch etablierte Player wie Samsung und Garmin motivieren, ihre Apple-kompatiblen Features massiv auszubauen.
Die offenen Fragen
Bis zur öffentlichen Freigabe gegen Ende Januar bleibt ein zentrales Rätsel: Wird Apple die Single-Device-Benachrichtigungsbremse bis dahin aufheben? Oder bleibt sie Dauerzustand? Regulatoren und Nutzer werden genau hinschauen. Denn diese eine Entscheidung zeigt, ob die Öffnung echte Wahlfreiheit ist oder nur ein kosmetisches Zugeständnis.
iOS 26.3 ist ein Moment der Wahrheit: Die höchsten Mauern des Gartens können fallen, wenn die Regulierung entschlossen ist. Die Frage ist nur, wie echte diese Öffnung sein wird.
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