UN-Sanktionen, Iran

UN-Sanktionen gegen Iran spalten den Welthandel

01.01.2026 - 00:31:12

Die Wiedereinführung von UN-Sanktionen gegen den Iran durch den Westen wird von Russland und China abgelehnt. Diese Spaltung stellt internationale Unternehmen vor massive Compliance-Herausforderungen.

Die globalen Handelsregeln sind so zersplittert wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Grund ist der Streit um die Wiedereinführung von UN-Sanktionen gegen den Iran. Während der Westen die Strafmaßnahmen durchsetzt, lehnen Russland und China sie ab – und stellen Unternehmen vor ein gefährliches Compliance-Dilemma.

Diplomatischer Bruch zum Jahreswechsel

Die Lage eskalierte am Silvestertag. Russlands Vertreter bei der OSZE erklärten die von den Westmächten angewandte „Snap-Back“-Klausel für nichtig. Diese automatische Wiedereinführung aller alten UN-Sanktionen hatten Deutschland, Frankreich und Großbritannien (E3) im August 2025 beantragt. Sie warfen dem Iran vor, das Atomabkommen JCPOA nicht einzuhalten.

Doch im UN-Sicherheitsrat herrscht seit Monaten Stillstand. Die westlichen Staaten bestehen darauf, dass die Sanktionen seit September 2025 wieder gelten. Russland und China argumentieren, die zugrundeliegende Resolution 2231 sei im Oktober 2025 ausgelaufen. Damit existieren nun zwei parallele Handelsregime: eines mit strengem Iran-Embargo und eines ohne.

Unternehmen im Compliance-Chaos

Für Exporteure und Finanzinstitute bedeutet diese Spaltung ein operatives Minenfeld. Der Snap-Back bringt umfassende Verbote zurück – von Rüstungsgütern über Raketentechnologie bis zu sogenannten Dual-Use-Gütern.

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Die größten Herausforderungen für 2026:
* Geteilte Märkte: Firmen in der EU müssen die wieder eingeführten UN-Listen strikt beachten. Für Handelspartner in Russland oder China gelten diese Beschränkungen offiziell nicht.
* Sekundärsanktionen: Die USA haben angekündigt, den Snap-Back rigoros durchzusetzen. Das erhöht das Risiko von Strafmaßnahmen gegen Nicht-US-Firmen, die mit dem Iran handeln – selbst wenn dies nach heimischem Recht erlaubt ist.
* Undurchsichtige Lieferketten: Die „Dark Fleet“ wächst. Diese Schiffe operieren außerhalb üblicher Versicherungs- und Trackingsysteme, um iranisches Öl zu transportieren. Berichten zufolge fließen bereits Milliarden über diese undurchsichtigen Kanäle.

Geopolitisches Patt mit Folgen

Die aktuelle Krise markiert das endgültige Aus für die Ära des Atomabkommens. Anders als vor 2015 ist die internationale Gemeinschaft jedoch gespalten. Der Iran hält sich über Energieexporte nach China und militärische Zusammenarbeit mit Russland wirtschaftlich über Wasser.

Experten sehen im Schritt der E3-Staaten eine Notlösung. Verhandlungen mit dem Iran waren zuvor gescheitert, das Atomprogramm schritt schnell voran. Doch ohne Unterstützung Russlands und Chinas im Sicherheitsrat wirken die „UN“-Sanktionen wie ein westliches Bündnis-Embargo – nicht wie ein global verbindlicher Beschluss.

Für Unternehmen bleibt nur eine klare Regel: In einer gespaltenen Regulierungswelt bietet nur die Einhaltung des strengsten verfügbaren Standards einen sicheren Hafen. Der Westen wird die Einhaltung der Sanktionen 2026 wohl noch entschiedener überwachen – und versuchen, die Schlupflöcher zu schließen, die der Ostblock offenhält.

@ boerse-global.de