Spanien, Unfälle

41 Tote bei Zugunglück in Spanien - Suche nach Vermissten

20.01.2026 - 15:24:06

Die Behörden haben 41 Tote bestätigt. Doch nach dem schweren Zugunglück in Andalusien werden weitere Menschen vermisst. Auch deutsche Staatsangehörige könnten betroffen sein.

  • Experten schließen einen Bruch des Gleises als Ursache des schweren Zugunglücks in Spanien nicht aus. Bis zu gesicherten Erkenntnissen dürfte es aber noch lange dauern. - Foto: Uncredited/Guardia Civil via AP/dpa

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  • Von einigen Waggons der im Süden Spaniens verunglückten Hochgeschwindigkeitszüge blieben nur Trümmer übrig. - Foto: Manu Fernandez/AP/dpa

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  • Die beiden letzten Waggons dieses Iryo-Zuges entgleisten und lösten die Katastrophe aus. Der Zug war erst 2022 in Dienst gestellt worden. - Foto: Uncredited/Guardia Civil/dpa

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  • Wer Glück hatte, konnte sich nach dem schweren Zugunglück im Süden Spaniens durch eingeschlagene Fenster in Sicherheit bringen. - Foto: Joaquin Corchero/EUROPA PRESS/dpa

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  • König Felipe VI. und Königin Letizia eilten nach Andalusien. - Foto: Francisco J. Olmo/EUROPA PRESS/dpa

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  • Bahn-Chefin Evelyn Palla zeigte sich betroffen von dem Zugunglück. Ihre Gedanken seien bei den Verstorbenen und Verletzten. - Foto: Hannes P Albert/dpa

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Experten schließen einen Bruch des Gleises als Ursache des schweren Zugunglücks in Spanien nicht aus. Bis zu gesicherten Erkenntnissen dürfte es aber noch lange dauern. - Foto: Uncredited/Guardia Civil via AP/dpaVon einigen Waggons der im Süden Spaniens verunglückten Hochgeschwindigkeitszüge blieben nur Trümmer übrig. - Foto: Manu Fernandez/AP/dpaDie beiden letzten Waggons dieses Iryo-Zuges entgleisten und lösten die Katastrophe aus. Der Zug war erst 2022 in Dienst gestellt worden. - Foto: Uncredited/Guardia Civil/dpaWer Glück hatte, konnte sich nach dem schweren Zugunglück im Süden Spaniens durch eingeschlagene Fenster in Sicherheit bringen. - Foto: Joaquin Corchero/EUROPA PRESS/dpaKönig Felipe VI. und Königin Letizia eilten nach Andalusien. - Foto: Francisco J. Olmo/EUROPA PRESS/dpaBahn-Chefin Evelyn Palla zeigte sich betroffen von dem Zugunglück. Ihre Gedanken seien bei den Verstorbenen und Verletzten. - Foto: Hannes P Albert/dpa

Zwei Tage nach dem schweren Zugunglück in Spanien sind 41 Tote geborgen worden. Die Behörden befürchten aber, dass die Zahl noch steigen könnte. Es lägen 43 Vermisstenanzeigen vor, sagte Innenminister Fernando Grande-Marlaska dem staatlichen TV-Sender RTVE. Es könnten sich demnach noch zwei weitere Leichen in besonders stark zerstörten Waggons befinden.

Angaben zur Zahl der Verletzten variierten. Während die Polizei nach dem Unfall von mehr als 170 gesprochen hatte, berichtete der staatliche TV-Sender später von 122 Verletzten. Viele seien inzwischen aus den Krankenhäusern entlassen worden. Dort würden am Dienstag noch 39 stationär behandelt. Niemand schwebe mehr in akuter Lebensgefahr, berichtete RTVE weiter.

Zur möglichen Ursache eines der schwersten Zugunglücke in der Geschichte des Landes sagte der Minister, es würden ein Gleisschaden oder ein Fehler an einem der Züge nicht ausgeschlossen. Aber es seien noch «alle Hypothesen offen».

Angehörige beklagen schleppende Informationen über Opfer

Die Identifizierung der Opfer gestaltete sich schwierig. Grande-Marlaska sagte am Montagabend, es seien bis dahin sieben Todesopfer identifiziert worden. Die Behörden baten Familien um DNA-Proben, um die Identifikation zu beschleunigen. Im Fernsehen beklagten Angehörige mangelnde und nur schleppende Informationen über das Schicksal von Vermissten. Die Polizei setzte Suchhunde ein, um die verunglückten Waggons auf mögliche weitere Opfer zu überprüfen.

Auswärtiges Amt: Es gibt auch deutsche Betroffene

Das Auswärtige Amt (AA) in Berlin teilte am Montagabend mit: «Leider müssen wir davon ausgehen, dass sich auch deutsche Staatsangehörige unter den Betroffenen befinden. Über die Anzahl gibt es derzeit noch keine verlässlichen Angaben.» Man stehe mit den örtlichen Behörden im engen Austausch, um eine Aufklärung der Identitäten der Opfer zu betreiben. Unklar blieb zunächst, ob es sich bei den deutschen Betroffenen um Tote oder Verletzte handelt.

