Warnstreiks legen Hochschulen lahm – TV-L-Verhandlungen festgefahren
29.01.2026 - 02:55:11Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder drohen zu eskalieren. Nach ergebnislosen Gesprächen starten die Gewerkschaften eine neue Streikwelle, die bereits erste Hochschulen lahmlegt. Über eine Million Beschäftigte warten auf eine Angebot der Arbeitgeber.
„Campus-Streik“ trifft Universitäten bundesweit
Die Stimmung ist aufgeheizt: Als Reaktion auf das fehlende Angebot der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) rief die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) für Mittwoch zu einem bundesweiten Warnstreik im Hochschulbereich auf. In über 60 Städten legten Mitarbeiter von Universitäten, Studierendenwerken und Forschungseinrichtungen die Arbeit nieder. Der Druck soll vor der dritten und entscheidenden Verhandlungsrunde erhöht werden. Im Fokus stehen alle Beschäftigten nach dem Tarifvertrag der Länder (TV-L), also ein Großteil des nicht-wissenschaftlichen Personals.
Dbb schließt sich an – Forderungen sind klar
Die Solidarität unter den Gewerkschaften wächst. Der Deutsche Beamtenbund (dbb) kündigte für den 4. Februar einen eintägigen Warnstreik in Hannover an. Beide Verbände eint dieselbe klare Forderung: eine Gehaltserhöhung von 7 Prozent, mindestens jedoch 300 Euro mehr im Monat. Zudem fordern sie mehr Geld für Auszubildende und Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen. Die Begründung: Nur so könne die Kaufkraft erhalten und der öffentliche Dienst als attraktiver Arbeitgeber bewahrt werden.
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Dritte Runde im Februar wird zur Nagelprobe
Das Tauziehen dreht sich um die Neuauflage des TV-L, der für alle Bundesländer außer Hessen gilt. Nach einem ergebnislosen ersten Termin im Dezember 2024 blieb auch die zweite Runde am 15. und 16. Januar ohne konkretes Angebot der Arbeitgeberseite. Die Gewerkschaften werten dies als Verzögerungstaktik. Die nächsten Verhandlungstage am 11. und 12. Februar gelten daher als alles entscheidend. Sollte auch dann keine Einigung gelingen, drohen deutlich umfangreichere und längere Streikmaßnahmen.
Parallel laufen andere Beschäftigten-Verhandlungen
Während die TV-L-Gespräche stocken, gibt es in anderen Bereichen Bewegung. Für die Beschäftigten von Bund und Kommunen (TVöD), etwa im Gesundheitswesen, tritt am 1. Mai 2026 eine bereits vereinbarte Erhöhung von 2,8 Prozent in Kraft. Zudem verkündete ver.di diese Woche einen Erfolg bei der Novelle der Bundeslaufbahnverordnung, die einen wichtigen Aufstiegsweg erhält. Unabhängig davon wird weiter über ein gesetzliches Recht auf Teilzeitarbeit diskutiert.
Kommt jetzt der große Showdown?
Die kommenden zwei Wochen werden richtungsweisend sein. Die hohe Beteiligung am „Campus-Streik“ hat die Mobilisierungsfähigkeit der Gewerkschaften demonstriert. Der Ball liegt nun bei der TdL. Sie muss ein substantielles und verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, um einen flächendeckenden Arbeitskampf mit unabsehbaren Folgen für die öffentliche Daseinsvorsorge abzuwenden. Die Entscheidung betrifft nicht nur die Einkommen von Millionen, sondern sendet auch ein Signal für die Zukunft der Tarifbeziehungen im öffentlichen Sektor.


