Steam-Hardware: KI-Boom verzögert Valves neue Geräte
06.02.2026 - 14:30:12Der KI-Sektor blockiert die Produktion: Valve muss die Auslieferung seiner neuen Gaming-Hardware verschieben. Grund sind globale Engpässe bei Speicherchips, die von der künstlichen Intelligenz aufgesogen werden.
Valve hat offiziell bestätigt, dass der Start seiner heiß erwarteten Hardware-Produkte verschoben wird. In einem Blog-Eintrag vom Donnerstag gab der Spiele-Riese bekannt, dass die Zeitpläne und Preise für die neue Steam Machine, das Steam Frame-VR-Headset und den aktualisierten Steam Controller überarbeitet werden müssen. Das Unternehmen zielt zwar weiter auf eine Markteinführung in der ersten Jahreshälfte 2026, doch die Störung zeigt, wie der unersättliche Hunger der KI-Industrie nach Hochleistungsspeichern nun den Konsumentenmarkt unter Druck setzt.
Hauptgrund für die Verzögerung ist eine knappe Versorgung mit Speicherchips und Solid-State-Drives (SSDs). Laut Valve hat der rasante Ausbau von KI-Rechenzentren die weltweiten Bestände an Hochleistungsspeichern wie High-Bandwidth Memory (HBM) und DDR5-Modulen monopolisiert. Diese Komponenten sind nicht nur für das Training großer Sprachmodelle essenziell, sondern auch für die nächste Generation von Gaming-Hardware.
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Die Konkurrenz um diese Teile hat sich im letzten Quartal erheblich verschärft. Tech-Giganten, die KI-Infrastruktur aufbauen, kaufen Speicherkomponenten in nie dagewesenem Umfang. Das treibt die Kosten in die Höhe und verlängert die Lieferzeiten für andere Hersteller. Valve räumte ein, dass die Engpässe seit der ersten Hardware-Ankündigung im November 2025 rapide zugenommen haben. Die begrenzte Verfügbarkeit und steigenden Preise zwängen das Unternehmen nun, die genauen Auslieferungspläne zu überdenken.
Steam Machine und Steam Frame besonders betroffen
Die Verzögerung trifft alle drei angekündigten Produkte, am härtesten jedoch die Steam Machine und das Steam Frame. Die neue Steam Machine, die als konsolenartiger PC fürs Wohnzimmer positioniert ist, sollte die Lücke zwischen High-End-PC-Gaming und der Zugänglichkeit einer Konsole schließen. Frühere Spezifikationen deuten auf einen AMD-Zen-4-Prozessor und eine halb-kundenspezifische RDNA3-Grafikkarte mit 8 GB Videospeicher sowie 16 GB DDR5-Arbeitsspeicher hin. Gerade diese Abhängigkeit von DDR5 macht das Gerät anfällig für die aktuelle Marktvolatilität.
Ähnliche Probleme hat das Steam Frame, ein eigenständiges VR-Headset, das mit Marktführern wie Meta konkurrieren soll. Das Gerät soll mit einem Qualcomm-snapdragon-8-Gen-3-Chip und 16 GB LPDDR5X-Speicher ausgestattet sein. Berichte aus der Lieferkette legen nahe, dass gerade die dafür benötigten Speichermodule knapp sind, da die Hersteller lukrativeren Server-Speicher priorisieren.
Valve betonte, das Ziel bleibe, alle drei Produkte in der ersten Jahreshälfte 2026 auszuliefern. Konkrete Daten oder Preise könne man aber noch nicht nennen. Man wolle erst sichere Zahlen kommunizieren, anstatt später weitere Anpassungen riskieren zu müssen.
Branchenreaktionen und der „KI-Aufschlag“
Die Ankündigung kommt nur Tage, nachdem AMD-Chefin Lisa Su auf einer Bilanzkonferenz über den Fortschritt der Hardware gesprochen hatte. Während Su die Steam Machine aus produktions-technischer Sicht als auf Kurs beschrieb, unterstreicht Valves Update nun die Kluft zwischen fertigem Design und Lieferketten-Realität.
Marktexperten zufolge ist Valve nicht das einzige Unternehmen unter Druck. Berichte von Tom’s Hardware und anderen Tech-Portalen zeigen seit Monaten steigende Preise für PC-Komponenten. Der „KI-Aufschlag“ auf Hardware wird für Gamer zunehmend spürbar, denn die gleichen Fabriken, die Chips für Grafikkarten und Konsolen produzieren, bedienen nun die lukrativere Nachfrage der KI-Unternehmen.
Trotz des Rückschlags ist die Vorfreude auf Valves Rückkehr ins Wohnzimmer groß. Die ursprüngliche Steam-Machine-Initiative (2013-2015) konnte sich damals nicht durchsetzen, doch der massive Erfolg des Steam Deck hat das Vertrauen der Verbraucher in Valves Hardware-Kompetenz zurückgebracht. Die neue Steam Machine soll 4K-Gaming-Leistung bieten und nutzt dafür Upscaling-Technologien – eine Funktion, die ebenfalls auf schnellen Speicherzugriff angewiesen ist.
Wann kommt die Hardware wirklich?
Valve hat zugesagt, Updates zu liefern, sobald sich die Lage in der Lieferkette stabilisiert. Vorläufig bleibt das Zeitfenster „erste Jahreshälfte 2026“ bestehen, was auf einen Start zwischen April und Juni hindeutet. Branchenbeobachter warnen jedoch: Sollte die Nachfrage der KI-Branche die Produktionskapazitäten weiter übersteigen, könnten weitere Engpässe die Starts ins zweite Halbjahr verschieben oder die anfängliche Verfügbarkeit stark limitieren.
Gamer, die auf die neue Hardware warten, sollten auf weitere Ankündigungen gegen Ende des ersten Quartals achten. Die Preisstrategie wird besonders kritisch sein. Analysten schätzten ursprünglich, die Steam Machine könnte für etwa 600 bis 800 Euro auf den Markt kommen. Die explodierenden Speicherkosten könnten Valve nun zwingen, diese Zahlen nach oben anzupassen. Die Gaming-Welt muss also weiter warten, während die Industrie eine der schwerwiegendsten Komponenten-Knappheiten seit der Chipkrise Anfang der 2020er Jahre bewältigt.
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