Orsted Aktie: Wachstumsmöglichkeiten ausgebaut!
07.01.2026 - 21:09:31Orsted geht in den USA mit einer klaren Gegenstrategie gegen den Stopp seiner Offshore-Projekte vor – und die Börse reagiert erleichtert. Die Aktie legt heute spürbar zu und macht einen Teil der Verluste aus dem Dezember wett. Im Zentrum steht ein Eilantrag gegen die Aussetzung der Leasingverträge für ein Großprojekt vor der US-Ostküste.
Eilantrag zum Schutz von Sunrise Wind
Auslöser der Kursreaktion ist der rechtliche Schritt zum Schutz des rund 5 Milliarden US-Dollar schweren Projekts Sunrise Wind. Orsted teilte heute mit, dass die Projektgesellschaft beim U.S. District Court für den District of Columbia einen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen die vom 22. Dezember 2025 datierende Suspendierung des Leasingvertrags eingereicht hat.
Diese Anordnung der Behörde Bureau of Ocean Energy Management (BOEM) hatte die Arbeiten an mehreren Offshore-Standorten gestoppt. Begründet wurde der Schritt mit nationaler Sicherheit und möglicher Radarstörung.
Orsted hält die Suspendierung für rechtswidrig und verweist auf „erhebliche Schäden“, falls der Baustopp bestehen bleibt. Sunrise Wind, ein Offshore-Windpark mit 924 Megawatt Leistung vor der Küste des Bundesstaats New York, befindet sich bereits in einem fortgeschrittenen Baustadium:
- Projektfortschritt laut Einreichung: rund 45 %
- 44 von 84 Monopile-Fundamenten installiert
- Offshore-Konverterplattform steht bereits
Das Unternehmen betont, Klage sei ein notwendiger Schritt, um die Rechte des Projekts zu sichern. Ursprünglich sollte der Windpark ab Oktober 2026 Strom liefern und knapp 600.000 Haushalte in New York versorgen.
Zweite Front im „Offshore-Freeze“
Der heutige Eilantrag ist bereits die zweite juristische Front gegen die abrupte Kursänderung der US-Regierung. Bereits am 1. Januar hatte Revolution Wind, ein 50/50-Joint Venture von Orsted und Skyborn Renewables, eine ähnliche Klage eingereicht.
Seit dem Stopp der Arbeiten kurz vor Jahresende steht der gesamte Sektor unter Druck. Orsted verlor nach der Ankündigung vom 22. Dezember etwa 12–13 % und fiel auf Mehrjahrestiefs zurück. Auch andere Branchengrößen gehen inzwischen gerichtlich gegen die Suspendierungen vor: Der norwegische Konzern Equinor hat im Zusammenhang mit dem Projekt Empire Wind seinerseits Klage eingereicht. Das deutet auf einen koordinierten Versuch der Industrie hin, den Regulierungsstopp zu kippen.
Die heutige positive Kursreaktion legt nahe, dass Anleger den rechtlichen Weg als realistische Chance sehen, die Bauarbeiten wieder aufzunehmen. Marktbeobachter verweisen darauf, dass bereits Milliarden investiert wurden und die Projekte nach jahrelanger Prüfung alle Genehmigungen besitzen – einschließlich Vereinbarungen mit dem US-Verteidigungsministerium. Genau hier wird argumentiert, die plötzliche Suspendierung sei „willkürlich“.
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Strategische Bedeutung und finanzielle Risiken
Der Konflikt markiert einen entscheidenden Punkt für Orsteds Expansionsstrategie in den USA. Das Unternehmen setzt stark auf die Projekte im Nordosten der Vereinigten Staaten als Wachstumstreiber.
Die Abhängigkeit von diesen Großvorhaben ist erheblich:
- Projektvolumen: Sunrise Wind und Revolution Wind binden zusammen Milliarden an Kapital. Ein längerer Stillstand könnte hohe Abschreibungen und Vertragsstrafen nach sich ziehen.
- Lieferkette: Die Projekte sichern nach Unternehmensangaben Tausende Arbeitsplätze und umfassen Liefer- und Leistungszusagen in rund 40 US-Bundesstaaten – ein Aspekt, den Orsted sowohl öffentlich als auch juristisch in die Argumentation einfließen lässt.
- Finanzhistorie: 2024 hatte Orsted mit rückläufigen Erlösen auf 71,03 Mrd. DKK und Verlusten zu kämpfen, konnte diese aber eindämmen. Die Erholung 2025 war maßgeblich daran geknüpft, dass die großen US-Projekte planmäßig umgesetzt werden.
Vor diesem Hintergrund ist die juristische Offensive auch als Versuch zu lesen, die wirtschaftliche Basis des US-Geschäfts zu stabilisieren.
Entscheidende Weichenstellung vor Gericht
Im Fokus steht nun die Entscheidung des U.S. District Court in Washington, D.C. über den Antrag auf einstweilige Verfügung. Eine stattgebende Entscheidung könnte die Wiederaufnahme der Bauarbeiten binnen weniger Wochen ermöglichen und den durch den Kursrutsch im Dezember entstandenen Bewertungsabschlag teilweise schließen. Eine Ablehnung würde die Verzögerung hingegen verfestigen, den Zeitplan für Sunrise Wind deutlich über das anvisierte Vollbetriebsziel 2027 hinaus verschieben und eine grundlegende Neubewertung des US-Portfolios erzwingen.
Analysten reagieren zurückhaltend, sehen die schnelle juristische Reaktion aber als notwendigen Impuls, um die Lage überhaupt zu beruhigen. Kurzfristig bleibt die Kursentwicklung eng an die Nachrichtenlage aus dem Gerichtssaal gekoppelt.
Als nächster konkreter Schritt steht die Terminierung der Anhörungen zu den Eilanträgen an, die in Kürze festgelegt werden soll und damit den zeitlichen Rahmen für die anstehende Entscheidung absteckt.
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