OpenAI, Milliarden-Deal

OpenAI verhandelt Milliarden-Deal mit Amazon

21.01.2026 - 14:01:12

OpenAI könnte zehn Milliarden Euro von Amazon erhalten und im Gegenzug dessen hauseigene Trainium-Chips nutzen. Dies würde die Abhängigkeit von Nvidia reduzieren und den KI-Chipmarkt fragmentieren.

OpenAI könnte zehn Milliarden Euro von Amazon erhalten – im Gegenzug setzt der KI-Pionier auf Amazons eigene Chips. Das wäre ein strategischer Schwenk weg von Nvidia.

Die Gespräche zwischen dem KI-Forschungsunternehmen und dem Cloud- und E-Commerce-Riesen laufen auf Hochtouren. Sollte der Deal zustande kommen, würde Amazon rund zehn Milliarden Euro in OpenAI investieren. Kern der Verhandlungen ist die Verpflichtung OpenAIs, künftige KI-Modelle mit Amazons hauseigenen Trainium-Chips zu trainieren und auszuführen. Eine Einigung könnte den Wert von OpenAI auf über 500 Milliarden Euro treiben.

Strategischer Schwenk zu eigenen Chips

Bislang dominieren vor allem Nvidias Grafikprozessoren (GPUs) den Markt für KI-Beschleuniger. Große Cloud-Anbieter wie Amazon Web Services (AWS) entwickeln jedoch eigene Chips, um Kosten zu senken und unabhängiger zu werden. Für OpenAI geht es um den Zugang zu gewaltigen Rechenkapazitäten („Compute“). Die Trainium-Chips von Amazon könnten eine kostengünstigere Alternative zu Nvidia-Hardware bieten.

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Für Amazon wäre OpenAI als Vorzeigekunde ein großer Coup. Ein Deal würde die Leistungsfähigkeit der eigenen Chip-Architektur unter Beweis stellen – ein wichtiges Signal im harten Wettbewerb mit Google (TPU-Chips) und Microsoft (Maia-Chips).

OpenAI diversifiziert seine Partner

Die Gespräche mit Amazon sind Teil einer klaren Strategie: OpenAI baut seine Abhängigkeit von einzelnen Anbietern ab – auch von seinem Hauptinvestor Microsoft. Trotz über 13 Milliarden Euro an Investitionen von Microsoft hat OpenAI seine Verträge so umstrukturiert, dass nicht-exklusive Infrastruktur-Partnerschaften möglich sind.

Erst im November 2025 schloss OpenAI ein 38-Milliarden-Euro-Cloud-Abkommen mit AWS, damals noch primär für Nvidia-Hardware. Kurz darauf, Mitte Januar 2026, folgte ein weiteres Mega-Deal im Wert von etwa zehn Milliarden Euro mit dem Chip-Start-up Cerebras Systems. Das Ziel ist ein heterogenes Rechennetzwerk, das die enorme Nachfrage nach Prozessorleistung decken kann.

„Zirkuläre“ Deals und der Kampf um Rechenkraft

Die Dimensionen dieser Investitionen werfen Fragen zur Nachhaltigkeit des KI-Booms auf. Amazon-CEO Andy Jassy äußerte sich diese Woche beim Weltwirtschaftsforum in Davos zu dem Thema. Er bestätigte den immensen Bedarf der KI-Labore an Rechenleistung und ihre kreativen Finanzierungswege.

Jassy beschrieb die „zirkuläre“ Natur mancher Deals: Cloud-Anbieter investieren Kapital in KI-Start-ups, die dann genau diese Mittel für Cloud-Dienste beim Investor ausgeben. Trotz der Risiken solcher Dynamiken zeigte er sich überzeugt vom Wert der Technologie. Der Markt sei heiß, doch die führenden Unternehmen schüfen substantiellen Wert.

Fragmentierung des KI-Chipmarktes steht bevor

Sollte der Deal mit Amazon zustande kommen, würde er den Wettbewerbslandschaft nachhaltig verändern. Er würde die Fragmentierung des KI-Chipmarktes beschleunigen und Nvidias derzeitige Dominanz lockern. Für andere KI-Grundmodell-Entwickler könnte er ein Blaupause werden, um ähnliche Allianzen mit Cloud-Anbietern zu suchen, die sowohl Kapital als auch eigene Chips bieten.

Für OpenAI wäre das zusätzliche Kapital der nötige Spielraum, um die Forschung an einer Künstlichen Allgemeinen Intelligenz (AGI) voranzutreiben. In einem Wettlauf, in dem effiziente und skalierbare Hardware über den Erfolg entscheidet, positioniert sich das Unternehmen mit diesen Schachzügen an der Spitze. Die Branche wartet nun gespannt auf eine offizielle Ankündigung.

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