China, Deutschland

Chinesischer Anta-Konzern will groß bei Puma einsteigen

27.01.2026 - 04:50:17

Anta will mit einem mächtigen Aktienkauf größter Anteilseigner bei Puma werden. Der chinesische Konzern führt seine Ausbreitung auf dem globalen Markt fort. Was würde der Deal für Puma bedeuten?

Der chinesische Konzern Anta Sports will groß beim deutschen Sportartikelhersteller Puma einsteigen. Wie die Muttergesellschaft von Marken wie Jack Wolfskin an der Hongkonger Börse mitteilte, werde die Anta Sports Products Limited einen Anteil von 29,06 Prozent an der Puma SE erwerben. Die Chinesen hätten dafür eine Vereinbarung mit der Groupe Artémis geschlossen, die der Familie Pinault gehört. Behörden und Aktionäre müssten allerdings noch zustimmen.

Seit Monaten kursierten schon Gerüchte um den Einstieg der Chinesen, nachdem die französische Milliardärsfamilie Berichten zufolge einen Verkauf ihres Anteils an Puma in Erwägung gezogen hatte. Die Pinaults hielten ihre 29 Prozent an Puma über ihre Finanzholding Artémis. 

Puma will zurück in die Erfolgsspur

Durch den Einstieg wird Anta größter Anteilseigner bei der deutschen Traditionsmarke und strebt laut eigenen Angaben nach Abschluss des Geschäfts eine «angemessene Vertretung» im Aufsichtsrat an. Anta erwarte, mit der Beteiligung seine Präsenz und Markenbekanntheit im globalen Sportartikelmarkt auszubauen, teilte das Unternehmen mit. 

Puma, mit Sitz im fränkischen Herzogenaurach, hatte zuletzt Verluste gemacht und Boden gegenüber Konkurrenten wie Adidas und Nike verloren. Unter dem neuen Konzernchef Arthur Hoeld kündigte Puma den Abbau von 900 Stellen bis Ende dieses Jahres und die Straffung des Produktportfolios an.

Anta wiederum setzt seine Expansion fort. Im vergangenen April hatte der Konzern den deutschen Outdoor-Spezialisten Jack Wolfskin übernommen, nachdem dessen vorheriger Eigentümer Topgolf Callaway aus Kalifornien die Marke weiterverkauft hatte. 

Was die Puma-Anteile kosten

Konkret sieht der Deal zwischen Anta und Artémis vor, dass die Chinesen für ihre 29 Prozent 1,5 Milliarden Euro auf den Tisch legen. Denn Anta will laut Börsenmitteilung rund 43 Millionen Aktien zu je 35 Euro erwerben. Die Transaktion soll demnach bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. 

«Damit werden wir die Globalisierung von Anta Sports weiter beschleunigen und das nächste Wachstumskapitel in den globalen Sportmärkten - einschließlich China - schreiben», sagte Anta-Geschäftsführer Ding Shizhong laut Mitteilung.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Berliner Gericht: Altersprüfung bei Tiktok reicht nicht aus. Was das für die Nutzung und den Datenschutz bedeutet. Richter aus Berlin sehen bei der Plattform Tiktok einen «nicht zu vernachlässigenden Anreiz» für Jugendliche, ihr Alter falsch anzugeben. (Wissenschaft, 26.01.2026 - 00:01) weiterlesen...

Ist Grönland nun vor Trump sicher?. Gilt dieser Anspruch nach seinem Einlenken in dem Konflikt nun plötzlich nicht mehr? Es gibt viel Skepsis. Besitz und Kontrolle von Grönland sei eine «absolute Notwendigkeit», hat Trump einmal gesagt. (Ausland, 22.01.2026 - 15:05) weiterlesen...

Merz: Neues Zeitalter der Großmächte hat begonnen. Die Welt sei kein «kuscheliger Ort» mehr, sagt er in Davos – und ruft die Europäer zum Handeln auf. Es ist ein düsteres Bild, das der Kanzler vom neuen Zeitalter der Großmächte zeichnet. (Ausland, 22.01.2026 - 10:38) weiterlesen...

Merz in Davos: Sind in Phase der Großmachtpolitik. Was das für die Politik bedeutet, sagt er in Davos. Friedrich Merz sieht Europa vor großen Herausforderungen: Die Weltordnung sei nun von Macht und Stärke geprägt. (Ausland, 22.01.2026 - 09:44) weiterlesen...

Wadephul für mehr Afrika-Kooperation Deutschland will die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Afrika angesichts einer unberechenbaren Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump und massiver chinesischer Konkurrenz stärker als bisher ausbauen. (Boerse, 21.01.2026 - 16:04) weiterlesen...

Kosten, Kritik, Hoffnung – Was Münchens Pandas bedeuten. Was hinter den Millionen für die zwei schwarz-weißen Bären steckt und warum es Ärger mit Artenschützern gibt. Der Münchner Zoo setzt auf Panda-Glück und Ministerpräsident Söder ist verzückt. (Unterhaltung, 21.01.2026 - 15:07) weiterlesen...