Gesetzeslücke, KI-Chatbots

UK schließt Gesetzeslücke für KI-Chatbots nach Grok-Skandal

17.02.2026 - 05:42:12

Die britische Regierung verschärft die KI-Regulierung und macht Anbieter für illegale Inhalte haftbar. Bei Verstößen drohen hohe Bußgelder und Zugangssperren.

Die britische Regierung zieht Künstliche Intelligenz endgültig zur Verantwortung. Nach einem Skandal um sexualisierte KI-Bilder durch Elon Musks Grok schließt London eine gefährliche Gesetzeslücke – mit Signalwirkung für die globale Tech-Branche.

London reagiert auf Grok-Deepfake-Skandal
Der Auslöser für die verschärfte Regulierung liegt nur wenige Wochen zurück. Im Januar deckten Nutzer auf, dass der KI-Chatbot Grok von Elon Musks Unternehmen xAI zur Erstellung nicht-einvernehmlicher intimer Bilder missbraucht werden konnte. Die Bilder, darunter Darstellungen von Frauen und Kindern, lösten international Empörung aus und zwangen die britische Medienaufsicht Ofcom zum Handeln. Ihre Untersuchung offenbarte ein fatales Schlupfloch: Das eigentlich strenge Online Safety Act galt nicht für alle KI-Chatbots.

„Das Gesetz deckte bisher nicht alle KI-Dienste ab, besonders jene, bei denen Nutzer nur mit der KI interagieren“, erklärte Ofcom. Eine Lücke, die Anbietern mächtiger Generativer KI erlaubte, sich der Verantwortung für illegale Inhalte zu entziehen. Premierminister Keir Starmer machte nun Schluss damit. Seine Regierung werde „schnell handeln“, um das Gesetz anzupassen.

Schwere Strafen für Tech-Konzerne
Die geplanten Änderungen, die als Änderungen am Crime and Policing Bill auf den Weg gebracht werden, haben es in sich. Künftig sind alle KI-Chatbot-Anbieter auf dem britischen Markt gesetzlich verpflichtet, ihre Systeme so zu gestalten, dass sie keine illegalen Inhalte erzeugen können. Die Aufsicht behält Ofcom, deren Befugnisse massiv ausgeweitet werden.

Bei Verstößen drohen den Unternehmen drastische Konsequenzen. Ofcom kann Bußgelder von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen. In extremen Fällen kann die Behörde sogar gerichtlich erwirken, dass der Dienst für britische Nutzer gesperrt wird. Die Beweislast liegt damit eindeutig bei den Technologieanbietern, nicht bei den Nutzern oder Behörden.

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Globales Warnsignal an OpenAI, Google & Meta
Die britische Entscheidung ist ein Weckruf für die gesamte KI-Branche. Sie stellt klare Regeln für alle großen Player wie OpenAI, Google und Meta auf und beendet die Phase der reinen Selbstregulierung. Der Fall Grok hat einen Präzedenzfall geschaffen: Die Prinzipien der Online-Sicherheit gelten nun auch für die sich rasant entwickelnde Generative KI.

Experten sehen darin den Beginn eines globalen Trend. „Dies signalisiert einen Wandel hin zur Haftbarmachung der KI-Entwickler für den Missbrauch ihrer Kreationen“, kommentiert ein Technologieanalyst. Großbritannien positioniert sich mit der schnellen Reaktion als Vorreiter in der KI-Regulierung, noch bevor die EU mit ihrem KI-Gesetz vollständig durchreguliert hat.

Kinder- und Jugendschutz im Fokus
Die Regierung denkt bereits einen Schritt weiter. Der Grok-Skandal war nur der Katalysator für eine umfassendere Digital-Safety-Strategie. Neben der KI-Regulierung prüft London weitere Schutzmaßnahmen, darunter ein Mindestalter für die Nutzung sozialer Medien und Beschränkungen, wie Kinder an leistungsstarke KI-Chatbots und VPNs gelangen.

Die geplanten Gesetzesänderungen sollen in den kommenden Monaten in Kraft treten. Die KI-Branche steht unter Druck, ihre Sicherheits- und Moderationssysteme proaktiv an die britischen Vorgaben anzupassen. Die nächsten Monate werden zeigen, wie Tech-Giganten auf diese neue Ära der Verantwortung reagieren – und wie wirksam das erweiterte Online Safety Act die Risiken KI-generierter illegaler Inhalte eindämmen kann.

@ boerse-global.de

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