TV-L-Verhandlungen, Warnstreiks

TV-L-Verhandlungen: Warnstreiks erhöhen Druck auf Länder

16.01.2026 - 02:30:12

Die zweite Verhandlungsrunde für die 900.000 Tarifbeschäftigten der Bundesländer in Potsdam steht unter massivem Druck. Nachdem die Arbeitgeber im Dezember kein Angebot vorlegten, eskalieren die Gewerkschaften den Arbeitskampf mit bundesweiten Warnstreiks.

Die Lage ist angespannt, als sich Vertreter von ver.di und dbb mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) in Potsdam treffen. Der Grund: In dieser Woche legten tausende Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen, Berlin und Hamburg die Arbeit nieder. Universitäten, Kliniken und Behörden waren betroffen. Allein in Berlin demonstrierten rund 5.000 Beschäftigte für ihre Forderungen.

Das Kerndemand der Gewerkschaften bleibt unverändert: Sie verlangen 7 Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 300 Euro monatlich. Auszubildende sollen 200 Euro mehr erhalten. Ein zentraler Punkt ist die Forderung nach einer zwölfmonatigen Laufzeit des neuen Tarifvertrags. Zudem muss das Ergebnis auf etwa 1,4 Millionen Beamte und Pensionäre übertragen werden.

Anzeige

Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst enden oft bei konkreten Fragen zu Rufbereitschaft, Zulagen oder Arbeitszeit — und ohne rechtssichere Vorlagen läuft die Verhandlung Gefahr, zugunsten der Arbeitgeber auszufallen. Ein kostenloses E‑Book mit Muster-Dienstvereinbarung und vollständig bearbeitbaren Word‑Vorlagen zeigt Personalräten und Betriebsräten Schritt für Schritt, wie sie Forderungen strukturiert formulieren, Verhandlungspositionen stärken und typische Fallstricke vermeiden. Ideal gerade für Länderbeschäftigte und Personalräte, die in aktuellen Tarifrunden vertreten sind. Jetzt Muster-Dienstvereinbarung für den öffentlichen Dienst herunterladen

Arbeitgeber: Forderungen sind „unbezahlbar“

Die TdL, die alle Bundesländer außer Hessen vertritt, lehnt die Forderungen als „unbezahlbar“ ab. Die Länder verweisen auf ihre angespannte Haushaltslage. Neue Aufgaben in Sicherheit, Wirtschaftstransformation und Klimaschutz binden erhebliche Mittel.

Bereits in der ersten Runde im Dezember legte die TdL kein Gegenangebot vor – ein Schritt, den die Gewerkschaften als Provokation werten. Die Arbeitgeber sehen keinen Nachholbedarf, da erst im Februar 2025 eine Erhöhung aus dem letzten Abschluss wirksam wurde. Die Gewerkschaften kontern mit realen Lohnverlusten durch die hohe Inflation der vergangenen Jahre.

Kampf um attraktiven öffentlichen Dienst

Die Fronten sind verhärtet. Die Gewerkschaften argumentieren mit gestiegenen Landeseinnahmen von 5,2 Prozent im vergangenen Jahr. Diese machten ihre Forderungen nicht nur fair, sondern notwendig. Der Personalmangel sei eklatant, die Belastung der verbliebenen Beschäftigten enorm.

Ein weiterer Streitpunkt ist die wachsende Lohnlücke zum Bund und zu Kommunen (TVöD). Die Gewerkschaften wollen diese schließen, um im Wettbewerb um Fachkräfte konkurrenzfähig zu bleiben. Erstmals steht auch ein Tarifvertrag für studentische Beschäftigte (TV Stud) auf der Agenda, die in vielen Ländern noch ohne standardisierte Bedingungen arbeiten.

Was kommt nach Potsdam?

Die Verhandlungen in Potsdam sollen heute enden, doch mit einem Durchbruch rechnet kaum jemand. Eine dritte und möglicherweise entscheidende Runde ist für den 11. und 12. Februar angesetzt.

Sollte auch diese zweite Runde ohne Annäherung enden, droht eine weitere Eskalation. Die Gewerkschaften haben deutlich gemacht, dass sie die Warnstreiks ausweiten werden. Betroffen wären dann möglicherweise Universitätskliniken, Landes-Kitas in Stadtstaaten wie Berlin oder sogar der Winterdienst. Der Weg zum Kompromiss erscheint derzeit steinig.

Anzeige

PS: Wenn Warnstreiks ausgeweitet werden, zählt jede Formulierung in Vereinbarungen — und Betriebsräte müssen schnell handlungsfähige Regelungen vorlegen. Dieses kostenlose E‑Book liefert fertige Musterformulierungen, Checklisten und Verhandlungsargumente speziell für Beschäftigte im öffentlichen Dienst, damit Personalräte in Eskalationsfällen souverän reagieren können. Sofort einsetzbar und an die unterschiedlichen Landesregelungen anpassbar. Muster-Dienstvereinbarung herunterladen und Verhandlungs-Checkliste sichern

@ boerse-global.de