Pfizer Aktie: Zwischen Chancen
07.01.2026 - 20:18:30Pfizer setzt im Onkologie-Geschäft zu einem neuen Anlauf an, während die Warnlampen bei den Langfristperspektiven weiter leuchten. Ein großer F&E-Deal soll die Krebs-Pipeline stärken, zugleich mahnt die Wall Street vor milliardenschweren Umsatzrisiken durch auslaufende Patente. Wie gut passt dieser Spagat aus Offensive und Gegenwind zusammen?
Neuer Milliarden-Deal in der Onkologie
Am Mittwoch hat Pfizer eine mehrjährige Kooperation mit Cartography Biosciences gemeldet, einem Spezialisten für Präzisionsmedizin. Das Ziel: neue, tumorselektive Antigene finden, die sich für die nächste Generation von Krebstherapien eignen.
Die Eckpunkte der Vereinbarung:
– Potenzieller Deal-Wert: bis zu 865 Mio. US-Dollar
– Davon bis zu 65 Mio. US-Dollar als Vorab- und frühe Meilensteinzahlungen an Cartography
– Zusätzliche Zahlungen, falls Pfizer Optionsrechte zieht und Kandidaten entwickelt und vermarktet
Kern der Zusammenarbeit sind Cartographys ATLAS- und SUMMIT-Plattformen, mit denen präzise Zielstrukturen für Immun- und andere Krebsmedikamente identifiziert werden sollen. Für Pfizer ist das strategisch wichtig: Der Konzern muss seine Onkologie-Pipeline sichtbar auffrischen, um künftige Umsatzlücken zu schließen.
Patentklippe rückt näher
Parallel zum Deal kommt eine deutlich nüchternere Stimme von der Analystenseite. UBS-Analyst Michael Yee hat heute eine „Hold“-Einschätzung zu Pfizer veröffentlicht und dabei vor einer ausgeprägten „Patentklippe“ gewarnt.
Seine Kernaussagen:
– Rund ein Drittel der aktuellen Erlöse ist bis 2028 von Generikarisiken betroffen
– Besonders im Fokus: Blockbuster wie Vyndaqel, Eliquis, Ibrance und Xtandi
– Mögliche Umsatzlücke: etwa 15 bis 20 Mrd. US-Dollar
UBS bezweifelt, dass die bestehende Pipeline – trotz neuer Partnerschaften wie mit Cartography – diese Lücke rechtzeitig und vollständig schließen kann. Das steht im Kontrast zu den optimistischen Management-Prognosen für 2028 und die Folgejahre und erklärt, warum viele Analysten beim Rating eher auf der Bremse bleiben.
Etwas Rückenwind kommt von institutioneller Seite: KLP Kapitalforvaltning AS hat seine Beteiligung im dritten Quartal um 2,7 % auf rund 3,09 Mio. Aktien erhöht. Das zeigt, dass langfristige Investoren den Titel weiterhin auf dem Zettel haben, auch wenn die Skepsis beim Wachstumstempo zunimmt.
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Wettbewerbsdruck und Politikrisiken
Auch im Marktumfeld gibt es für Pfizer wenig Schonraum. Im boomenden Adipositas-Segment erhöht sich der Druck weiter: Novo Nordisk hat laut Berichten vom 7. Januar eine orale Adipositas-Pille an den Start gebracht. Für Pfizer bedeutet das: Wer im GLP‑1-Bereich mitspielen will, braucht Tempo – und klinische Daten, die überzeugen.
Zusätzlich belastet die politische Seite. Seit dem 6. Januar verarbeiten Investoren die Entscheidung der US-Regierung, bundesweite Impfempfehlungen zu kürzen. Diese Anpassung könnte die Nachfrage nach bestimmten Vakzinen dämpfen und damit über die kommenden Jahre Umsatzpotenzial in Milliardenhöhe kosten – nicht nur für Pfizer, sondern auch für andere Schwergewichte wie Merck.
Operativ steht Pfizer aktuell auf einem gemischten Fundament: Im dritten Quartal lag der bereinigte Gewinn je Aktie mit 0,87 US-Dollar über den Erwartungen von 0,79 US-Dollar, der Umsatz von 16,65 Mrd. US-Dollar blieb jedoch leicht unter den Schätzungen. Die Aktie bewegt sich mit einem Schlusskurs von 25,43 US-Dollar im unteren Drittel ihrer 52‑Wochen-Spanne.
Technisches Bild und Ausblick
Technisch wirkt der Wert nach der jüngsten Erholung etwas angespannt: Der Kurs liegt rund 12 % über dem 50‑Tage-Durchschnitt und knapp 19 % über der 200‑Tage-Linie, während der 14‑Tage-RSI mit 21,6 bereits in einem überverkauften Bereich notiert. Kurzfristig signalisiert das ein durchaus nervöses Marktumfeld mit erhöhter Schwankungsbreite.
Der nächste klare Meilenstein ist bereits terminiert: Am 3. Februar 2026 legt Pfizer die Zahlen zum vierten Quartal vor. Dann dürfte der Markt genau hinsehen, welche Rolle die Cartography-Kooperation in der Pipeline-Story spielt, wie das Management die Auswirkungen der US-Impfpolitik einpreist und ob es neue Hinweise gibt, wie die erwartete Umsatzlücke durch Patentabläufe geschlossen werden soll. Für die Kursentwicklung im ersten Halbjahr 2026 wird entscheidend sein, ob Pfizer glaubhaft zeigen kann, dass Deals wie die Onkologie-Partnerschaft nicht nur Schlagzeilen bringen, sondern das Geschäftsmodell nach 2028 tatsächlich tragen.
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