Silber Preis: Wachstumsimpulse erhalten
23.01.2026 - 03:27:33Silber zieht davon: Der Preis je Unze hat neue Allzeithochs erreicht und legt damit ein Tempo vor, das selbst Gold hinter sich lässt. Treiber sind ein strukturelles Angebotsdefizit, verschärfte Exportregeln in China und eine boomende Industrienachfrage – allen voran aus Solar, Elektromobilität und Rechenzentren. Wie stabil ist dieser Preissprung auf Sicht der nächsten Monate?
Die Fakten im Überblick
- Schlusskurs heute: 96,27 US‑Dollar je Unze
- 52‑Wochen-Hoch: 96,27 US‑Dollar (heute erreicht)
- 52‑Wochen-Tief: 46,90 US‑Dollar (November 2025)
- Performance 30 Tage: +34,44 %
- Seit Jahresanfang 2026: +33,22 %
- Volatilität (30 Tage, annualisiert): 66,71 %
- RSI (14 Tage): 62,0 (kein extrem überkaufter Bereich)
Silber hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdreifacht. Von rund 30 US‑Dollar Ende 2024 ging es zunächst auf über 70 US‑Dollar Ende 2025, Anfang Januar 2026 fiel dann erstmals die 90‑Dollar-Marke. Heute markiert der Markt mit 96,27 US‑Dollar ein neues Rekordniveau.
Angebotsdefizit spitzt sich zu
Die fundamentale Basis der Rally liegt in einem anhaltenden Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Der Silbermarkt befindet sich im fünften Jahr in Folge im Defizit.
Wesentliche Eckdaten:
- Kumuliertes Angebotsdefizit 2021–2025: rund 900 Millionen Unzen
- Globale Minenproduktion 2025: geschätzt 830 Millionen Unzen
- Mehr als 50 % der Förderung stammt als Nebenprodukt aus Basismetallminen
- Nur 28 % kommen aus primären Silberminen
Diese Struktur macht das Angebot träge: Da der Großteil als Nebenprodukt entsteht, reagieren die Fördermengen nur begrenzt auf höhere Preise. Parallel sinken die bekannten oberirdischen Lagerbestände, während die ETF-Bestände 2025 um fast 150 Millionen Unzen auf 864 Millionen Unzen am Jahresende zunahmen. Kapitalflüsse in silbergedeckte Produkte verstärken damit den physischen Nachfrageüberhang.
China dreht an der Export-Schraube
Zusätzlichen Auftrieb erhält der Markt durch neue Regulierung in einem Schlüsselland. Seit dem 1. Januar 2026 gelten in China verschärfte Lizenzvorschriften für Silberexporte. Nur Produzenten mit:
- mindestens 80 Tonnen Jahresproduktion und
- einer Kreditlinie von mindestens 30 Millionen US‑Dollar
erhalten eine Exportgenehmigung. Damit reduziert sich der Kreis der exportberechtigten Unternehmen auf 44.
Ziel der Maßnahme ist es, die heimische Industrie zu priorisieren – insbesondere:
- Solarmodulhersteller
- Elektronikproduzenten
- Hersteller von Elektrofahrzeugen
Schätzungen zufolge könnten 60 bis 70 % des globalen Angebots an raffiniertem Silber von dieser Regulierung betroffen sein. Für den Weltmarkt bedeutet das: Ein ohnehin angespanntes Angebot wird zusätzlich verknappt, während die lokale chinesische Nachfrage abgesichert wird.
Industrienachfrage als zentraler Treiber
Silber ist längst nicht mehr nur „Edelmetall“, sondern vor allem Industriemetall. Die industrielle Nachfrage macht inzwischen mehr als die Hälfte des gesamten Verbrauchs aus – ein Anstieg um rund 50 % seit 2015.