Das Unglück hatte sich am Sonntagabend in der Nähe der Gemeinde Adamuz ereignet - sie liegt rund 30 Kilometer nordöstlich der auch bei Touristen beliebten Stadt Córdoba in Andalusien. Die beiden letzten Waggons eines Iryo-Hochgeschwindigkeitszuges der italienischen Gesellschaft Trenitalia, die in Spanien mehrere Strecken bedient, entgleisten bei einem Tempo von mehr als 200 Kilometern pro Stunde aus noch unbekannter Ursache und gerieten ins benachbarte Gleis.

Genau zu diesem Zeitpunkt passierte dort in der Gegenrichtung ein Hochgeschwindigkeitszug des spanischen Bahnunternehmens Renfe, der ebenfalls mit mehr als 200 Kilometern pro Stunde unterwegs war. Der Renfe-Zug wurde durch die Kollision mit den Waggons des Iryo-Zuges aus den Schienen geworfen und kippte mehrere Hundert Meter weiter eine Böschung hinab. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit wurde auf diesem erst kürzlich erneuerten Streckenabschnitt mit 250 angegeben. Der Zug, dessen Waggons entgleisten, war erst 2022 in Dienst gestellt worden.

Experten rätseln noch über die Unfallursache

Die Polizei veröffentlichte ein Video, in dem eine gebrochene Schiene zu sehen war. Verkehrsminister Óscar Puente betonte, es müsse geprüft werden, ob der Schienenbruch Ursache oder Folge des Unfalls sei. Gesicherte Erkenntnisse über den Grund für die Katastrophe könnte es den Angaben zufolge erst in Wochen oder auch Monaten geben.

Das spanische Königspaar reiste zum Unglücksort und traf Angehörige und Rettungskräfte. König Felipe VI. und Königin Letizia waren vorzeitig aus Athen zurückgekehrt, wo sie an der Beisetzung von Irene von Griechenland, der Schwester der spanischen Altkönigin Sofía, teilgenommen hatten.

Das Schicksal einer Sechsjährigen macht besonders betroffen 

Spanische Medien berichteten vom schweren Schicksal einer Sechsjährigen, die als einzige ihrer Familie überlebte. Sie irrte nach dem Unglück zwischen den Trümmern herum, bis sie von zwei Ersthelfern in Sicherheit gebracht wurde, wie die spanische Zeitung «El País» berichtete.

Während zunächst noch Hoffnung bestand, dass auch ihre Eltern, ihr zwölfjähriger Bruder und ihr Cousin überlebt haben könnten, gab es später traurige Gewissheit. Sie waren in den Trümmern eines der verunglückten Züge ums Leben gekommen.

Zuerst gab es Hoffnung, auch der Bruder hätte überlebt

Die Großmutter des Mädchens wartete auf dem Bahnhof von Huelva, wohin der verunglückte Zug unterwegs war, auf Nachrichten von Angehörigen. Zeitweise habe es das Gerücht gegeben, auch der Bruder habe überlebt und werde in einem Krankenhaus in Córdoba behandelt. Dabei handelte es sich jedoch um eine Verwechslung, wie «El País» schrieb. Die Großmutter konnte nur noch ihre Enkelin in die Arme schließen.

Die Familie stammte aus dem Ort Aljaraque und betrieb ein Bekleidungsgeschäft im nahe gelegenen Küstenort Punta Umbría. Sie befanden sich auf dem Rückweg aus Madrid, wo sie ein Fußballspiel von Real Madrid besucht hatten, berichtete die Zeitung weiter. Der Bürgermeister von Punta Umbría, José Carlos Hernández, sagte, der ganze Ort sei «tief erschüttert». Die Familie sei sehr beliebt gewesen.

Deutsche-Bahn-Chefin zeigt sich betroffen von der Katastrophe

Die Chefin der Deutschen Bahn drückte nach dem schweren Zugunglück ihr Mitgefühl aus. «Unsere Gedanken sind bei den Verstorbenen, unsere Gedanken sind bei den Verletzten und allen Menschen, die bei diesem schrecklichen Unfall zu Schaden gekommen sind», sagte Evelyn Palla bei einem Pressetermin in Berlin. Allen Verletzten wünschte sie «von ganzem Herzen eine schnelle und vollständige Genesung». Die Deutsche Bahn AG ist in Spanien nicht mit eigenen Personenzügen aktiv.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) betonte bei dem gemeinsamen Termin, dass der Unfall zeige, welche Katastrophen auch auf der Schiene möglich seien. Es sei «sehr wichtig, dass wir immer vor Augen haben, was passieren kann - und dass wir alle Kraft darauf auslegen und einsetzen, dass wir einen Bahnbetrieb schaffen, der das größte Maß an Sicherheit bieten kann, dass der Kunde erwartet».

@ dpa.de

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