Präsentismus kostet deutsche Wirtschaft Milliarden
20.01.2026 - 21:06:12Kranke Arbeitnehmer gehen trotzdem zur Arbeit – und verursachen immense Kosten. Das Phänomen Präsentismus belastet die deutsche Wirtschaft mittlerweile stärker als klassische Krankmeldungen. Experten schlagen Alarm und fordern ein radikales Umdenken in den Unternehmen.
Laut einer Erhebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gaben 63 Prozent der Beschäftigten an, mindestens einmal krank gearbeitet zu haben. Fast die Hälfte davon tat dies länger als eine Woche. Die Folge: massive Produktivitätsverluste und ein erhöhtes Risiko für Arbeitsunfälle.
Warum gehen Menschen krank zur Arbeit?
Die Gründe sind komplex. Angst vor Jobverlust, eine hohe Arbeitsbelastung und Loyalität gegenüber den Kollegen treiben viele an. Besonders in systemrelevanten Branchen wie dem Gesundheitswesen ist der Druck enorm.
Eine Unternehmenskultur, die Anwesenheit über Ergebnisse stellt, verschärft das Problem. Entscheidend ist auch das Verhalten der Führungskräfte: Wenn Chefs selbst krank arbeiten, setzen sie ein fatales Signal. Die Digitalisierung hat zudem den „virtuellen Präsentismus“ geschaffen – im Homeoffice fällt die Hürde, sich krank zu melden, noch schwerer.
Viele Unternehmen unterschätzen, wie sehr fehlende Rückkehr‑ und Eingliederungsprozesse Kosten und Wiedererkrankungen fördern. Der kostenlose BEM‑Leitfaden erklärt Schritt für Schritt den kompletten BEM‑Ablauf, liefert Gesprächsleitfäden, fertige Vorlagen und eine Muster‑Betriebsvereinbarung – praxisnah und rechtssicher. Ideal für Betriebsräte, Personalverantwortliche und Führungskräfte, die Mitarbeiter nachhaltig integrieren und teure Fehlzeiten reduzieren wollen. BEM‑Leitfaden mit Vorlagen jetzt herunterladen
Die teuren Folgen für alle
Die Konsequenzen sind gravierend. Für die Mitarbeiter steigt das Risiko, Erkrankungen zu verschleppen. Das kann zu chronischen Leiden wie Burnout oder Herz-Kreislauf-Problemen führen. Eine Studie der TU Chemnitz zeigt: Die Erschöpfung nach dem Arbeiten trotz Krankheit hält unerwartet lange an.
Für die Unternehmen bedeutet das:
* Eine deutlich reduzierte Leistungsfähigkeit der Belegschaft
* Eine höhere Fehlerquote und mehr Unfälle
* Die Gefahr von Ansteckungen im gesamten Team
Der volkswirtschaftliche Schaden übersteigt inzwischen die Kosten durch reguläre Fehlzeiten.
So können Unternehmen gegensteuern
Der Schlüssel liegt in einer neuen Unternehmenskultur, die Gesundheit priorisiert. Die Führungsebene muss klar kommunizieren: Kranke bleiben zu Hause – ohne Nachteile.
Konkrete Maßnahmen sind:
* Aufklärung: Mitarbeiter über die Risiken des Präsentismus informieren.
* Vorbilder schaffen: Führungskräfte müssen mit gutem Beispiel vorangehen und sich krankmelden.
* Gesundheitsmanagement stärken: Von ergonomischen Arbeitsplätzen bis zu psychologischer Unterstützung.
* Vertretungen regeln: Klare Pläne entlasten den Einzelnen.
* Flexibilität bieten: Gezielte Homeoffice-Regelungen können Erholung ermöglichen.
Neue Modelle für die Zukunft
Angesichts des hohen Krankenstands denken auch Krankenkassen um. Im Gespräch sind Modelle wie die Teilzeit-Krankschreibung. Sie könnte es ermöglichen, stundenweise zu arbeiten, statt komplett auszufallen. Doch Vorsicht: Solche Ansätze dürfen keinen neuen Druck erzeugen.
Langfristig profitieren nur die Unternehmen, die in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter investieren. Sie erhalten eine loyalere und leistungsfähigere Belegschaft. Die Anerkennung von Erholung als Teil der Arbeit wird zur wirtschaftlichen Notwendigkeit.
PS: Wenn Sie verhindern möchten, dass Präsentismus chronische Ausfälle nach sich zieht, hilft eine strukturierte Rückkehrplanung. Das kostenlose BEM‑E‑Book enthält Checklisten, rechtssichere Mustervereinbarungen und konkrete Gesprächsskripte, mit denen Sie den Wiedereinstieg steuern und Belastungen früh abfangen. So sichern Sie Arbeitsplätze und senken langfristig Kosten – direkt einsetzbar ohne teure Beratung. Jetzt kostenlosen BEM‑Leitfaden sichern


