Recht auf Nichterreichbarkeit: Immer mehr Länder ziehen nach
15.01.2026 - 15:15:12Die globale Bewegung für ein gesetzliches Recht auf Nichterreichbarkeit gewinnt weiter an Fahrt. Zu Beginn des Jahres führen oder verschärfen immer mehr Staaten Regelungen, die Arbeitnehmer vor ständiger Erreichbarkeit nach Feierabend schützen sollen. Diese Entwicklung ist eine direkte Antwort auf die durch Digitalisierung und Homeoffice verstärkte “Always-on”-Kultur.
Europa bleibt Vorreiter
Auf dem alten Kontinent haben Länder wie Frankreich, Spanien, Belgien und Portugal bereits Gesetze, die das Abschalten digitaler Geräte nach der Arbeit erlauben. Auf EU-Ebene wird intensiv über eine einheitliche Richtlinie diskutiert, die Mindeststandards für alle Mitgliedsstaaten setzen soll. Die Europäische Kommission hat dazu bereits mehrere Konsultationen mit Sozialpartnern durchgeführt.
Doch die Bewegung ist längst global: Australien verabschiedete jüngst ein viel beachtetes Gesetz. Es erlaubt Arbeitnehmern, Anrufe und E-Mails von Vorgesetzten außerhalb der Arbeitszeit zu ignorieren. In Kanada sind bereits Sektoren auf Bundesebene geschützt, weitere Provinzen prüfen ähnliche Schritte.
Deutschland zögert noch
In der Bundesrepublik gibt es bislang kein spezifisches Gesetz. Die Debatte wird jedoch hitzig geführt. Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen fordern klare Regelungen. Das bestehende Arbeitszeitgesetz mit seinen Ruhezeiten steht vor neuen Herausforderungen durch die permanente digitale Kommunikation.
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Wirtschaftsverbände äußern Bedenken. Sie fürchten, dass starre Gesetze die notwendige Flexibilität in einer globalisierten Wirtschaft einschränken könnten. Statt staatlicher Vorschriften plädieren sie für betriebliche Vereinbarungen. Doch der Druck wächst – getrieben von der Erkenntnis, dass ständige Erreichbarkeit zu Burnout und psychischen Belastungen führt.
So setzen Unternehmen es um
Viele internationale Konzerne handeln bereits ohne gesetzlichen Zwang. Sie führen interne Richtlinien ein, die von definierten Kernarbeitszeiten bis zu technischen Lösungen reichen:
* Verzögerter E-Mail-Versand
* Automatische Abschaltung von Servern nach Feierabend
* Klare Kommunikationsprotokolle
Studien deuten an, dass solche Maßnahmen die Konzentration und das Engagement der Mitarbeiter während der Arbeitszeit sogar steigern können. Der Schlüssel liegt in klaren Erwartungen und der Vorbildfunktion der Führungskräfte.
Ein kultureller Paradigmenwechsel
Das Recht auf Nichterreichbarkeit ist mehr als nur ein Paragraf. Es steht für einen tiefgreifenden Wandel im Verständnis von Arbeit. Die “Always-on”-Mentalität wird zunehmend als schädlich erkannt. Forschungen, etwa von Eurofound, belegen den Zusammenhang mit erhöhten Risiken für Stress, Schlafstörungen und Burnout.
Experten betonen: Es geht nicht um das Abschaffen von Flexibilität, sondern um das Ziehen klarer Grenzen. Das Prinzip schützt vor unbezahlter Mehrarbeit und sichert echte Erholungsphasen. Kritiker monieren zwar praktische Hürden in globalen Teams, doch Befürworter verweisen auf klare Notfallprotokolle und bessere Planung als Lösung.
Was kommt als Nächstes?
Die legislative Dynamik wird voraussichtlich anhalten. Weitere Länder dürften dem Beispiel der Vorreiter folgen. Ein entscheidender nächster Schritt könnte eine EU-weite Richtlinie sein, die einen Standard für über 450 Millionen Menschen setzt.
Für Unternehmen wird die Auseinandersetzung mit ihrer Kommunikationskultur immer dringlicher. Klare Regeln werden nicht nur eine Frage der Rechtskonformität sein, sondern auch ein entscheidender Faktor im Wettbewerb um Talente. Für viele Fachkräfte ist eine gesunde Work-Life-Balance heute ein Top-Kriterium bei der Jobwahl.
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