Rieter Aktie: Zuversicht wächst!
27.11.2025 - 18:32:31Rieter-CEO Thomas Oetterli bewertet die Aktie mit 5,30 CHF fair und kündigt gleichzeitig eine umfassende Restrukturierung mit 30 Millionen CHF jährlichen Einsparungen an.
Selten meldet sich ein Schweizer Konzernchef derart offensiv zu Wort wie Thomas Oetterli am Donnerstag. Während die Börsen feiertagsbedingt im Halbschlaf verharrten, sorgte der CEO des Textilmaschinenherstellers für einen Paukenschlag: Er bezeichnete die eigene Aktie als „massiv unterbewertet“ und rief ein Kursziel aus, das weit über den aktuellen Notierungen liegt. Handelt es sich hierbei um reinen Zweckoptimismus oder haben Anleger eine massive Fehlbewertung bisher übersehen?
Frontalangriff auf die Bären
In einem Interview ließ Oetterli keinen Zweifel an seiner Unzufriedenheit mit dem Markt. Die aktuelle Bewertung sei „nicht stimmig“. Er bezifferte den fairen Wert des Papiers auf 5,30 CHF – eine Ansage, die angesichts der jüngsten Kurse ein Aufwärtspotenzial von über 70 Prozent impliziert.
Verantwortlich für die Diskrepanz macht das Management vor allem externe Faktoren: Geopolitische Unsicherheiten und eine generelle Marktliquidität, die den wahren Wert des Unternehmens verschleiere. Zudem werde die strategische Bedeutung der geplanten Akquisition der Barmag-Division von OC Oerlikon vom Markt noch nicht vollständig verstanden. Diese klaren Worte verfehlten ihre Wirkung nicht: In einem lustlosen Gesamtumfeld schoss die Aktie unter deutlich erhöhtem Handelsvolumen nach oben.
Radikaler Umbau: Die Kosten der Effizienz
Doch Oetterli belässt es nicht bei verbalen Interventionen. Um den beanspruchten fairen Wert auch operativ zu untermauern, kündigte der Konzern zeitgleich eine umfassende Restrukturierung an, die ab dem 1. Januar 2026 greifen soll. Das Ziel ist klar: Die Integration der Zukäufe muss sitzen, die Verwaltung schlanker werden.
Der Plan im Detail:
* Neue Struktur: Schaffung spezialisierter Divisionen für „Short-Staple Fiber“ und „Components and Technology“.
* Integration: Die „Man-Made Fiber Division“ wird unter neuer Leitung fest eingegliedert.
* Preisschild: Der Umbau verursacht einmalige Kosten von bis zu 35 Millionen CHF.
* Ertrag: Im Gegenzug sollen jährlich knapp 30 Millionen CHF eingespart werden.
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Keine Geschenke für Aktionäre
Wer nun jedoch auf schnelle Dividenden hofft, dürfte enttäuscht werden. Trotz der beschworenen Unterbewertung dämpfte der CEO die Erwartungen an Ausschüttungen. Die Priorität liegt eindeutig auf der Entschuldung (Deleveraging) und der finanziellen Stabilität. Der Fokus für Anleger verschiebt sich damit zwangsläufig von Dividendenrenditen auf reine Kursgewinne durch operative Turnarounds.
Dass der Markt reif für eine Gegenbewegung war, zeigen auch die nüchternen Zahlen. Der Titel notierte zuletzt in Schlagdistanz zum 52-Wochen-Tief von 3,28 €. Auch technisch deutete sich eine Reaktion an: Ein RSI von 29,4 signalisierte bereits eine überverkaufte Situation, die nun durch die Nachricht ofenbar korrigiert wird. Der aktuelle Kurs von 3,36 € markiert damit einen ersten Schritt aus dem Tal der Tränen.
Die Kombination aus offensiver CEO-Kommunikation und einem konkreten Sparprogramm hat das Sentiment gedreht. Ob die ambitionierten 5,30 CHF jedoch realistisch sind, wird davon abhängen, wie schnell die angekündigten 30 Millionen Franken Einsparung tatsächlich in der Bilanz sichtbar werden.
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