Robinhood, Aktie

Robinhood Aktie: Analystenjubel

07.01.2026 - 18:27:31

Der Broker erhält nach starken Q3-Zahlen Top-Ratings und fokussiert sich auf erfahrene Krypto-Trader. Die anstehenden Q4-Ergebnisse im Februar werden zum nächsten Prüfstein.

Robinhood startet mit Vorschusslorbeeren ins neue Jahr. Nach Rekordzahlen im dritten Quartal und einer klaren Wachstumsstory stufen Zacks und mehrere Wall-Street-Häuser die Aktie hoch. Entscheidend wird nun, ob der Broker bei den anstehenden Q4-Zahlen die hohen Erwartungen bestätigen kann.

Zacks-Auszeichnung nach Rekordquartal

Am 7. Januar vergab Zacks Investment Research für Robinhood das Top-Rating Zacks Rank #1 „Strong Buy“ und kürte den Titel zum „Bull of the Day“. Damit zählt die Aktie laut Zacks zu den besten 5 % aller bewerteten Werte.

Auslöser sind die starken Zahlen zum dritten Quartal 2025. Robinhood lieferte gleich mehrere Bestmarken:

  • Umsatz: 1,27 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 100 % gegenüber dem Vorjahr
  • Bereinigtes EPS: 0,61 US-Dollar, rund 20 % über der Zacks-Konsensschätzung von 0,51 US-Dollar
  • Nettoeinlagen: 20 Milliarden US-Dollar – Quartalsrekord
  • Gold-Abos: 3,9 Millionen, Höchststand
  • ARPU (Umsatz je Nutzer): plus 82 % im Jahresvergleich

Besonders auffällig: Die transaktionsbasierten Erlöse schnellten im Jahresvergleich um 129 % nach oben. Innerhalb dieser Sparte wuchs das Kryptogeschäft um 300 %, Optionen legten um 50 % zu, Aktienhandel um 86 %. Insgesamt betreibt das Unternehmen inzwischen elf Geschäftslinien, die jeweils 100 Millionen US-Dollar oder mehr an annualisierten Umsätzen liefern – ein klares Signal für eine breitere und stabilere Ertragsbasis.

Fokus auf anspruchsvolle Kryptotrader

Parallel zur starken Zahlenbasis schärft Robinhood sein Profil im Krypto-Handel. In einem Interview vom 5. Januar mit CoinDesk erläuterte Johann Kerbrat, Chef von Robinhood Crypto, die strategische Neuausrichtung: Weg vom reinen Einsteiger-Image, hin zur Ansprache erfahrener Trader.

Dafür führt die Plattform Funktionen ein, die bislang eher bei Profi-Brokern zu finden sind – darunter Tax-Lot-Auswahl und flexible Einstellungen für die Anschaffungskosten. Laut Kerbrat wechseln zunehmend versierte Nutzer von anderen Anbietern zu Robinhood, weil sie die neuen Features und die Ausrichtung auf fortgeschrittene Handelsstrategien anspricht.

Technisch breitet sich die Krypto-Infrastruktur ebenfalls aus: Orders laufen inzwischen über sieben Liquiditätsplätze, die Gebühren können – abhängig vom Handelsvolumen – auf bis zu drei Basispunkte sinken. Zusätzlich plant Robinhood internationale Expansion und weitere Infrastruktur-Upgrades im Kryptobereich. Das Ziel: höhere Attraktivität für Vieltrader und zusätzliche Erlösquellen über den Heimatmarkt hinaus.

Q4-Zahlen rücken in den Fokus

Am 2. Januar kündigte Robinhood an, die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 am Dienstag, 10. Februar 2026, nach US-Börsenschluss vorzulegen. CEO Vlad Tenev und der designierte CFO Shiv Verma werden die Ergebnisse ab 17:00 Uhr US-Ostküstenzeit erläutern.

