Solvency II: EU lockert Regeln für Versicherer-Investments
20.01.2026 - 02:00:12Die EU erleichtert Versicherern Investitionen in Infrastruktur und Private Equity. Grund sind neue Solvency-II-Regeln, die Kapitalanforderungen für langfristige Anlagen senken.
Die Branche reagiert damit auf anhaltenden Margendruck. Die Renditen traditioneller Anleihen reichen oft nicht mehr aus, um langfristige Garantien zu decken. Alternative Anlagen wie Private Debt oder Infrastruktur versprechen höhere Erträge und passende Cashflows.
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Die finalisierten Änderungen am Aufsichtsregime wurden Ende 2025 beschlossen und werden nun national umgesetzt. Sie zielen darauf ab, die tatsächlichen Risiken langfristiger Investments besser abzubilden.
Das ändert sich konkret
Bisher wurden Anlagen in Private Equity oder Infrastruktur mit hohen Eigenkapitalpuffern belegt. Die reformierten Regeln lockern dies für bestimmte Klassen:
- Die Bewertung von langfristigen Zinsrisiken wird angepasst – eine Entlastung besonders für Lebensversicherer.
- Die Kapitalanforderungen für hochwertige Verbriefungen wie AAA-geratete CLOs sinken deutlich.
- Investitionen in qualifizierte Infrastrukturprojekte werden regulatorisch begünstigt.
Grüne Projekte und Infrastruktur im Fokus
Die EU verfolgt ein klares politisches Ziel: Sie will das Kapital der Versicherer für die grüne Transformation mobilisieren. Finanziert werden sollen der Ausbau erneuerbarer Energien, digitale Netze und nachhaltige Verkehrswege.
Deutschland hat bereits 2025 mit einer Änderung der Anlageverordnung nachgezogen und eine Infrastrukturquote eingeführt. So sollen auch kleinere Versicherer und Pensionskassen leichter investieren können.
Ein Paradigmenwechsel mit Risiken
Branchenverbände wie der GDV begrüßen die Reform als Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Sie soll mehr langfristiges Kapital in die Realwirtschaft lenken.
Doch der Erfolg hängt an einer Frage: Können die Versicherer die notwendige Expertise für diese komplexen, oft illiquiden Anlagen aufbauen? Die Aufsichtsbehörden werden die Entwicklung genau beobachten, um neue Risiken in den Bilanzen zu vermeiden.
Die neuen Regeln sollen ab 2027 gelten. Viele Versicherer haben aber bereits begonnen, ihre Anlagestrategien für die neuen Möglichkeiten zu justieren.
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