Konjunktur, Deutschland

EnBW-Vorstand: Kosten für Energiewende nicht aus dem Auge verlieren

03.06.2024 - 18:24:03

Der Vorstand des Energieversorgers EnBW DE0005220008, Dirk Güsewell, hat davor gewarnt, dass wegen der steigenden Strompreise die Akzeptanz für die Energiewende verloren gehen könnte.

"Wir müssen wirklich auf die Bezahlbarkeit von Energie achten und zwar sowohl für die Haushalte als auch für die Industrie", sagte er dem "Südkurier" (Dienstag). Zwar gebe es am Strommarkt einen preissenkenden Effekt durch die erneuerbaren Energien. Dieser werde aber überlagert von anderen Kostenblöcken: Eine zunehmend preistreibende Rolle spielten die Kosten für die Infrastruktur und dabei vor allem die Kosten für die Netzentgelte.

Die Summen, die für die Energiewende insgesamt ausgegeben werden müssten, seien gigantisch. Das verdeutliche, wie wichtig es sei, schnell, aber auch volkswirtschaftlich effizient vorzugehen. Am Beispiel einer 250 000-Einwohnerstadt habe die EnBW durchgerechnet, wie teuer der notwendige Netzausbau wäre, um Klimaneutralität zu erreichen: Man sei auf Kosten von 700 Millionen Euro gekommen.

Die Umsetzung der Energiewende leide aber auch am Mangel wichtiger Teile wie etwa Solarmodulen oder Stromleitungen. "Es gibt eine extrem angespannte Situation bei den Lieferanten", sagte Güsewell. Das Knappheitsproblem werde immer größer. "Immer rechtzeitig und mit den entsprechenden Stückzahlen versorgt zu werden, ist eine große Herausforderung, selbst für Energiekonzerne."

@ dpa.de | DE0005220008 KONJUNKTUR

Weitere Meldungen

Bundesbank: Verhaltenes Wachstum im ersten Quartal. Ob der große Aufschwung kommt, hängt aber auch davon ab, wie das Geld eingesetzt wird. Steigende Löhne und staatliche Milliarden sollten die deutsche Wirtschaft 2026 anschieben. (Wirtschaft, 22.01.2026 - 12:00) weiterlesen...

Software und Cloud treiben IT-Umsätze in Deutschland an. Der Branchenverband Bitkom sieht bei passenden Rahmenbedingungen sogar noch mehr Potenzial. Die Digitalbranche baut ihre Rolle als größter industrieller Arbeitgeber weiter aus. (Wissenschaft, 22.01.2026 - 10:00) weiterlesen...

Noch im «freien Fall»? Industrie sucht Weg aus der Krise. Der BDI sieht zwar Hoffnungssignale. Die Lage bleibe aber fragil. Die deutsche Industrie stagniert seit Jahren. (Wirtschaft, 21.01.2026 - 15:50) weiterlesen...

BDI: Neue US-Zölle würden Wachstum «erheblich drücken». Der BDI sieht Hoffnungssignale - aber unter Voraussetzungen. Die deutsche Industrie steckt in einer Krise. (Wirtschaft, 21.01.2026 - 11:36) weiterlesen...

McKinsey: Europa hat billionenschwere Investitionslücke. Sie hat konkrete Empfehlungen, wie Europa zurück auf den Wachstumspfad kommen kann. Der Kontinent droht gegenüber den USA und China zurückzufallen, warnt die Unternehmensberatung. (Wirtschaft, 20.01.2026 - 16:00) weiterlesen...

Export in die USA bricht ein - Neue Sorgen wegen Grönland. Besonders hart trifft es die Autobranche. Und im Grönland-Konflikt droht nun die Eskalation mit Trump. Der deutsche Exportüberschuss mit den USA fällt auf einen Tiefstand seit dem Pandemiejahr 2021. (Wirtschaft, 20.01.2026 - 11:35) weiterlesen...