Seniorenbund, Recht

Seniorenbund fordert gesetzliches Recht auf analoge Alternativen

01.01.2026 - 04:44:12

Der Österreichische Seniorenbund stellt Wahlfreiheit und soziale Teilhabe ins Zentrum und fordert ein gesetzlich verankertes Recht auf analoge Dienstleistungen für Banken, Behörden und das Gesundheitswesen.

Der Österreichische Seniorenbund stellt die soziale Teilhabe älterer Menschen ins Zentrum seiner Agenda für 2026. Die Organisation fordert ein gesetzlich verankertes Recht auf analoge Dienstleistungen, um die zunehmende Ausgrenzung durch die Digitalisierung zu stoppen.

„Wahlfreiheit statt Digitalisierungszwang“

In einer Grundsatzerklärung zum Jahreswechsel stellt die Interessenvertretung der Senioren eine klare Forderung an die Politik: 2026 muss das Jahr werden, in dem die Wahlfreiheit den zunehmenden Druck zur Nutzung digitaler Werkzeuge ablöst. „Wir sind nicht gegen Technik“, betont Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec, „aber wir kämpfen gegen den systematischen Ausschluss aller, die digitale Schnittstellen nicht nutzen können oder wollen.“

Kern der Forderung ist eine gesetzliche Garantie – möglicherweise sogar auf Verfassungsebene – die jedem Bürger den Zugang zu Bankgeschäften, Behördengängen und Gesundheitsleistungen über analoge Kanäle sichert. Telefon, Postweg oder persönlicher Schalterbesuch sollen ohne diskriminierende Gebühren oder Nachteile möglich bleiben. Die Digitalisierung entscheide heute, wer „dazugehört“ und wer zurückbleibt, so der Verband.

Anzeige

Neues Android-Handy gekauft und unsicher, wo Sie anfangen sollen? Viele Senioren fühlen sich von Einstellungen, Apps und WhatsApp überfordert – dabei reichen oft einfache Schritte. Das kostenlose Android-Startpaket liefert eine leicht verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitung plus einen 5‑teiligen E‑Mail-Einsteigerkurs, damit Fotos, Nachrichten und Online-Dienste sicher funktionieren. Ideal für alle, die ihr Gerät ohne Frust nutzen wollen. Jetzt Android-Starterpaket kostenlos anfordern

Digitalisierung als „Einsamkeitsbeschleuniger“

Ein Schwerpunkt der Kritik liegt auf den sozialen Folgen der digitalen Transformation. Der Seniorenbund warnt vor einem von ihm so benannten „Einsamkeitsbeschleuniger“. Besonders in der Festzeit um den Jahreswechsel würden sich Isolationseffekte bei Älteren verstärken – eine Tendenz, die sich verschlimmere, wenn die Teilhabe am sozialen Leben von Apps und Webportalen abhänge.

Selbst digital affinen Senioren bleibe die Oberflächlichkeit von Social-Media-Interaktionen. Die Forderung lautet daher: Technologie muss Brücke sein, nicht Mauer. Für 2026 verlangt der Verband konkrete Regierungsprogramme gegen Alterseinsamkeit, die digitale Werkzeuge mit echten, physischen Begegnungen kombinieren – anstatt Letztere zu ersetzen.

Konflikt um Pflege-Finanzierung und digitale Infrastruktur

Die Forderung nach analogen Rechten fällt in eine Zeit politischer Spannungen. Erst Ende Dezember 2025 kritisierte der Seniorenbund scharf die Streichung des „Innovationsfonds 2026“. Das Sozialministerium hatte Fördermittel in Höhe von rund 50 Millionen Euro für die Digitalisierung des Pflegesektors aus budgetären Gründen gestrichen.

Der Verband sprach von einem „gebrochenen Versprechen“. Die Mittel sollten eigentlich Bürokratie für Pflegekräfte reduzieren und mehr Zeit für menschliche Zuwendung freisetzen. Dieser Fall illustriert die differenzierte Haltung des Seniorenbundes: Digitalisierung wird befürwortet, wenn sie menschliche Interaktion erleichtert – aber abgelehnt, wenn sie diese ersetzt.

Branchen unter Druck: Banken, Verwaltung, Gesundheit

Die Forderung nach einem „Recht auf Analog“ hat weitreichende Konsequenzen für die Wirtschaft. Banken, Versicherer und Dienstleister müssten ihre Servicemodelle überdenken, sollte die Forderung Gesetzeskraft erlangen.

  • Bankensektor: Die Praxis, Premium-Gebühren für Schalterdienstleistungen oder Papier-Überweisungen zu erheben, könnte auf rechtliche Hürden stoßen.
  • Öffentliche Verwaltung: Die forcierte Einführung von „ID Austria“ und digitalen Behörden müsste parallele analoge Infrastrukturen länger aufrechterhalten.
  • Gesundheitswesen: Systeme wie die e-card oder ELGA (Elektronische Gesundheitsakte) blieben zentral, doch nicht-digitale Zugangswege zu Patientenakten und Terminvereinbarungen müssten erhalten bleiben.

2026 als politische Nagelprobe

Das „Recht auf Analog“ entwickelt sich zur Nagelprobe für die Sozialpolitik der Regierung. Der Seniorenbund kündigte an, keine vagen Zusagen zu akzeptieren. Der Erfolg des Jahres 2026 werde daran gemessen, ob konkrete Gesetze zum Schutz der nicht-digitalen Teilhabe auf den Weg gebracht werden.

Politische Beobachter verweisen auf das demografische Gewicht der immer größeren Wählergruppe der Senioren. Der Konflikt zwischen notwendigem technologischem Fortschritt und sozialer Inklusion dürfte die innenpolitischen Debatten der kommenden Monate prägen.

Der Seniorenbund appelliert aber auch an die Gesellschaft selbst. In seiner Neujahrsbotschaft rief er dazu auf, persönlich Verantwortung zu übernehmen und darauf zu achten, dass niemand das Jahr 2026 isoliert beginnt. Der Kontakt zum älteren Nachbarn oder Verwandten – eine einfache, analoge Geste – sei durch keine App zu ersetzen. Die Botschaft ist eindeutig: Modernisierung darf nicht auf Kosten des Ausschlusses gehen.

Anzeige

PS: WhatsApp, Fotos, Tickets – nutzen Sie Ihr Smartphone endlich stressfrei. Das gratis Android-Guide erklärt in klarem Deutsch, wie Sie Kontakte sichern, Termine buchen und Apps sicher einrichten, ohne Technikfrust. Zusätzlich gibt’s praktische Alltagstipps und einen kostenlosen E‑Mail-Grundkurs, ideal für Einsteiger und Senioren. Gratis Android-Guide & Einsteigerkurs sichern

@ boerse-global.de