Buschmann, StraftÀter

Buschmann: StraftĂ€ter mĂŒssen vor Ausweisung Strafe absitzen

28.06.2024 - 02:52:15

Nach der Messerattacke von Mannheim sollen StraftĂ€ter wieder nach Afghanistan abgeschoben werden können. Der Justizminister warnt, dabei keinen «Anreiz fĂŒr gewalttĂ€tige Migration» zu setzen.

In der Debatte ĂŒber die Abschiebung auslĂ€ndischer StraftĂ€ter hat Bundesjustizminister Marco Buschmann betont, diese mĂŒssten zumindest einen Teil ihrer Strafe zuvor in Deutschland absitzen. «StraftĂ€ter dĂŒrfen nicht damit rechnen können, nach einem Attentat bei uns unbestraft ausgewiesen und dann in ihrem Heimatland fĂŒr ihre Verbrechen vielleicht sogar noch gefeiert zu werden», sagte der FDP-Politiker der «Rheinischen Post».

«Das könnte möglicherweise gewaltbereite Islamisten sogar noch motivieren, zu uns zu kommen, um quasi straffrei Gewaltverbrechen zu begehen», warnte Buschmann. «Diesen Anreiz fĂŒr gewalttĂ€tige Migration sollten wir nicht setzen.» Er argumentierte zudem, dass eine strafrechtliche Aufarbeitung und Bestrafung eines TĂ€ters hier in Deutschland auch aus rechtsstaatlichen Gesichtspunkten wichtig sei. 

Innenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte bereits betont, Ziel sei es, GewalttÀter konsequent abzuschieben, wenn sie nach einer Haftstrafe in Deutschland wieder freikÀmen.

Deutschland erkennt die Taliban-Regierung in Kabul nicht an

Als Konsequenz aus der tödlichen Messerattacke von Mannheim hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) angekĂŒndigt, die Abschiebung von Schwerstkriminellen und terroristischen GefĂ€hrdern nach Afghanistan und Syrien wieder zu ermöglichen. «Solche StraftĂ€ter gehören abgeschoben – auch wenn sie aus Syrien und Afghanistan stammen», sagte der SPD-Politiker im Bundestag. 

Wie genau dies funktionieren soll, ist noch offen. Deutschland erkennt die Taliban-Regierung in Kabul nicht an. Die Bundesregierung fĂŒhrt Verhandlungen mit verschiedenen Drittstaaten, ĂŒber die sie Abschiebungen nach Afghanistan ermöglichen will.

@ dpa.de