Deutschland, Bundesregierung

Merz kritisiert Bankenregulierung in Europa als zu rigoros

17.11.2025 - 17:27:46

Rufe nach weniger Bankenregulierung gelten als heikel, sollen Vorschriften für Geldhäuser doch neue Finanzkrisen verhindern. Kanzler Merz aber findet die Regeln in Europa als zu hart.

  • Kanzler Friedrich Merz (CDU) spricht sich für weniger Bankenregulierung in Europa aus (Archivbild) - Foto: Boris Roessler/dpa

    Boris Roessler/dpa

  • Merz plädiert für einen vertieften Kapitalmarkt in Europa  - Foto: Boris Roessler/dpa

    Boris Roessler/dpa

  • Kanzler Friedrich Merz (CDU) spricht sich für weniger Bankenregulierung in Europa aus (Archivbild) - Foto: Boris Roessler/dpa

    Boris Roessler/dpa

  • Merz plädiert für einen vertieften Kapitalmarkt in Europa  - Foto: Boris Roessler/dpa

    Boris Roessler/dpa

  • Gastspiel in der Finanzbranche: Merz zu Besuch in Frankfurt - Foto: Boris Roessler/dpa

    Boris Roessler/dpa

  • Der Besuch von Merz in Frankfurt lief unter hohen Sicherheitsvorkehrungen - Foto: Boris Roessler/dpa

    Boris Roessler/dpa

Kanzler Friedrich Merz (CDU) spricht sich für weniger Bankenregulierung in Europa aus (Archivbild) - Foto: Boris Roessler/dpaMerz plädiert für einen vertieften Kapitalmarkt in Europa  - Foto: Boris Roessler/dpaKanzler Friedrich Merz (CDU) spricht sich für weniger Bankenregulierung in Europa aus (Archivbild) - Foto: Boris Roessler/dpaMerz plädiert für einen vertieften Kapitalmarkt in Europa  - Foto: Boris Roessler/dpaGastspiel in der Finanzbranche: Merz zu Besuch in Frankfurt - Foto: Boris Roessler/dpaDer Besuch von Merz in Frankfurt lief unter hohen Sicherheitsvorkehrungen - Foto: Boris Roessler/dpa

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kritisiert die Vorschriften für Banken in Europa als zu streng. «Die Regulierung der Banken in Europa ist zu rigoros», sagte Merz auf der Finanzkonferenz «Euro Finance Week» in Frankfurt. 

Die Bundesregierung werde Banken auf nationaler Ebene bei der Regulierung entlasten. Das Regelwerk Basel III solle national schonend umgesetzt und auf Gold-Plating, also das Übertreffen europäischer Vorgaben, verzichtet werden, sagte Merz. «Was für Europa genug ist, muss für Deutschland ausreichend sein.»

Die Finanzindustrie bezeichnete Merz, der früher Aufsichtsratschef des US-Vermögensverwalters Blackrock in Deutschland war und im Aufsichtsrat der Deutschen Börse saß, als «Nervensystem einer Volkswirtschaft». Ohne könne sie keine moderne Volkswirtschaft bestehen. 

Allerdings würden zentrale Regulierungsentscheidungen nicht in Deutschland, sondern in Brüssel getroffen, schränkte Merz ein. Deutschland werde aber auf EU-Ebene darauf dringen, dass neue Regulierungen nicht zu Lasten der Wettbewerbsfähigkeit gingen.

Auch seien viele Entscheidungen nach der globalen Finanzkrise richtig getroffen worden, sagte Merz. So seien die Risikopuffer der Banken größer geworden. Als Lehre aus der Weltfinanzkrise 2008 wurde die Bankenregulierung verschärft und in Europa zum Beispiel eine Bankenaufsicht bei der Europäischen Zentralbank (EZB) geschaffen, die die größten Geldhäuser im Euroraum einheitlich überwacht.

Merz: «Europäische Pioniere» sollen in Europa an Börse gehen

Merz sprach sich ferner für einen vertieften Kapitalmarkt in Europa aus. Die herrschende Fragmentierung behindere Investitionen. Europäische Pioniere sollten nicht auf ausländische Kapitalgeber angewiesen sein, «sondern hier an die Börse gehen», sagte Merz und nannte das Beispiel des Mainzer Impfstoffherstellers Biontech, der 2019 die US-Börse Nasdaq zum Börsengang gewählt hatte.

Er wolle nicht akzeptieren, dass solche Unternehmen auf den amerikanischen Kapitalmarkt ausweichen müssten, sagte Merz, der erst kürzlich eine gemeinsame europäische Börse gefordert hatte.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Wie der Sozialstaat einfacher und digitaler werden soll Kraftakt, ein großes Rad oder Angriff auf den Sozialstaat? Auf 50 Seiten haben Bund, Länder und Kommunen aufgeschrieben, was sich alles ändern soll - die Regierung will handeln. (Politik, 27.01.2026 - 12:11) weiterlesen...

Sozialstaat soll bürgernäher werden. Im Stillen überlegten sich Bund, Länder und Kommunen ein Konzept. Jetzt sind die Empfehlungen ihrer Kommission da. Gefordert wird ein großer Kraftakt. Union und SPD wollen den Sozialstaat umkrempeln. (Politik, 27.01.2026 - 04:30) weiterlesen...

Dobrindt fordert mehr Befugnisse für Verfassungsschutz Wie will der Bund nach dem Brandanschlag auf die Berliner Stromversorgung gegen linksextremistische Gruppen vorgehen? Der Innenminister setzt auf neue Ermittlungsmethoden und mehr Personal. (Politik, 26.01.2026 - 21:48) weiterlesen...

Kommission für kompletten Umbau des Sozialstaats Die Bundesregierung will mit den Ländern und Kommunen den Sozialstaat in Deutschland komplett umbauen. (Boerse, 26.01.2026 - 19:56) weiterlesen...

Kommission für kompletten Umbau des Sozialstaats. Im Stillen überlegten sich Bund, Länder und Kommunen ein Konzept. Jetzt sind die Empfehlungen ihrer Kommission da - und die haben es in sich. Union und SPD wollen den Sozialstaat umkrempeln. (Politik, 26.01.2026 - 19:40) weiterlesen...

Kommission empfiehlt Komplettumbau des Sozialstaats Die Bundesregierung will gemeinsam mit den Ländern und Kommunen den Sozialstaat in Deutschland umfassend reformieren. (Boerse, 26.01.2026 - 18:57) weiterlesen...