Russland, Kampfdrohnen

Russland peilt 1000 Kampfdrohnen pro Tag an

19.01.2026 - 06:34:12

Russland strebt eine Verdoppelung der täglichen Drohnenproduktion an, um die ukrainische Luftabwehr durch Masse zu erschöpfen. Die Fertigung in der Alabuga-Zone und die Umgehung von Sanktionen treiben die Aufrüstung voran.

Russland will seine Drohnenproduktion mehr als verdoppeln – auf bis zu 1000 Stück täglich. Diese massive Aufrüstung könnte die Kriegsdynamik in der Ukraine grundlegend verändern.

Kiew – Die russische Kriegsmaschinerie schaltet einen Gang höher: Moskau strebt an, künftig bis zu 1000 Angriffsdrohnen pro Tag zu produzieren. Das gab der ukrainische Oberbefehlshaber, General Oleksandr Syrskyi, am Sonntag bekannt. Aktuell liege die Produktion bereits bei etwa 404 „Shahed“-Typen täglich. Diese geplante Verdoppelung markiert eine strategische Wende hin zu einem Krieg der Massen und der Automatisierung, der die ukrainische Luftabwehr an den Rand der Erschöpfung treiben soll.

Die Fabrik hinter der Aufrüstung

Herzstück der Produktion ist die Alabuga-Sonderwirtschaftszone in Tatarstan. Ursprünglich für westliche Unternehmen gedacht, wurde der Komplex zu einem zentralen Rüstungsstandort umfunktioniert. Hier rollen, nach Geheimdienstberichten, die iranisch-stämmigen Shahed-136-Drohnen (in Russland „Geran-2“) vom Band. Satellitenbilder zeigten 2025 eine massive Expansion der Anlage mit neuen Werkshallen und Wohnheimen für zehntausende Arbeiter.

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Die Produktion läuft dem Plan voraus: Das Ziel von 6000 Shahed-Drohnen bis September 2024 wurde ein Jahr früher erreicht. Doch Moskau diversifiziert sein Arsenal. Neben den bekannten Modellen entwickelt es nun auch jetgetriebene Drohnen mit bis zu 500 km/h und billige, dezentral herstellbare Modelle wie die „Molniya“. Diese Widerstandsfähigkeit der Produktionsketten stellt die Ukraine vor immense Probleme.

Umgehung von Sanktionen und technische Anpassung

Trotz scharfer internationaler Sanktionen gelingt es Russland, westliche Technologie zu beschaffen. Analysen abgeschossener Drohnen zeigen regelmäßig Mikrochips und Prozessoren aus den USA und Europa. Diese Bauteile gelangen über Zwischenhändler in China oder den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Russland.

Gleichzeitig passt die russische Industrie die Drohnen ständig an. So stattet sie nun „Molniya-2“-Modelle mit Starlink-Satellitensystemen aus, um deren Reichweite und Widerstandsfähigkeit gegen Störsender zu erhöhen. Neue Varianten werden für den Luftkampf entwickelt. Dieser stete Innovationszyklus hält die Bedrohung durch die russischen Drohnenflotten lebendig und gefährlich.

Strategisches Ziel: Die Luftabwehr erschöpfen

Die Strategie ist einfach wie wirkungsvoll: Durch schiere Masse soll die ukrainische Verteidigung überfordert werden. „Russland plant, das Tempo der Drohnenproduktion weiter zu erhöhen. Das ist eine direkte Bedrohung für die Ukraine und die östliche NATO-Flanke“, warnt Andrij Kowalenko, Leiter des ukrainischen Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation.

Die Rechnung geht auf: Eine teure Luftabwehr­rakete gegen eine billige Massendrohne ist ein verlustreiches Geschäft für die Verteidiger. Durch koordinierte Drohnenschwärme will Russland die Vorräte an Abfangraketen leeren, um Lücken für größere Raketenangriffe zu schaffen. Analysten sehen darin den Aufbau eines umfassenden Drohnen-Ökosystems – eine vernetzte Streitmacht aus Angriffs-, Aufklärungs- und taktischen FPV-Drohnen.

Ausblick: Das Zeitalter des automatisierten Massenkriegs

Das Ziel von 1000 Drohnen täglich leitet eine neue Phase des Krieges ein – die des industriellen Automatisierungskriegs. Für die Ukraine und ihre Verbündeten wird die dringendste Aufgabe sein, die russischen Lieferketten für Schlüsselkomponenten zu unterbrechen und kostengünstigere Abwehrsysteme zu entwickeln. Ukrainische Generäle setzen dabei auf eigene „Abfangdrohnen“ als wirtschaftliche Alternative zu Boden-Luft-Raketen.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob Russland seine ehrgeizigen Produktionsziele erreichen kann. Eines ist sicher: Der Himmel über der Ukraine wird noch umkämpfter werden. Das Ergebnis dieses Wettrennens wird den weiteren Verlauf des Krieges und die Sicherheit ganz Osteuropas maßgeblich bestimmen.

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