Deutschland, Telekommunikation

Telekom startet System gegen Betrugsanrufe

17.12.2025 - 07:00:05

Jemand ruft an, die Nummer ist im eigenen Adressbuch nicht eingespeichert. Egal, man geht mal dran - und lässt sich von einem Unbekannten in ein Gespräch verwickeln. Das ist meistens keine gute Idee.

Nach Vodafone hat nun auch die Deutsche Telekom ein System gestartet, das Handykunden vor Abzocke am Telefon warnt. Der sogenannte Call Check schütze ab sofort automatisch alle Kundinnen und Kunden vor möglicherweise betrügerischen Anrufen, teilte das Unternehmen in Bonn mit.

Wenn jemand im Telekom-Netz von einer inländischen oder ausländischen Nummer angerufen wird, die in einer Datenbank als unseriös oder betrügerisch erfasst ist, dann erscheint auf dem Smartphone-Display den Angaben zufolge der Hinweis «Vorsicht, möglicher Betrug!».

Vodafone ist voraus, O2 lässt auf sich warten

Vodafone hat ein ähnliches Warnsystem bereits im Mai aktiviert, seither hat dieser Spam-Warner Firmenangaben zufolge bereits 50 Millionen Mal Alarm geschlagen. Nur 12 Prozent der Anrufe werden trotzdem angenommen, bei anonymen Anrufen - also wenn keine Nummer im Display erscheint - liegt die Annahmequote bei 60 Prozent. 

Die Anrufe, bei denen vorher der Betrugshinweis sichtbar war, dauerten laut Vodafone in 90 Prozent der Fälle weniger als 30 Sekunden - also sehr kurz, was ein gutes Zeichen ist: Vermutlich waren die allermeisten Angerufenen auf der Hut und legten ruckzuck wieder auf, noch bevor der Betrüger seine rhetorischen Winkelzüge vollziehen konnte. Die Betrugsanrufe kamen nicht nur aus Deutschland, sondern besonders häufig auch aus den Niederlanden, aus Österreich, Italien und dem Vereinigten Königreich.

Betrüger wollen Bankdaten oder Passwörter

«Betrüger sind oft sehr geschickt darin, Vertrauen aufzubauen – sei es durch vermeintliche Gewinnspiele oder Umfragen», warnt Marc Atkins, Leiter der Cyber-Sicherheitszentrale von Vodafone Deutschland. Solche Methoden dienten häufig dazu, sensible Informationen wie Bankdaten oder Passwörter zu erlangen. «Seien Sie skeptisch und geben Sie keine persönlichen Daten am Telefon preis», warnt der Sicherheitsexperte.

Der dritte etablierte Handynetz-Betreiber in Deutschland, O2 Telefónica, hat noch kein solches Betrugswarnsystem für seine Kundinnen und Kunden aktiviert.

@ dpa.de

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