Anthropic sammelt 30 Milliarden Euro ein und erreicht 380 Milliarden Euro Bewertung
13.02.2026 - 10:40:12Anthropic festigt mit einer Rekordfinanzierungsrunde seine Position im globalen KI-Wettlauf. Das Unternehmen verzeichnet ein explosionsartiges Umsatzwachstum, angetrieben durch seine Unternehmenssoftware.
In einem entscheidenden Moment für die Künstliche Intelligenz hat das US-Unternehmen Anthropic eine atemberaubende Finanzspritze von 30 Milliarden Euro erhalten. Die am Donnerstag bekanntgegebene Serie-G-Runde bewertet das in San Francisco ansässige Unternehmen nach der Kapitalerhöhung mit 380 Milliarden Euro. Damit zählt Anthropic zu den wertvollsten privaten Firmen der Geschichte. Die Summe unterstreicht die eskalierende Konkurrenz um die Vorherrschaft in der generativen KI, während Anthropic seine Infrastruktur massiv ausbaut, um der explodierenden Nachfrage aus der Wirtschaft gerecht zu werden.
Zweitgrößte Venture-Finanzierung aller Zeiten
Die Finanzierungsrunde in Höhe von 30 Milliarden Euro ist die zweitgrößte ihrer Art in der Geschichte, übertroffen nur von einer jüngeren Kapitalaufnahme des Hauptkonkurrenten OpenAI. Angeführt wurde die Runde vom singapurischen Staatsfonds GIC und dem technologieorientierten Investmentmanager Coatue. Ein Konsortium weiterer Schwergewichte wie D. E. Shaw & Co. Ventures, Dragoneer Investment Group und Founders Fund beteiligte sich ebenfalls federführend.
Laut Unternehmensangaben beteiligten sich auch institutionelle Giganten wie BlackRock, Blackstone, Fidelity und die Qatar Investment Authority. Bemerkenswert: Teile des Kapitals stammen von den strategischen Partnern Microsoft und Nvidia. Diese Beteiligung festigt die symbiotische Beziehung zwischen dem KI-Entwickler und den Anbietern von Hardware und Cloud-Diensten, die sein Wachstum antreiben.
Für Analysten ist klar: Das Geld ist entscheidend für den Infrastrukturausbau. Die Kosten für das Training hochleistungsfähiger Modelle und ihren globalen Einsatz sind explodiert. Rechenzentren und Rechenleistung sind zur größten Eintrittshürde geworden. Mit diesem finanziellen Polster kann Anthropic weiter aggressiv in Next-Generation-Cluster investieren – ohne den unmittelbaren Druck der Börsenaufsicht.
Umsatz verzehnfacht sich jährlich – angetrieben von „Claude Code“
Parallel zur Finanzierungsankündigung legte Anthropic beeindruckende Finanzkennzahlen offen. Die jährliche Umsatzrate hat die Marke von 14 Milliarden Euro überschritten. Diese Zahl bedeutet eine Verzehnfachung des Umsatzes in jedem der letzten drei Jahre.
Ein wesentlicher Treiber dieses Wachstums ist „Claude Code“, die agentenbasierte Coding-Plattform des Unternehmens, die seit Mai 2025 allgemein verfügbar ist. Berichten zufolge hat Claude Code allein eine Umsatzrate von 2,5 Milliarden Euro erreicht – mehr als das Doppelte seit Anfang 2026. Die Plattform wird besonders von großen Entwicklungsteams genutzt, um komplexe Software-Entwicklungsprozesse zu automatisieren.
Die Durchdringung der Fortune-500-Unternehmen hat sich vertieft. Acht der zehn größten Konzerne dieser Liste sind inzwischen zahlende Kunden. Die Zahl der Kunden, die mehr als eine Million Euro pro Jahr ausgeben, ist von etwa einem Dutzend vor zwei Jahren auf über 500 heute gestiegen. „Die Finanzierungsrunde spiegelt die enorme Nachfrage unserer Unternehmenskunden wider“, so CFO Krishna Rao. Das Investment fließe in den Aufbau robuster, unternehmensreifer Produkte.
