Schleichender, RĂŒckgang

Schleichender RĂŒckgang: Deutschlands Weltmarktanteile sinken

28.08.2025 - 11:52:06

Leise, aber stetig: Am Weltmarkt und in wichtigen Branchen wie Automobil, Chemie und Maschinenbau fĂ€llt Deutschland laut einer Analyse zurĂŒck. DafĂŒr profitiert ein immer stĂ€rkerer Rivale.

  • Der Zollstreit mit den USA trifft Deutschlands Exporteure in einer schwierigen Lage. (Archivbild) - Foto: Christian Charisius/dpa

    Christian Charisius/dpa

  • Deutschlands Autobranche steht unter Druck - etwa beim Wandel zur E-MobilitĂ€t. (Archivbild  - Foto: Jan Woitas/dpa

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Der Zollstreit mit den USA trifft Deutschlands Exporteure in einer schwierigen Lage. (Archivbild) - Foto: Christian Charisius/dpaDeutschlands Autobranche steht unter Druck - etwa beim Wandel zur E-MobilitÀt. (Archivbild  - Foto: Jan Woitas/dpa

Seit rund einem Jahrzehnt schrumpft Deutschlands Marktanteil auf wichtigen AbsatzmĂ€rkten und in SchlĂŒsselbranchen wie Automobil und Maschinenbau. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa). Vor allem der Aufstieg Chinas und die Zollpolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump hĂ€tten die Handelsgewichte verĂ€ndert. Grund seien aber auch eigene VersĂ€umnisse, etwa verschlafene Trends in der Autobranche. 

China gewinne auf den WeltmĂ€rkten immer mehr an Bedeutung - selbst in Kernbereichen der exportstarken deutschen Industrie wie der Autobranche, so die Analyse, ĂŒber die zuerst der «Spiegel» berichtete. 

Die ĂŒbrigen EU-LĂ€nder könnten sich behaupten und gewannen Anteile auf dem US-Markt, etwa die irische und schweizerische Pharmaindustrie. «China gewinnt in Europa, Europa in den USA – Deutschland hat das Nachsehen», fasst vfa-Chefvolkswirt Claus Michelsen zusammen. Der Zollstreit mit den USA treffe Deutschland nun in einer kritischen Situation.

Als Hauptgrund fĂŒr die Verluste der Bundesrepublik sieht die Studie die Autoindustrie, sie habe zentrale Zukunftstrends wie die Wende zu alternativen Antrieben zu spĂ€t aufgegriffen. Hinzu kĂ€men hohe Kosten, AbhĂ€ngigkeit von internationalen Zulieferern und wenig FlexibilitĂ€t bei digitalen GeschĂ€ftsmodellen, etwa bei vernetzten Fahrzeugen und Softwarelösungen. 

«Deutsche Industrie hat erhebliches Potenzial»

Konkret sanken die Anteile Deutschlands am Welthandel seit 2013 im Schnitt rund 0,11 Prozentpunkte pro Jahr. Dabei stehe die Bundesrepublik nicht schlecht da: «Deutschlands Industrie hat nach wie vor erhebliches Potenzial und ist erfolgreich auf internationalen MÀrkten positioniert». Jahrelang seien die Exporte gestiegen - nur eben weniger stark als das Welthandelsvolumen. Der schleichende Marktanteilsverlust werde nun immer sichtbarer.

China gewann demnach von 2013 bis 2024 im Schnitt rund 0,36 Prozentpunkte pro Jahr am Weltmarkt dazu. Dabei steigerte die Volksrepublik den Anteil vor allem außerhalb der USA, in Amerika musste das Land Einbußen hinnehmen wegen hoher Einfuhrzölle schon in Trumps erster Amtszeit. Diese fĂŒhrten zu umgelenkten Handelsströmen. Grundlage der Studie ist die Datenbank der Vereinten Nationen, die Handelsdaten von mehr als 170 LĂ€ndern umfasst.

Um im Wettbewerb mitzuhalten, mĂŒsse die EU den Binnenmarkt vertiefen, wo noch immer nationale Vorschriften herrschten, meint der vfa. Deutschland brauche mehr Geschwindigkeit bei zentralen Technologien und eine Investitionsoffensive in Infrastruktur, Forschung und Anlagen.

@ dpa.de