Sozial-emotionales, Lernen

Sozial-emotionales Lernen: Schüler fordern Schulfach für mentale Gesundheit

02.02.2026 - 23:54:12

Schülervertreter fordern die flächendeckende Einführung von Sozial-emotionalem Lernen (SEL) in den Unterricht. Der Appell folgt auf einen großen Bildungskongress in Berlin, bei dem die mentale Gesundheitskrise an Schulen im Mittelpunkt stand. Bildungsexperten sehen in SEL einen Schlüssel, um die psychische Belastung der Jugend zu verringern.

Rund 200 Delegierte der Bundesschülerkonferenz diskutierten Ende Januar konkrete Forderungen an die Politik. Ihr zentrales Anliegen: Das Schulsystem muss Kinder und Jugendliche besser auf emotionale Herausforderungen vorbereiten. Das Konzept Sozial-emotionales Lernen soll dafür von der Nische ins Zentrum rücken.

SEL ist kein neues Fach, sondern ein pädagogischer Ansatz. Er zielt darauf ab, grundlegende Lebenskompetenzen systematisch zu fördern. International orientiert man sich oft an fünf Kernbereichen:
* Selbstwahrnehmung: Eigene Emotionen und Werte verstehen.
* Selbstmanagement: Gefühle und Verhalten regulieren, Ziele verfolgen.
* Soziales Bewusstsein: Empathie und Perspektivwechsel.
* Beziehungsfähigkeit: Gesunde Beziehungen durch Kommunikation und Konfliktlösung.
* Verantwortungsvolles Entscheiden: Ethische und wohlüberlegte Wahl treffen.

Die Idee: Wer diese Kompetenzen früh übt, geht resilienter durchs Leben. Studien belegen, dass SEL-Programme nicht nur das Wohlbefinden steigern, sondern auch Mobbing und riskantes Verhalten reduzieren können.

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Warum ist das Thema jetzt so dringend?

Mehrere Faktoren treiben die Debatte voran. Die Folgen der Pandemie haben die psychischen Belastungen bei Kindern und Jugendlichen massiv verschärft. Gleichzeitig steigen in der Arbeitswelt die Anforderungen an emotionale Intelligenz – Kreativität und Teamfähigkeit werden immer wichtiger.

Hinzu kommt der Druck von der Basis: Die Schüler selbst fordern lautstark ein, dass Schule mehr als reine Wissensvermittlung sein muss. Sie wollen auf die komplexen Herausforderungen des Lebens vorbereitet werden.

Wie steht es um die Umsetzung in Deutschland?

Die Kultusministerkonferenz hat die Bedeutung sozial-emotionaler Bildung zwar grundsätzlich anerkannt. In der Praxis hinkt die flächendeckende Umsetzung jedoch hinterher. Es gibt Leuchtturmprojekte wie das Programm „MindMatters“ oder Kooperationen zwischen Unis und Schulen.

Doch oft bleibt es bei Einzelinitiativen. Die größten Hürden sind bekannt: unzureichende Finanzierung, fehlende feste Plätze im Lehrplan und eine unzureichende Ausbildung der Lehrkräfte für diese Aufgabe. Die Schüler fordern genau hier systematische Veränderungen.

Was müsste jetzt passieren?

Der Weg zur „emotional kompetenten Gesellschaft“ ist noch lang. Zentrale Forderungen des Kongresses sind:
* Dauerhafte Finanzierung für multiprofessionelle Teams aus Lehrern, Psychologen und Sozialarbeitern.
* Verpflichtende und qualitativ hochwertige SEL-Fortbildungen für alle Lehrer.
* Die Verankerung des Prinzips in allen Fächern, nicht als isoliertes Zusatzfach.

Die Diskussion ist im Gange. Ob aus dem Momentum der Schülerkonferenz echter Wandel entsteht, wird sich an der Bereitschaft der Politik messen lassen, in die mentale Gesundheit der jungen Generation zu investieren.

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