Der Billionen-KI-Wettlauf spitzt sich zu
Die jüngste Finanzierungsrunde fällt in eine Phase intensiver Aktivitäten im KI-Sektor. Die großen Player kämpfen um die Vorherrschaft in einem Markt, der als „Winner-takes-most“-Spiel gilt. Anthropics Bewertung von 380 Milliarden Euro, obwohl gewaltig, liegt noch hinter den Berichten über OpenAI, das in Gesprächen für eine Runde sei, die es mit über 800 Milliarden Euro bewerten könnte.
Der „Kapitalkrieg“ zwischen den beiden Kontrahenten zeigt unterschiedliche Strategien. Während OpenAI aggressiv in Konsumentenmärkte und Suchmaschinen vordringt, konzentriert sich Anthropic konsequent auf sichere, steuerbare KI-Systeme für komplexe Geschäftsumgebungen. Dieser Ansatz scheint sich in regulierten Branchen wie dem Gesundheitswesen und der Finanzindustrie auszuzahlen. Der Eintritt in die Life-Sciences-Branche wurde durch HIPAA-konforme Angebote gestärkt, die große Pharma- und Forschungsunternehmen anziehen.
Seit August 2024 gelten neue Regeln zur Nutzung und Kennzeichnung von KI-Systemen in der EU – für viele Unternehmen sind die Anforderungen komplex. Ein kompakter Umsetzungsleitfaden erklärt übersichtlich, welche Risikoklassen, Dokumentationspflichten und Kennzeichnungspflichten auf Anbieter und Anwender zukommen und wie Sie Übergangsfristen einhalten. EU-KI-Verordnung: Gratis-Umsetzungsleitfaden herunterladen
Trotz der gewaltigen Geldzuflüsse bleiben die Verbrauchsraten in der Branche hoch. Die Kosten für Strom und spezielle Chips steigen weiter, was Unternehmen zu mehrjährigen Verträgen für Energie und Rechenleistung zwingt. Anthropics Fähigkeit, 30 Milliarden Euro in einer einzigen Runde zu sichern, zeigt das Vertrauen der Investoren – nicht nur in die Technologie, sondern auch in die Fähigkeit, die logistischen Herausforderungen des KI-Ausbaus in einer ressourcenbeschränkten Welt zu meistern.
Kurs auf Profitabilität und Börsengang
Der weitere Kurs von Anthropic deutet auf einen möglichen Börsengang hin. Berichte aus der Finanzpresse legen nahe, dass sowohl Anthropic als auch seine Hauptkonkurrenten einen IPO in der zweiten Hälfte 2026 anvisieren – sofern die Marktbedingungen günstig bleiben.
Das Unternehmen hat angeblich einen Weg zur finanziellen Nachhaltigkeit aufgezeigt. Es prognostiziert eine Verringerung seiner Cash-Burn-Rate im Verhältnis zum Umsatz in den kommenden Jahren. Branchenquellen zufolge soll der Verbrauch 2026 auf etwa ein Drittel des Umsatzes gesenkt werden, mit dem Ziel der Schwarzen Null für 2028. Dieser Fokus auf die Stückkostenökonomie unterscheidet Anthropic in einem Markt, der oft von „Wachstum um jeden Preis“ geprägt ist.
In unmittelbarer Zukunft wird das Unternehmen sein neues Kapital nutzen, um die Entwicklung seiner nächsten Modellgeneration zu beschleunigen. Gerüchten zufolge sollen diese deutlich leistungsfähiger im logischen Schließen und bei agentenbasierten Aufgaben sein. Während sich die KI-Landschaft von einfachen Chatbots zu autonomen Agenten entwickelt, die mehrstufige Arbeitsabläufe ausführen können, positionieren Anthropics tiefe Finanzreserven und seine starke Verankerung im Unternehmensbereich das Unternehmen als eine gewaltige Kraft für das kommende Jahrzehnt.
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