Telekom, KI-Fabrik

Telekom eröffnet KI-Fabrik als Antwort auf US-Cloud-Abhängigkeit

09.02.2026 - 08:11:12

Deutschland und Europa treiben digitale Souveränität mit neuen KI-Infrastrukturen, strengeren Cybersicherheitsgesetzen und politischen Initiativen gegen die Dominanz US-amerikanischer Tech-Konzerne voran.

Deutschland und Europa treiben ihre digitale Unabhängigkeit mit neuen Infrastrukturen und schärferen Gesetzen voran. Die Warnungen vor den Risiken der US-Tech-Dominanz werden konkreter.

Die Vorsitzende des Sachverständigenrates, Monika Schnitzer, gab der Debatte neuen Schwung. Sie warnte am 7. Februar, die Nutzung von Cloud-Diensten US-amerikanischer Konzerne wie Amazon oder Microsoft stelle eine potenzielle Schwachstelle für die nationale Sicherheit dar. Diese Sorge spiegelt sich in einer Vielzahl neuer Initiativen wider, die von der Politik bis in die Wirtschaft reichen.

Politische Initiativen für mehr digitale Souveränität

Auf europäischer Ebene endete kürzlich eine Konsultation der EU-Kommission zu Open-Source-Software mit Rekordbeteiligung. Das Ziel: Mehr freie Software in den EU-Institutionen etablieren. In Deutschland arbeitet derweil eine Bundestagskommission an Vorschlägen, um die Abhängigkeit des Parlaments von einzelnen IT-Anbietern – vor allem Microsoft – zu reduzieren. Die Ergebnisse werden für Mai erwartet.

Anzeige

Passend zum Thema Open‑Source-Umstieg: Viele Verwaltungen und Unternehmen zögern, weil sie Datenverlust oder Kompatibilitätsprobleme fürchten. Das kostenlose Linux‑Startpaket enthält eine vollständige Ubuntu‑Vollversion plus eine praxiserprobte Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung für einen risikofreien Parallel‑Umstieg – inklusive Tipps zur Nutzung von LibreOffice und zur Wiederverwendung alter Hardware. Außerdem enthält das Paket praktische Migrationsempfehlungen für Behörden und Checklisten zur Planung. Jetzt kostenloses Linux-Startpaket sichern

Parallel formiert sich zivilgesellschaftlicher Druck. Der erstmals ausgerufene „Digital Independence Day“ wirbt für den Umstieg von Big-Tech-Plattformen auf Open-Source-Alternativen.

Telekom startet europäische „KI-Fabrik“ in München

Während die Politik debattiert, entstehen bereits Fakten. Ein zentraler Baustein ist die neue „Industrial AI Cloud“ der Deutschen Telekom in München. Diese als eine der größten europäischen KI-Infrastrukturen geltende Anlage soll Unternehmen und Forschungseinrichtungen souveräne Rechenleistung bieten. Sie ist ein Leuchtturmprojekt, das beweisen soll: Europa kann im Bereich der Schlüsseltechnologien wettbewerbsfähig sein.

Auch in der Verwaltung gibt es Vorreiter. Schleswig-Holstein hat nach eigenen Angaben bereits an 80 Prozent der Verwaltungsarbeitsplätze Microsoft Office durch das Open-Source-Paket LibreOffice ersetzt. Doch der Weg ist noch weit. Die Marktmacht der US-Konzerne bleibt enorm: Amazon, Microsoft und Google kontrollieren zusammen etwa 70 Prozent des europäischen Cloud-Marktes.

Neue Gesetze erhöhen den Druck auf die Wirtschaft

Ein weiterer Treiber sind verschärfte Regulierungen. Die Bundesregierung plant, die europäische NIS2-Richtlinie bis Anfang 2026 umzusetzen. Die Folge: Statt derzeit rund 4.500 müssen künftig schätzungsweise 29.000 Unternehmen in Deutschland in strenge Cybersicherheitsstandards einhalten und Vorfälle melden.

Ergänzt wird dies durch das neue KRITIS-Dachgesetz. Es verpflichtet Betreiber Kritischer Infrastrukturen zu besserem Schutz vor digitalen und physischen Bedrohungen. Beide Gesetze sollen die Nachfrage nach sicheren, europäischen IT-Lösungen ankurbeln.

Geopolitische Ängste als Treiber

Hinter den Anstrengungen steht eine grundlegende Sorge. Der US CLOUD Act ermöglicht es amerikanischen Behörden, auf Daten von US-Unternehmen zuzugreifen – auch wenn diese in Europa gespeichert sind. Für deutsche Unternehmen und Behörden wird es damit riskant, sich vollständig auf die Infrastruktur dieser Konzerne zu verlassen. Echte Souveränität, so Experten, erfordert die Kontrolle über den gesamten Technologie-Stack, von der Hardware bis zur Software.

Die nächsten Monate werden zeigen, wie ernst es der Politik mit der digitalen Unabhängigkeit ist. Die Vorschläge der Bundestagskommission im Mai werden ein wichtiger Indikator sein. Klar ist: Die Debatte hat einen Wendepunkt erreicht. Sie ist nicht länger theoretisch, sondern wird zur existenziellen Geschäftsfrage für das Jahr 2026.

Anzeige

PS: Sie überlegen, Microsoft-Produkte in der Verwaltung zu ersetzen und suchen eine sichere Umstiegsstrategie? Das Gratis‑Linux‑Startpaket liefert eine komplette Umstiegsplanung, die Ubuntu‑Vollversion, Checklisten für Behörden sowie konkrete Anleitungen, wie alte PCs wieder performant eingesetzt werden können. Sofort umsetzbare Praxisbeispiele erleichtern die interne Abstimmung und helfen, Lizenzkosten zu sparen und die IT-Sicherheit zu erhöhen. Gratis-Linux-Startpaket jetzt anfordern

@ boerse-global.de

Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.