ServiceNow, Aktie

ServiceNow Aktie: Trotz starker Zahlen abgestraft

29.01.2026 - 20:18:30

ServiceNow übertrifft Quartalserwartungen, doch die Aktie verliert deutlich, da die Wachstumsprognose für 2026 die hohen Bewertungserwartungen nicht erfüllt.

ServiceNow legte gestern solide Quartalszahlen vor – und verlor dennoch über 8 Prozent. Der Softwarekonzern übertraf die Erwartungen beim Umsatz und Gewinn, doch die Anleger reagierten enttäuscht auf die Wachstumsprognose für 2026. Analysten senkten ihre Kursziele, während das Unternehmen gleichzeitig mit milliardenschweren Übernahmen und KI-Partnerschaften die Zukunft gestalten will.

Zahlen überzeugen, Ausblick nicht

Im vierten Quartal 2025 erzielte ServiceNow einen Umsatz von 3,57 Milliarden Dollar – deutlich über den erwarteten 3,53 Milliarden. Das entspricht einem Plus von 20,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn je Aktie lag mit 0,92 Dollar ebenfalls über den Schätzungen von 0,87 bis 0,89 Dollar.

Das Abo-Geschäft, die wichtigste Kennzahl, wuchs um 21 Prozent auf 3,47 Milliarden Dollar. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (cRPO) stiegen um 25 Prozent. CEO Bill McDermott bestätigte, dass das Unternehmen in diesem Jahr die 15-Milliarden-Dollar-Marke beim Umsatz knacken wird.

Doch genau hier liegt das Problem: Für 2026 prognostiziert ServiceNow ein Abo-Umsatzwachstum von rund 20 Prozent. Das organische Wachstum läge damit bei 18,5 bis 19 Prozent – zu wenig, um die aktuelle Premium-Bewertung zu rechtfertigen, wie KeyBanc analysierte.

Analysten drehen am Kursziel

Die Reaktion der Investmenthäuser fiel eindeutig aus:

  • KeyBanc senkte das Kursziel drastisch von 155 auf 115 Dollar
  • BMO Capital Markets reduzierte von 175 auf 170 Dollar (Rating: Outperform)
  • JPMorgan kürzte von 215 auf 195 Dollar
  • Canaccord Genuity korrigierte von 224 auf 200 Dollar

Die Aktie notierte gestern bei rund 129 Dollar. Die Bewertung im Software-Sektor steht generell auf dem Prüfstand – besonders bei KI-fokussierten Unternehmen, deren Monetarisierungsgeschwindigkeit die Märkte kritisch beäugen.

Milliarden-Offensive in KI und Security

ServiceNow kündigte gestern eine Partnerschaft mit Anthropic an. Die Claude-Modelle sollen in die Plattform integriert werden, um KI-Agenten und Workflow-Automatisierung zu verbessern.

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Parallel übernimmt der Konzern den Security-Spezialisten Armis für 7,75 Milliarden Dollar in bar. Die Akquisition zielt auf den Ausbau der Sicherheitslösungen für Operational Technology (OT) und IoT ab.

Um Aktionäre bei Laune zu halten, genehmigte der Verwaltungsrat ein Rückkaufprogramm über 5 Milliarden Dollar. Davon fließen sofort 2 Milliarden in ein beschleunigtes Aktienrückkaufprogramm.

Starke Nachfrage trifft auf Bewertungsskepsis

244 Deals mit einem jährlichen Auftragswert von über einer Million Dollar zeugen von robuster Nachfrage. Doch die Märkte schauen strikt nach vorn: Wie schnell kann ServiceNow sein KI-Geschäft tatsächlich in Umsatz verwandeln? Wedbush hatte die Aktie bereits im Dezember von seiner KI-Favoritenliste gestrichen – mit Verweis auf schleppende Monetarisierung.

Die Quartalszahlen zeigen: ServiceNow wächst weiter solide. Doch bei einer Premium-Bewertung reicht „solide“ nicht mehr aus. Die Aktie steht vor der Aufgabe, die hohen Erwartungen mit beschleunigtem Wachstum zu unterfüttern – oder eine Neubewertung zu akzeptieren.

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