Die wichtigsten Wachstumstreiber:
-
Solarindustrie:
Jedes Solarpanel enthält im Schnitt etwa 20 Gramm Silber. Allein die US‑Solarkapazität soll 2026 und 2027 um 70 Gigawatt wachsen. Der geplante Ausbau dürfte in den kommenden zwei Jahren rund 143 Millionen Unzen zusätzlich binden.AnzeigeSollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Silber Preis?
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Elektrofahrzeuge:
Elektroautos benötigen mehr Silber als konventionelle Fahrzeuge, etwa für Hochvolt-Komponenten und Leistungselektronik. Mit der fortschreitenden Elektrifizierung des Verkehrs steigt der Bedarf entsprechend. -
Rechenzentren und KI-Infrastruktur:
Die zunehmende Zahl und Leistungsdichte von Rechenzentren erhöht den Bedarf an hochleitfähigen Materialien. Silber als das leitfähigste Metall profitiert von diesem Trend.
Diese Nachfragedynamik trifft auf ein begrenztes, nur langsam ausweitbares Angebot – ein klassisches Rezept für kräftige Preisanstiege.
Makroumfeld und Safe-Haven-Effekt
Neben den industriegetriebenen Faktoren spielen makroökonomische und geopolitische Einflüsse eine wichtige Rolle. Der schwächere US‑Dollar macht in Dollar notierte Rohstoffe für Käufer außerhalb der USA attraktiver. Der Dollar-Index gab heute um 0,4 % nach und stützt damit die Edelmetallpreise.
Geopolitische Spannungen, unter anderem rund um Grönland zwischen den USA und Europa, verstärken die Nachfrage nach Sachwerten als Absicherung. Hinzu kommt die Zinsperspektive: Die Märkte rechnen mit zwei Zinssenkungen der US‑Notenbank in der zweiten Jahreshälfte 2026. Sinkende Zinsen verringern die Opportunitätskosten für das Halten von nicht-verzinslichen Anlagen wie Silber und erhöhen deren relative Attraktivität.
Gold-Silber-Ratio und Bewertungssignale
Ein weiterer Hinweis auf die besondere Stärke von Silber ist die Gold-Silber-Ratio. Das Verhältnis der beiden Preise ist von extremen 105 im April 2025 auf aktuell etwa 50 gefallen. Der langfristige Durchschnitt seit 1971 liegt bei rund 60. Das aktuelle Niveau signalisiert, dass Silber sich in den vergangenen Monaten deutlich stärker entwickelt hat als Gold, das selbst neue Höchststände über 4.900 US‑Dollar je Unze markiert.
Analysten leiten aus historischen, inflationsbereinigten Betrachtungen mögliche Zielspanne für Silber zwischen 150 und 250 US‑Dollar je Unze ab. Gleichzeitig verweisen Fachleute auf die hohe Schwankungsanfälligkeit: Mit einer 30‑Tage-Volatilität von 66,71 % und einem RSI von 62,0 bleibt der Markt zwar unter extrem überhitzten Zonen, verstärkt aber tendenziell Bewegungen in beide Richtungen.
Fazit: Starker Trend mit hohem Risiko
Silber profitiert aktuell von einem selten deutlichen Zusammenspiel aus strukturellem Angebotsdefizit, politisch eingeschränktem Exportangebot, dynamischer Industrienachfrage und einem freundlichen Makroumfeld mit schwächerem Dollar und erwarteten Zinssenkungen. Die Folge ist ein Rekordpreis von 96,27 US‑Dollar und eine Verdrei- bis Vervierfachung innerhalb von rund einem Jahr.
Entscheidend für die weitere Entwicklung werden drei Punkte sein: ob sich das Angebotsdefizit durch neue Projekte oder höhere Nebenproduktförderung entschärft, wie stark die Industrienachfrage – insbesondere aus Solar, Elektromobilität und Rechenzentren – tatsächlich wächst und ob die chinesischen Exportregeln in der jetzigen Form Bestand haben. In diesem Spannungsfeld bleibt Silber ein Markt mit klar positiven Fundamentaltreibern, aber gleichzeitig ausgeprägtem Korrekturpotenzial bei Stimmungsumschwüngen.
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