Auch ohne Fehler kein Podestplatz für Preuß beim Heimspiel
16.01.2026 - 16:19:54Auch ein vermeintlich perfektes Sprintrennen hat Franziska Preuß beim Weltcup-Heimspiel in Ruhpolding nicht zum ersten Podestplatz der Biathlon-Saison gereicht. Gut drei Wochen vor dem Start der Olympischen Winterspiele belegte die 31-Jährige in ihrem Wohnort als beste Deutsche den fünften Platz. «Das Niveau ist wahnsinnig hoch, wie schnell und gut geschossen wird. Man muss neidlos anerkennen, dass die anderen einen Tick besser werden», sagte die Verfolgungs-Weltmeisterin.
Die Gesamtweltcupsiegerin des Vorjahres hatte nach 7,5 Kilometern 16,5 Sekunden Rückstand auf die überragende Siegerin Hanna Öberg aus Schweden, die ebenfalls ohne Strafrunde blieb. Platz zwei belegte die Französin Lou Jeanmonnot vor der Italienerin Lisa Vittozzi. Für Preuß ist es der dritte fünfte Rang in einem Einzel-Wettbewerb in diesem Winter.
Erst Zweifel, dann Selbstvertrauen geholt
In der Staffel in Ruhpolding hatte Preuß zuvor als Schlussläuferin mit einer Strafrunde den möglichen Podestplatz noch aus der Hand gegeben (6.). Das Stehendschießen im direkten Duell Frau gegen Frau setzt sie derzeit zu sehr unter Druck, auch bei der Staffel in der Vorwoche in Oberhof hatte Preuß ungewohnte Schwächen gezeigt.
Im Sprint schien sie die Situation nicht mehr stark zu belasten. Unter dem Jubel tausender Zuschauer auf der Haupttribüne traf sie erst liegend alle fünf Scheiben, auch im stehenden Anschlag blieb sie fehlerfrei.
«Ich bin sehr zufrieden mit meinem Schießen, dass ich bei mir geblieben bin. Das ist ein schönes Gefühl», sagte Preuß. Sie gab zu, dass nach der Staffel große Zweifel bei ihr aufkamen. Gespräche mit den Trainern und dem Sportdirektor Felix Bitterling bauten sie wieder auf. Im Verfolger am Sonntag (12.30 Uhr/ZDF und Eurosport) will sie den «Flow mitnehmen, es wird ein total spannendes Rennen».
Grotian darf weiter auf Olympia-Teilnahme hoffen
Zweitbeste Deutsche wurde Selina Grotian (1 Fehler) als 15., die sich damit bei ihrer vorletzten Chance die halbe Norm für die Olympia-Teilnahme sicherte. Grotian hat nun noch in der Verfolgung die Möglichkeit, ein zweites Mal unter die Top 15 zu laufen und damit das Ticket für die Winterspiele in Antholz zu lösen.
«Das ist heute eine ganz besondere Zahl», sagte Grotian zu Platz 15: «Es fällt jetzt wirklich eine große Last von mir. In den letzten paar Rennen hat es mich schon sehr beschäftigt.» Das Warten bis zum Schluss sei «grauenvoll» gewesen, so die 21-Jährige.
Nach der Corona-Infektion, wegen der sie die Rennen in Hochfilzen und Le Grand-Bornand im Dezember auslassen musste, war es ihr erst fünftes Einzelrennen des Winters. Die 21-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen zeigte eine starke erste Laufrunde, gleich der zweite Schuss ging im Liegendschießen aber daneben. Stehend patzte sie anschließend nicht mehr.
Hettich-Walz und Voigt enttäuschen in Ruhpolding
Die Antholz-Norm erfüllt haben bislang neben Preuß auch Julia Tannheimer, Janina Hettich-Walz, Vanessa Voigt und die in Ruhpolding pausierende Anna Weidel. Tannheimer (1 Fehler) zeigte als Sprint-16. im Chiemgau noch ein ordentliches Rennen, Sophia Schneider (2) musste sich bei ihrem Weltcup-Saisondebüt mit Rang 30 begnügen. Hettich-Walz (2) und Voigt (2) präsentierten sich auf den Plätzen 44 und 45 schwach.
Am Sonntagabend sendet Sportdirektor Felix Bitterling seine Vorschlagsliste mit den Namen für die Winterspiele dann an den Deutschen Skiverband, der leitet sie am Montag an den Deutschen Olympischen Sportbund weiter. Und am Dienstag gibt der DOSB die offiziellen Nominierungen bekannt.


