Valneva, Aktie

Valneva Aktie: Fokus auf VLA15

08.01.2026 - 19:18:31

Der Biotech-Konzern Valneva steht vor dem entscheidenden Meilenstein für seinen Lyme-Borreliose-Impfstoff VLA15. Analysten sehen ein hohes Kurspotenzial, während aktuelle Quartalszahlen enttäuschen.

Valneva arbeitet sich operativ durch Restrukturierung und schwache Quartalszahlen, während der Markt den Blick klar auf ein einziges Projekt richtet: den Lyme-Borreliose-Impfstoff VLA15. Der Kandidat, entwickelt mit Pfizer, könnte das Unternehmen finanziell neu aufstellen – oder hohe Erwartungen zerstören. Wie ist die Ausgangslage kurz vor dem entscheidenden klinischen Meilenstein?

VLA15 als zentraler Werttreiber

Stifel hat seine Kaufempfehlung für Valneva bestätigt und das Kursziel von 9,50 auf 10 Euro angehoben. Im Mittelpunkt steht dabei VLA15, derzeit der einzige fortgeschrittene Impfstoffkandidat gegen Lyme-Borreliose.

Die Eckpunkte des Programms:

  • Entwicklungspartnerschaft mit Pfizer
  • Einziger weit entwickelter Impfstoffkandidat gegen Lyme-Borreliose
  • Phase‑3-Daten erwartet im ersten Halbjahr 2026
  • Jährlich rund 476.000 Lyme-Fälle in den USA und 130.000 in Europa
  • Geschätztes maximales Umsatzpotenzial laut Stifel: 1,9 Mrd. Euro pro Jahr

Stifel sieht bei einer Wirksamkeit von 70 bis 80 Prozent ein mögliches Kurspotenzial von rund 200 Prozent im Basisszenario. Die Aktie wird damit als eines der attraktivsten Chance-Risiko-Profile im europäischen Biotech-Sektor eingeordnet. Der Markt folgt dieser Logik: VLA15 ist der klare Kurskatalysator, andere Programme treten in den Hintergrund.

Kursentwicklung und technische Lage

Die Aktie hat sich in den vergangenen zwölf Monaten deutlich erholt. Auf Basis des aktuellen Kurses von 4,82 US‑Dollar ergibt sich:

  • 12‑Monats-Performance: +112,71 %
  • Seit Jahresanfang: +19,01 %

Charttechnisch notiert der Titel spürbar über den gleitenden Durchschnitten:

  • 50‑Tage-Durchschnitt: 3,92 USD → Abstand: +23,09 %
  • 200‑Tage-Durchschnitt: 3,56 USD → Abstand: +35,33 %

Der Kurs bewegt sich damit in einem klaren Aufwärtstrend und liegt nur rund 6,6 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 5,16 USD. Gleichzeitig signalisiert der 14‑Tage-RSI von 18,9 einen stark überverkauften Bereich – ein ungewöhnlicher Kontrast zur positiven Trendstruktur, der die hohe Volatilität (30‑Tage, annualisiert: 79,6 %) unterstreicht.

Strukturmaßnahmen und operative Schwäche

Parallel zur klinischen Entwicklung stellt Valneva die operative Basis neu auf. Ende November 2025 kündigte das Unternehmen an, seine französischen Aktivitäten am Standort Lyon zu bündeln und den Hauptsitz in Saint-Herblain bei Nantes zu schließen. Forschung und Entwicklung werden in Wien konzentriert.

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Die Restrukturierung folgt auf spürbar enttäuschende Zahlen für das dritte Quartal 2025:

  • Ergebnis je Aktie: -0,61 USD (Erwartung: -0,30 USD)
  • Umsatz: 34,0 Mio. USD (Erwartung: 48,85 Mio. USD)
  • Nettomarge: -57,8 %
  • Marktkapitalisierung: rund 850 Mio. USD

Die deutliche Verfehlung der Erwartungen zeigt, dass das aktuelle Geschäft allein den hohen Bewertungsanspruch nicht trägt. Ohne einen klaren Wachstumstreiber wäre die Ergebnislage schwer zu rechtfertigen – daher die starke Konzentration der Anleger auf VLA15.

Chikungunya-Partnerschaft beendet

Zum Jahresende 2025 wurde zudem eine Partnerschaft beendet, die ursprünglich zusätzliche Märkte erschließen sollte: Am 31. Dezember gaben Valneva und das Serum Institute of India die einvernehmliche Auflösung ihrer Lizenzvereinbarung für den Chikungunya-Impfstoff IXCHIQ bekannt. Ziel der Kooperation war vor allem die Vermarktung in Schwellenländern.

Der Kurs reagierte darauf kaum. Aus Marktsicht ist dies ein Signal, dass das Chikungunya-Programm aktuell nur eine Nebenrolle spielt, während die Bewertung zunehmend an der Lyme-Borreliose-Pipeline hängt.

Zeitplan für den entscheidenden Katalysator

Die kommenden Jahre sind klar durch den VLA15-Fahrplan strukturiert:

  • Phase‑3-Ergebnisse: erwartet im 1. Halbjahr 2026
  • Bei positiven Daten: Zulassungsantrag durch Pfizer in der 2. Jahreshälfte 2026
  • Mögliche Zulassung: 2027
  • Kommerzieller Launch: Ende 2027

Damit ist der zeitliche Horizont für den möglichen Umschwung klar abgesteckt. Kurzfristig dominieren Restrukturierung, schwache aktuelle Margen und hohe Volatilität. Mittelfristig entscheidet sich mit den Phase‑3-Daten, ob das von Stifel skizzierte Aufwärtspotenzial realistisch ist oder ob die Bewertung angepasst werden muss.

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