Telekom, Nvidia

Telekom und Nvidia bauen Europas KI-Kraftwerk in München

04.02.2026 - 07:27:12

Ein milliardenschweres Rechenzentrum mit 10.000 Nvidia-Chips soll Europas digitale Souveränität stärken und die KI-Leistung in Deutschland deutlich erhöhen. Der Betrieb startet Anfang 2026.

Deutsche Telekom und Nvidia investieren eine Milliarde Euro in eine europäische KI-Fabrik in München. Das Rechenzentrum soll die KI-Leistung in Deutschland um 50 Prozent steigern und Anfang 2026 in Betrieb gehen. Es ist das bisher stärkste Signal für Europas Streben nach digitaler Souveränität.

10.000 Nvidia-Chips für die deutsche Industrie

Technologisches Herzstück der Anlage im Tucherpark werden bis zu 10.000 der neuesten Nvidia-Blackwell-KI-Chips sein. Sie stecken in über 1.000 Servern, verteilt auf knapp 300 Racks. Um die enorme Abwärme zu bewältigen, setzen die Betreiber auf ein modernes Wasserkühlungssystem. Teile des Zentrums entstehen sogar unterirdisch.

Die Logistik ist gigantisch: Rund 150 LKW-Ladungen mit Hochleistungs-GPUs rollen bis zur geplanten Inbetriebnahme nach München. Das Ziel ist eine souveräne „Industrial AI Cloud“, exklusiv für europäische Unternehmen.

Anzeige

Passend zum Thema Datensouveränität und KI-Compliance: Seit August 2024 gelten neue EU-Regeln zur KI-Pflichten, die Entwickler, Betreiber und Nutzer von Hochrisiko-KI betreffen. Wer Kennzeichnungspflichten, Risikoklassifizierung und Dokumentationsanforderungen nicht erfüllt, riskiert Bußgelder und Betriebsrestriktionen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah, welche Pflichten auf Unternehmen zukommen, wie Sie KI-Systeme korrekt klassifizieren und welche Fristen jetzt wichtig sind. Kostenlosen KI-Verordnungs-Leitfaden herunterladen

Kampfansage an die Tech-Giganten

Hinter der Milliarden-Investition steckt eine klare Strategie: Europa will unabhängiger werden. Derzeit nutzen die USA etwa 70 Prozent der weltweiten KI-Hochleistungschips, Europa dagegen nur fünf Prozent. Diese Abhängigkeit soll die Münchner KI-Fabrik durchbrechen.

Das Versprechen der Betreiber: Alle Daten bleiben in Deutschland und werden ausschließlich von europäischen Mitarbeitern verarbeitet. Diese Garantie für Datensouveränität soll vor allem Industrieunternehmen überzeugen, die bisher zögerten. Erste prominente Kunden wie der Roboter-Spezialist Agile Robots und Kooperationspartner wie SAP und die Deutsche Bank stehen bereits fest.

Bayerns Aufstieg zum KI-Hotspot

Für München ist das Projekt ein Quantensprung. Der Freistaat Bayern treibt mit Initiativen wie der „High-Tech Agenda“ und einem landesweiten KI-Netzwerk den Ausbau der Spitzentechnologie seit Jahren voran. Die Ansiedlung festigt den Ruf der Region als „Silicon Valley“ Europas.

Neben der kritischen Infrastruktur bringt das Projekt hochqualifizierte Jobs und Know-how in die Stadt. Die Mischung aus exzellenten Universitäten, Forschung und starker Industrie war für Nvidia und die Telekom offenbar der entscheidende Standortfaktor.

Die große Herausforderung: Energie und Akzeptanz

Doch der Betrieb eines solchen KI-Kraftwerks ist nicht ohne Risiko. Der enorme Energiebedarf wirft ökologische Fragen auf. Die Betreiber müssen nachweisen, dass der Betrieb nachhaltig und effizient gestaltet werden kann. Nur dann wird das Projekt langfristig Akzeptanz finden.

Kann die deutsche Industrie die neuen Möglichkeiten auch schnell genug nutzen? Die kommenden Monate werden zeigen, ob die KI-Fabrik zum versprochenen Innovationstreiber für Maschinenbau, Automotive und Medizintechnik wird – oder eine teure Infrastruktur ohne ausreichende Nachfrage bleibt. Der Startschuss für Europas KI-Zukunft fällt Anfang nächsten Jahres in München.

Anzeige

PS: Die Münchner KI-Fabrik setzt auf Datensouveränität — sind Ihre Prozesse schon KI-konform? Dieses kompakte E‑Book zur EU‑KI‑Verordnung fasst Kennzeichnungspflichten, Übergangsfristen und Dokumentationsanforderungen zusammen und liefert eine praktische Checkliste für Entwickler, Betreiber und Compliance-Teams. Ideal für IT-Leiter und Einkaufsverantwortliche, die KI-Systeme bewerten oder einsetzen wollen. Jetzt KI-Compliance-Guide sichern

@ boerse-global.de