Salzburg trotzt mit 4,5 Prozent Arbeitslosigkeit dem Bundestrend
20.01.2026 - 22:22:11Salzburg bleibt Österreichs Arbeitsmarkt-Spitzenreiter. Das Bundesland verzeichnete 2025 eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von nur 4,5 Prozent – gemeinsam mit Tirol der niedrigste Wert. Damit liegt Salzburg deutlich unter dem österreichischen Schnitt von 7,4 Prozent und nahe der Vollbeschäftigung. Doch die heute veröffentlichten Detailzahlen des AMS Salzburg zeigen Risse im Bild: Die Arbeitslosenzahlen steigen, während die offenen Stellen schwinden.
Mehr Arbeitslose, weniger Jobs: Die Kehrseite der Medaille
Im Jahresdurchschnitt 2025 suchten 12.920 Menschen in Salzburg einen Job. Das sind 8,8 Prozent oder 1.045 Personen mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig wurde die Wirtschaft zurückhaltender: Die Zahl der sofort verfügbaren Stellen sank um 16,7 Prozent auf 6.459. Diese gegenläufige Entwicklung – mehr Suchende bei weniger Angebot – deutet auf eine Eintrübung der Konjunktur hin.
Die interimistische AMS-Landeschefin Julia Kröll führt die Entwicklung auf eine verhaltene Einstellungspolitik der Unternehmen zurück. Besonders betroffen sind der Handel, die Gastronomie und die Arbeitskräfteüberlassung.
Höhere Qualifikation schützt nicht mehr
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit trifft alle Gruppen. Er zeigt sich bei Jugendlichen unter 25 Jahren (+7,6 Prozent) ebenso wie bei älteren Arbeitnehmern. Besonders auffällig: Selbst Personen mit höherer Ausbildung und Akademiker sind zunehmend betroffen. Hohe Qualifikation bietet keinen vollständigen Schutz mehr vor wirtschaftlichen Unsicherheiten.
Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Mitarbeitende nach Krankheit oder längerem Ausfall wieder sicher in den Betrieb zu integrieren. Ein kostenloses E‑Book zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) bietet eine vollständige Anleitung, Gesprächsleitfäden und eine Muster‑Betriebsvereinbarung, mit der Sie Arbeitsplätze erhalten und Rückkehrprozesse rechtssicher gestalten. Praktische Vorlagen sparen Stunden an Vorbereitung für Betriebsräte und Personalverantwortliche. Jetzt kostenlosen BEM‑Leitfaden herunterladen
Ein weiterer Faktor ist die schrittweise Anhebung des Pensionsantrittsalters für Frauen. Sie führt zu mehr beschäftigten Frauen über 60, aber auch zu mehr Arbeitslosen in dieser Altersgruppe.
Alarmzeichen: Langzeitarbeitslosigkeit schnellt in die Höhe
Besorgniserregend ist die Entwicklung bei der Langzeitarbeitslosigkeit. Die Zahl der Menschen, die länger als ein Jahr ohne Job sind, stieg 2025 um 23,6 Prozent auf 2.189 Personen. Zwar startet Salzburg von einem niedrigen Niveau, doch die hohe Steigerungsrate bereitet Sorge.
- Fast zwei Drittel dieser Gruppe haben gesundheitliche Vermittlungseinschränkungen.
- Die Reintegration in den Arbeitsmarkt wird dadurch besonders schwierig.
Auf die steigenden Zahlen reagiert bereits die Politik. Die KPÖ PLUS schlug ein Pilotprojekt zur Jobgarantie nach niederösterreichischem Vorbild vor. Das AMS setzt derweil auf gezielte Qualifizierungs- und Beratungsangebote.
Leichter Optimismus für 2026
Trotz der Herausforderungen blickt das AMS mit vorsichtigem Optimismus auf das laufende Jahr. Die Prognosen erwarten ein leichtes Wirtschaftswachstum und einen Anstieg der unselbstständig Beschäftigten um rund 0,5 Prozent.
Die Arbeitslosigkeit wird voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte noch leicht zulegen, bevor ab Mitte des Jahres eine Entspannung einsetzt. Für Gesamtösterreich wird eine stabile Quote von 7,4 Prozent prognostiziert. Das AMS geht davon aus, dass Salzburg seine Spitzenposition im Bundesländervergleich halten kann.
PS: Die steigende Langzeitarbeitslosigkeit und die hohe Zahl gesundheitlich eingeschränkter Arbeitssuchender zeigen: Rückkehrprozesse müssen gut geplant sein. Ein praktischer BEM‑Leitfaden liefert Gesprächsleitfäden, eine Muster‑Betriebsvereinbarung und sofort einsetzbare Vorlagen für Betriebsräte und Arbeitgeber, die Arbeitsplätze erhalten wollen. Der Download ist kostenfrei und unterstützt bei der rechtskonformen Umsetzung. Kostenloses BEM‑E‑Book herunterladen