Die Erwartungen der Analysten sind deutlich:

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  • Q4-Umsatz soll bei 1,36 Milliarden US-Dollar liegen, rund 34 % über dem Vorjahresquartal
  • Q4-EPS wird mit 0,63 US-Dollar veranschlagt, nach 1,01 US-Dollar im Vorjahr (–34 %)
  • Für das Gesamtjahr 2025 rechnen Analysten mit 4,55 Milliarden US-Dollar Umsatz (+54 %),
    das bereinigte EPS soll auf 2,04 US-Dollar steigen (+31 %)

Für 2026 wird weiteres Wachstum eingepreist: Konsensschätzungen sehen die Erlöse bei 5,6 Milliarden US-Dollar (+23 %) und den Gewinn je Aktie bei 2,59 US-Dollar (+27 %). Die Kombination aus starkem Wachstum, aber teils rückläufigem Quartals-EPS zeigt, dass Investitionen und Mixeffekte die Profitabilität kurzfristig belasten können – trotz klar steigender Topline.

Positive Analystenstimmen von der Wall Street

Auch abseits von Zacks fällt das Votum überwiegend freundlich aus. Mehrere Häuser haben in den vergangenen Monaten ihre Kursziele erhöht oder frische Kaufempfehlungen ausgesprochen:

  • KeyCorp hob am 31. Oktober 2025 das Kursziel auf 155 US-Dollar an (Rating: „Overweight“)
  • Truist Financial startete am 17. Dezember 2025 mit „Buy“ und ebenfalls 155 US-Dollar Kursziel
  • Morgan Stanley erhöhte am 22. Dezember 2025 auf 147 US-Dollar („Equal Weight“)
  • Keefe, Bruyette & Woods setzte am 6. November 2025 auf 135 US-Dollar („Market Perform“)
  • Compass Point bestätigte Ende Oktober seine Kaufempfehlung

Diese Kursziele spiegeln die Einschätzung wider, dass Robinhood den Wachstumspfad der vergangenen Quartale mittelfristig fortsetzen kann – sowohl über höhere Handelsaktivität als auch über neue Produkte und Services.

Kursbild und Bewertung

Die Aktie schloss gestern bei 121,70 US-Dollar und liegt damit rund 8 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch, aber mehr als 200 % über dem Tief der vergangenen zwölf Monate. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 50,5 und einem PEG-Ratio von 1,87 preist der Markt hohe Wachstumsraten bereits ein; Schwankungen bleiben angesichts der ausgewiesenen 30-Tage-Volatilität und eines RSI von 76 nicht ausgeschlossen.

Auf der Eigentümerseite zeigt sich ein gemischtes Bild: Große Adressen wie Vanguard, State Street und BlackRock haben im dritten Quartal 2025 ihre Positionen ausgebaut, während kleinere Fonds teilweise Gewinne realisierten. Damit überwiegt zwar der konstruktive Grundton, aber es gibt auch erste Anzeichen kurzfristiger Profitmitnahmen.

Entscheidende Wegmarken im Februar

Die nächsten Wochen bringen mehrere konkrete Termine, die neuen Impuls für die Aktie liefern können:

    1. Februar 2026: Öffnung der Q&A-Plattform für Aktionärsfragen
    1. Februar 2026: Fristende für die Einreichung der Fragen
    1. Februar 2026: Veröffentlichung der Q4- und Jahreszahlen 2025 nach Börsenschluss, anschließender Conference Call

Mit Rekordwerten im Rücken, einer klaren Wachstumsstrategie im Kryptosegment und hohen Erwartungen an Umsatz und Gewinn geht Robinhood in eine wichtige Berichtssaison. Ob die Aktie ihren starken Lauf der vergangenen zwölf Monate fortsetzen kann, dürfte sich vor allem daran entscheiden, ob die Q4-Zahlen und der Ausblick auf 2026 die ambitionierten Prognosen bestätigen oder übertreffen.

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