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Telekom startet Branded Calls gegen Spam-Anrufe

07.01.2026 - 07:53:12

Die Deutsche Telekom führt verifizierte Unternehmensanrufe mit Logo und Namen ein, um Betrug vorzubeugen und Vertrauen aufzubauen. Der Service ist für Kunden kostenlos.

Unbekannte Nummern werden ab sofort mit Logo und Namen angezeigt. Die Deutsche Telekom führt heute „Branded Calls“ in ihrem Mobilfunknetz ein. Die Technologie soll verifizierte Unternehmensanrufe auf dem Smartphone-Display sichtbar machen – noch bevor der Nutzer abhebt.

Damit reagiert der Bonner Konzern auf die wachsende Flut an Spam- und Betrugsanrufen. Die Initiative setzt nicht auf Blockaden, sondern auf den Aufbau von Vertrauen durch Transparenz. Für Millionen Kunden soll der Blick aufs Display wieder Klarheit statt Skepsis bringen.

So funktionieren die vertrauenswürdigen Anrufe

Das Kernproblem ist die Anonymität. Kriminelle nutzen „Call ID Spoofing“, um falsche Nummern vorzutäuschen. Die Telekom setzt nun auf netzseitige Verifizierung.

Statt einer bloßen Rufnummer sehen Kunden künftig Firmenlogo, verifizierten Namen und oft den Anrufgrund. Diese Daten liefert nicht der Anrufer, sondern das Telekom-Netz nach einer Prüfung.

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Technisch realisiert wird dies durch Partner wie Hiya und First Orion. Unternehmen müssen sich dort registrieren und strenge Checks durchlaufen. Erst dann liefert das Netz die Branding-Daten ans Endgerät. Für Verbraucher ist der Dienst kostenlos und benötigt keine Extra-App.

Die zweigleisige Strategie: Warnen und Bestätigen

„Branded Calls“ sind der zweite Akt einer Sicherheitsoffensive. Bereits Mitte Dezember 2025 schaltete die Telekom den „Call Check“ frei.

Diese Komponente warnt vor bekannten Betrugsnummern. Erkennt das System eine verdächtige Rufnummer, erscheint der Hinweis „Vorsicht, möglicher Betrug!“. Seit dem Start wurden millionenfach Warnungen ausgespielt.

Die neuen „Branded Calls“ ergänzen dies nun um eine aktive Bestätigung seriöser Anrufer. Die Strategie ist klar: Sie warnt vor dem Schlechten und verifiziert das Gute.

Wettbewerb heizt das Sicherheitsrennen an

Der Vorstoß der Telekom folgt auf ähnliche Angebote der Konkurrenz. Vodafone startete bereits im Mai 2025 einen Spam-Warner. Branchenbeobachter sehen Sicherheitsfeatures nun als entscheidendes Qualitätsmerkmal im Mobilfunkmarkt.

Für Unternehmen wird die Teilnahme immer wichtiger. Die Abnehmquote bei unbekannten Nummern ist dramatisch gesunken. Banken, Versicherungen oder Lieferdienste haben Probleme, ihre Kunden für legitime Anliegen zu erreichen.

Das Geschäftsmodell: Unternehmen zahlen für die digitale Signatur. Im Gegenzug erhalten sie höhere Erreichbarkeit und stärken ihre Marke. Es entsteht eine „Trust Economy“ im Mobilfunk.

Explodierende Fallzahlen machen Druck

Die Dringlichkeit der Maßnahmen belegen Zahlen der Bundesnetzagentur. 2024 stiegen die Beschwerden zu unerlaubten Werbeanrufen um 8 Prozent auf über 37.500 Fälle. Insgesamt gab es über 154.000 Meldungen zu Rufnummernmissbrauch.

Besonders häufige Maschen waren:
* Gewinnspiel-Spam (rund 20 Prozent aller Beschwerden)
* Betrug mit Energieverträgen und Werbung für Bauprodukte
* Professioneller Krypto- und Investmentbetrug

Sicherheitsexperten begrüßen den Schritt, mahnen aber zur Vorsicht. Betrüger passen ihre Methoden schnell an. Die neue Technologie könnte kurzfristig dazu führen, dass Nutzer Anrufen ohne Branding pauschal misstrauen.

Wird Anonymität bald Geschichte?

Mit dem Start beginnt eine Übergangsphase. In den kommenden Monaten dürften vor allem große Konzerne und Banken „Branded Calls“ nutzen. Analysten erwarten, dass bis Ende 2026 ein Großteil der Geschäftsanrufe verifiziert sein wird.

Der nächste logische Schritt ist KI direkt auf dem Smartphone, die betrügerische Gesprächsinhalte in Echtzeit erkennt. Bis dahin bleiben netzseitige Lösungen der stärkste Schutzwall.

Für Verbraucher bedeutet der heutige Tag: Wenn das Handy klingelt und ein vertrautes Logo erscheint, darf wieder mit einem sichereren Gefühl abgehoben werden.

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