Verdi, Lohn

Ver.di fordert sechs Prozent mehr Lohn für Lufthansa-Bodenpersonal

15.01.2026 - 22:12:12

Die Gewerkschaft startet mit deutlichen Gehaltsforderungen in schwierige Tarifverhandlungen für das Bodenpersonal. Die Runde gilt als Stimmungstest für die gesamte Luftfahrtbranche.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di) geht mit einer kräftigen Forderung in die Tarifverhandlungen für rund 20.000 Lufthansa-Beschäftigte am Boden. Sie verlangt sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 250 Euro monatlich. Die Gespräche, die am kommenden Montag in Frankfurt beginnen, gelten als Stimmungstest für die gesamte Branche.

Konfrontation trotz guter Konzernzahlen

Die Gewerkschaft rechnet mit schwierigen Verhandlungen. Sie wirft dem Luftfahrtkonzern vor, trotz guter Geschäftszahlen kaum Bereitschaft zu zeigen, in die Gehälter zu investieren. „Diese Haltung ist nicht akzeptabel“, so Ver.di. Das Bodenpersonal umfasst kritische Bereiche wie Check-in, Flugzeugwartung und Administration – Berufsgruppen, die im Streikfall den Flugbetrieb lahmlegen können.

Fokus auf untere Lohngruppen und Jobschutz

Im Zentrum steht nicht nur die prozentuale Erhöhung. Die geforderten mindestens 250 Euro mehr sollen gezielt die unteren Einkommensgruppen stärken. Darüber hinaus hat Ver.di einen Katalog struktureller Forderungen vorgelegt. Dazu zählen:
* Die Aufwertung technischer Berufe.
* Die Rücknahme von Gehaltskürzungen bei Lufthansa Cargo.
* Ein verbindlicher Ausgliederungsschutz für Jobs an den Drehkreuzen Frankfurt und München, um die Verlagerung in Niedriglohn-Tochtergesellschaften zu stoppen.

Anzeige

Betriebsräte und Personalverantwortliche stehen jetzt vor entscheidenden Verhandlungen – von Lohnanpassungen über Ausgliederungsschutz bis zu Interessenausgleichen. Ein kostenloses PDF-Paket mit Muster-Betriebsvereinbarungen, praxisnahen Checklisten und konkreten Verhandlungstipps hilft, Forderungen rechtssicher zu formulieren und die Verhandlungsposition gegenüber dem Management zu stärken. Enthalten sind editierbare Vorlagen und Formulierungsbeispiele, die sich sofort einsetzen lassen. Jetzt Muster-Betriebsvereinbarung herunterladen

Schatten des Tarifkonflikts 2024

Die Verhandlungen stehen im Schatten des zähen Tarifstreits von 2024. Damals kam es erst nach Warnstreiks und einer Schlichtung zu einer Einigung. Diese Erfahrung schürt auf beiden Seiten die Erwartung eines harten Ringens. Der alte Vertrag ist ausgelaufen – die Vorzeichen stehen erneut auf Konfrontation.

Zum Auftakt sind zwar keine unmittelbaren Streiks angekündigt. Die Vergangenheit zeigt jedoch: Sollten die Gespräche scheitern, ist die Gewerkschaft schnell bereit, den Druck durch Arbeitsniederlegungen zu erhöhen.

Spagat zwischen Gewinn und Kostendruck

Ver.di trifft mit ihren Forderungen auf einen Konzern im Spagat. Einerseits verzeichnet die Lufthansa wieder wirtschaftliche Erfolge. Andererseits hält das Management an strikten Spar- und Effizienzprogrammen fest. Gewerkschaftsvertreter kritisieren, dass dieser Kurs zu Lasten der Belegschaft gehe. Personalmangel und hohe operative Belastung seien an der Tagesordnung.

Branchenbeobachter sehen die Runde als wichtigen Indikator für die künftige Lohnentwicklung in der deutschen Luftfahrt. Die Fähigkeit zu einem tragfähigen Kompromiss wird die Stabilität des Flugbetriebs in den kommenden Monaten maßgeblich beeinflussen.

Erste Runde mit klaren Fronten

Die erste Verhandlungsrunde beginnt am 19. Januar. Beobachter erwarten, dass die Positionen zunächst weit auseinanderliegen. Ver.di hat klargemacht, dass sie die ablehnende Haltung des Konzerns ändern will. Ob dies am Verhandlungstisch gelingt oder ob der Weg in einen neuen Arbeitskampf führt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Für Reisende beginnt eine Phase der Unsicherheit.

Anzeige

PS: In Tarifrunden wie bei Lufthansa entscheiden oft kleine Formulierungen über Erfolg oder Misserfolg. Dieser Gratis-Ratgeber bietet erprobte Muster-Vereinbarungen, konkrete Formulierungshilfen und Checklisten, mit denen Betriebsräte ihre Verhandlungsposition deutlich verbessern und rechtliche Fallstricke bei Ausgliederungen oder Interessenausgleichen vermeiden können. Der Download enthält editierbare Vorlagen zur direkten Nutzung in Gesprächen mit der Geschäftsführung. Gratis-Ratgeber für Betriebsräte jetzt sichern

@ boerse-global.de