Demenz-Prävention, Lebensstil

Demenz-Prävention: Lebensstil schlägt selbst Gene

02.02.2026 - 23:53:12

Forschungsergebnisse zeigen, dass ein gesunder Lebensstil das Demenzrisiko deutlich reduzieren kann, auch bei genetischer Vorbelastung. Rund 36 Prozent der Fälle in Deutschland gelten als vermeidbar.

Ein gesunder Lebensstil senkt das Demenzrisiko deutlich – auch bei genetischer Vorbelastung. Neue Studien belegen, dass ein großer Teil der Erkrankungen in Deutschland vermeidbar wäre.

36 Prozent der Fälle wären vermeidbar

Forscher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und der Harvard Medical School haben das Präventionspotenzial beziffert. Ihre Analyse zeigt: Rund 36 Prozent der Demenzfälle hierzulande lassen sich auf beeinflussbare Risikofaktoren zurückführen.

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Dazu zählen:
* Bluthochdruck
* Schwerhörigkeit
* Hohe Blutfettwerte
* Körperliche Inaktivität
* Niedriges Bildungsniveau

Diese Zahlen bestätigen internationale Schätzungen. Die Lancet-Kommission geht sogar von bis zu 45 Prozent vermeidbaren oder verzögerbaren Fällen weltweit aus. Derzeit leben in Deutschland etwa 1,8 Millionen Menschen mit Demenz. Ohne Gegenmaßnahmen könnte die Zahl bis 2050 auf 2,7 Millionen steigen.

So schützt ein aktiver Lebensstil

Die Forschung hat klare Säulen für ein gehirngesundes Leben identifiziert. Besonders wirksam ist eine Kombination verschiedener Maßnahmen. Die finnische FINGER-Studie bewies, dass diese Mischung das Risiko auch bei genetischer Veranlagung senken kann.

Die zentralen Empfehlungen lauten:
* Mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche
* Mediterrane Ernährung mit viel Obst, Gemüse und gesunden Fetten
* Regelmäßige geistige Herausforderung
* Pflege sozialer Kontakte
* Konsequente Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes und Schwerhörigkeit

Gene sind kein Schicksalsspruch

Die Genetik spielt eine Rolle, vor allem die Genvariante ApoE4. Sie gilt als wichtigster Risikofaktor für die altersbedingte Alzheimer-Erkrankung. Neuere Forschungen deuten darauf hin, dass ApoE4 den Energiestoffwechsel im Gehirn stört.

Doch Experten betonen: ApoE4 ist ein Risikofaktor, keine unausweichliche Diagnose. Ob die Veranlagung zum Ausbruch der Krankheit führt, hängt maßgeblich vom Lebensstil ab. „Unsere Gene sind nicht unser Schicksal“, lautet die hoffnungsvolle Botschaft der Wissenschaft.

Gezielte Prävention statt Gießkanne

Die DZNE-Studie identifizierte typische Risikoprofile in der Bevölkerung. So gibt es ein „Stoffwechsel-Profil“ mit Bluthochdruck und Diabetes und ein „Sinnes-Profil“ mit Hör- und Sehbeeinträchtigungen.

Diese Risiken sind ungleich verteilt. Besonders betroffen sind Menschen in Ostdeutschland, in ländlichen Regionen sowie ältere Männer und Personen mit niedrigerem Bildungsstand. Diese Erkenntnis erlaubt es, Präventionsangebote gezielt dort zu platzieren, wo sie am dringendsten benötigt werden.

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