Anthropic, Milliarden

Anthropic sammelt 30 Milliarden Euro für den finalen Schritt zum Börsengang

13.02.2026 - 18:22:11

Der KI-Spezialist Anthropic erhält eine historische Kapitalspritze und erreicht eine Bewertung von 380 Milliarden Euro. Der Countdown für den heiß erwarteten Börsengang läuft.

Der KI-Riese Anthropic hat mit einer Rekordfinanzierungsrunde von 30 Milliarden Euro die Bühne für einen baldigen Börsengang bereitet. Die Bewertung des Unternehmens schießt damit auf 380 Milliarden Euro – mehr als das Doppelte des bisherigen Wertes.

Diese gewaltige Kapitalspritze, angeführt vom singapurischen Staatsfonds GIC und der Investmentfirma Coatue, gilt als letzter großer Schritt vor dem heiß erwarteten Börsengang. Analysten rechnen mit dem IPO noch in diesem Jahr. Die Runde unterstreicht den ungebrochenen Appetit von Investoren auf etablierte KI-Führer. Sie ist die größte Venture-Finanzierung 2026 und die zweitgrößte aller Zeiten, nur übertroffen von einer OpenAI-Runde im Vorjahr.

Ein Kriegsschatz für den Endkampf um die Unternehmens-KI

Das frische Kapital soll in die Forschung, die Produktentwicklung und den Ausbau der Recheninfrastruktur fließen. Anthropic hat mit seinem KI-Modell Claude einen entscheidenden Vorteil: Es ist eines der wenigen Spitzenmodelle, das auf allen drei großen Cloud-Plattformen – Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Azure – verfügbar ist. Das macht es für Großkunden besonders attraktiv.

Die Teilnahme von Tech-Giganten wie Microsoft und NVIDIA sowie institutionellen Schwergewichten wie BlackRock und Goldman Sachs zeigt einen breiten Konsens: Anthropic wird eine Schlüsselrolle in der Zukunft der KI spielen.

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Explosives Wachstum rechtfertigt die astronomische Bewertung

Hinter der rekordhohen Bewertung steht eine ebenso beeindruckende Geschäftsentwicklung. Das Unternehmen erreicht mittlerweile eine annualisierte Umsatzrate von 14 Milliarden Euro. Dieser Wert hat sich in den letzten drei Jahren jährlich mehr als verzehnfacht.

Die Nachfrage der Wirtschaft ist enorm: Die Zahl der Kunden, die jährlich über 100.000 Euro für Claude ausgeben, ist im letzten Jahr um das Siebenfache gestiegen. Über 500 Firmenkunden investieren sogar mehr als eine Million Euro pro Jahr. Acht der zehn größten Fortune-Unternehmen setzen bereits auf Claude. Das spezialisierte Produkt Claude Code, erst seit Mai 2025 öffentlich verfügbar, hat bereits eine Umsatzrate von 2,5 Milliarden Euro erreicht – mehr als doppelt so viel wie zu Jahresbeginn.

Countdown zum Börsengang läuft

Ein formeller Schritt an die Börse ist zwar noch nicht angekündigt, doch die Zeichen stehen mehr denn je auf Grün. Ein Bericht des Wall Street Journal vom 13. Februar bestätigte, dass Anthropic aktiv die Emission vorbereitet. Das Unternehmen hat die Anwaltskanzlei Wilson Sonsini mit den Vorbereitungen beauftragt.

Auch personelle Entscheidungen deuten auf den IPO hin: Der Einstieg von Chris Liddell, ehemaliger CFO von Microsoft und General Motors, in den Aufsichtsrat ist ein klassisches Manöver zur Börsenreife. Ein Börsengang von Anthropic wäre ein Meilenstein. Er würde erstmals die direkte Investition in einen reinen, unternehmensfokussierten KI‑Champion ermöglichen und einen wichtigen Maßstab für die gesamte Branche setzen.

Im Wettlauf mit OpenAI – Warnungen vor einer Blase

Mit 380 Milliarden Euro Privatmarktbewertung gehört Anthropic zur absoluten Elite. Der Hauptkonkurrent OpenAI wird derzeit auf etwa 500 Milliarden Euro taxiert und könnte durch weitere Finanzierungen sogar die 800‑Milliarden‑Marke knacken. Die gewaltigen Kapitalsummen zeigen ein „The‑winner‑takes‑it‑all“-Muster. Investoren wetten darauf, dass wenige dominante Plattformen den Großteil des Werts im Unternehmens‑KI‑Markt abschöpfen werden.

Einige Analysten mahnen jedoch zur Vorsicht und sehen Anzeichen für „blasenähnliches“ Verhalten, während die Bewertungen in die Höhe schießen. Die immense Erwartungshaltung wird sich spätestens am öffentlichen Markt beweisen müssen.

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