Volkswagen, Aktie

Volkswagen Aktie: Sachliche Marktbeobachtungen

17.01.2026 - 03:27:33

Volkswagen verzeichnet deutliche Absatzrückgänge im wichtigen China-Markt, während die globalen Elektroauto-Auslieferungen deutlich zulegen. Eine neue Software-Partnerschaft mit Qualcomm soll die Zukunftsfähigkeit stärken.

Volkswagen kämpft mit Gegenwind im wichtigsten Markt, meldet zugleich aber starkes Wachstum bei Elektroautos und eine auffällige Schwäche der Premiummarke Audi. Parallel soll eine neue Software-Partnerschaft mit Qualcomm den Konzern technologisch nach vorne bringen. Wie gut gelingt dieser Spagat zwischen Absatzproblemen und Zukunftsinvestitionen?

Die Fakten im Überblick

  • Globale Auslieferungen 2025: 8,98 Mio. Fahrzeuge (-0,5 %)
  • China-Absatz: 2,69 Mio. Fahrzeuge (-8 %)
  • Elektrofahrzeuge weltweit: 983.100 Einheiten (+32 %; Anteil 10,9 %)
  • Audi-Auslieferungen: 1,62 Mio. Fahrzeuge (-2,9 %; Ziel verfehlt)
  • Heute: Kurs bei 101,45 €, rund 8 % unter 52-Wochen-Hoch

Der leichte Rückgang der weltweiten Auslieferungen verdeckt, wie stark sich die Gewichte im Konzern verschieben. Operativ steht vor allem der chinesische Markt im Mittelpunkt – und dort verliert Volkswagen weiter Boden.

China-Schwäche trotz E-Auto-Wachstum

In China setzte der Konzern 2025 noch 2,69 Millionen Fahrzeuge ab, ein Rückgang von 8 Prozent. Besonders das vierte Quartal fiel mit einem Minus von 17,4 Prozent deutlich schwächer aus. Damit verliert Volkswagen in seinem wichtigsten Einzelmarkt weiter Marktanteile an lokale Anbieter wie BYD und Geely.

Bei Verbrennern liegt der Marktanteil mit 22 Prozent zwar weiterhin auf einem soliden Niveau. Im Elektrosegment bleibt der Konzern aber klar hinter den eigenen Erwartungen zurück. Das Bild ist damit zweigeteilt: Weltweit legten die E-Auto-Auslieferungen auf 983.100 Fahrzeuge zu, ein Plus von 32 Prozent. Elektrofahrzeuge machten 10,9 Prozent des Gesamtabsatzes aus – ein Fortschritt, der die Schwäche in China jedoch nicht ausgleichen konnte.

Am Aktienmarkt spiegelt sich diese Gemengelage in einem verhaltenen Kursbild wider. Mit 101,45 Euro liegt die Aktie etwa 7,7 Prozent unter dem 52‑Wochen‑Hoch von 109,95 Euro, aber gut 22 Prozent über dem Tief der vergangenen zwölf Monate. Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 27,8 signalisiert dabei eine eher überverkaufte Marktsituation.

Audi verpasst Ziel, Zölle belasten Nordamerika

Auch bei Audi zeigt sich der Druck im operativen Geschäft. Die Premiumtochter lieferte 2025 weltweit 1,62 Millionen Fahrzeuge aus, ein Rückgang von 2,9 Prozent. Das Ziel von 1,65 bis 1,75 Millionen Einheiten wurde damit knapp verfehlt.

Regional fällt das Bild unterschiedlich aus:

  • China: 618.000 Fahrzeuge (-5,0 %)
  • Nordamerika: 202.000 Fahrzeuge (-12,2 %)
  • Deutschland: 206.000 Fahrzeuge (+4,0 %)

Vor allem Nordamerika litt unter den US-Zöllen von zunächst 25 Prozent auf bestimmte Modelle, die im April 2025 eingeführt und im August auf 15 Prozent reduziert wurden. Diese Belastung schlug deutlich auf die Absatzzahlen durch.

Positiv sticht dagegen das Elektrogeschäft ins Auge: Audi steigerte seine E-Auslieferungen um 36 Prozent auf 223.000 Fahrzeuge – ein neuer Rekordwert und ein klarer Hinweis, wohin die Marke strategisch steuern soll.

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Qualcomm-Deal als Baustein der Software-Strategie

Parallel zu den Absatzzahlen setzt Volkswagen auf technologische Aufrüstung. Die Softwaretochter CARIAD hat mit Qualcomm eine strategische Partnerschaft geschlossen. Kern der Kooperation sind System-on-Chips für assistiertes und automatisiertes Fahren bis Level 4.

Die Vereinbarung umfasst mehrere Elemente:

  • Einsatz von Snapdragon Digital Chassis-Lösungen für Infotainment
  • Integration in die neue SDV-Architektur (Software-Defined Vehicle)
  • Entwicklung im Rahmen des Joint Ventures RV Tech mit Rivian
  • Produktionsstart der neuen Systeme ab 2027

Erstes Serienmodell mit dieser Architektur soll der ID.EVERY1 werden, ein Elektroauto mit einem anvisierten Einstiegspreis von rund 20.000 Euro. Marktstart ist für 2027 geplant. Damit verbindet der Konzern Software- und Kostenthemen: ein günstiges E-Modell, das zugleich auf einer modernen, softwarezentrierten Plattform läuft.

Modelloffensive in China und Ausblick

Um die Schwäche im chinesischen Kerngeschäft anzugehen, plant Volkswagen ab 2026 eine breit angelegte Modelloffensive. Mehr als 20 neue Elektro-, Plug-in-Hybrid- und Range-Extender-Modelle sollen allein im chinesischen Markt eingeführt werden. Bis 2027 ist die Palette auf über 30 elektrifizierte Modelle angelegt, bis 2030 sind rund 50 Neuheiten vorgesehen.

Flankiert wird dies durch ein neues Forschungs- und Testzentrum in China, das im November 2025 als erstes vollständiges Entwicklungszentrum des Konzerns außerhalb Deutschlands eröffnet wurde. Zudem hat Volkswagen eine Exportstrategie aus China gestartet, erste Fahrzeuge wurden bereits in den Nahen Osten geliefert.

Die Aktie bewegt sich mit einem leichten Minus von rund 2,5 Prozent auf 30‑Tage-Sicht und einem Jahresminus von etwa 4,6 Prozent in einem moderaten Abwärtstrend, bleibt aber klar über dem 200‑Tage-Durchschnitt von 96,51 Euro. Entscheidend wird nun, wie überzeugend Volkswagen die angekündigte China-Offensive und die Software-Strategie mit Qualcomm in den kommenden Quartalen mit Leben füllt – erste operative Hinweise dürfte der Bericht zum nächsten Quartal am 10. März 2026 liefern.

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