Haushalt, Defizit

Österreichs Haushalt 2026: Defizit bleibt trotz Sparbemühungen hoch

03.02.2026 - 15:01:12

Österreichs Staatsfinanzen verfehlen die EU-Vorgaben deutlich. Unabhängige Institute kritisieren die optimistischen Wachstumsannahmen der Regierung und warnen vor strukturellen Risiken.

Österreichs Staatsfinanzen stehen weiter unter Druck. Trotz erster Konsolidierungserfolge bleibt das Haushaltsdefizit hoch – und liegt damit deutlich über den EU-Vorgaben. Unabhängige Institute kritisieren die optimistischen Wachstumsannahmen der Regierung und warnen vor strukturellen Risiken.

Defizit über EU-Grenze – Verfahren läuft

Für 2026 prognostizieren Experten ein gesamtstaatliches Maastricht-Defizit von 4,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Damit bleibt Österreich deutlich über der EU-Obergrenze von drei Prozent. Bereits im Juli 2025 leitete der ECOFIN-Rat deshalb ein Defizitverfahren ein. Die Regierung muss nun regelmäßig über Fortschritte berichten und wirksame Gegenmaßnahmen nachweisen.

Zwar konnte der Bund sein Defizit stärker senken als erwartet. Gleichzeitig steigt die Neuverschuldung bei Ländern, Gemeinden und der Sozialversicherung. Die Probleme sind also nur verschoben – nicht gelöst.

Wachstumsprognosen: Regierung zu optimistisch?

Die Budgetplanung der Regierung basiert auf einer soliden wirtschaftlichen Erholung. Doch unabhängige Institute sehen das anders. Das WIFO und das IHS prognostizieren für 2026 lediglich ein BIP-Wachstum von 1,1 beziehungsweise 0,9 Prozent. Kritiker befürchten: Die zu positiven Annahmen könnten die Defizitziele gefährden.

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Strukturelle Zeitbombe tickt weiter

Neben der Konjunktur belasten langfristige Trends den Haushalt. Der Fiskalrat warnt vor steigenden Ausgaben durch:

  • Die demografische Alterung (Pensionen, Gesundheit, Pflege)
  • Höhere Zinslasten für die Staatsschulden

Die Ratingagentur Scope hatte bereits 2025 gewarnt: Die hohe Verschuldung schwächt die Krisenresilienz. Ohne tiefgreifende Reformen sei die Schuldenquote kaum zu stabilisieren.

EU-Druck als Reform-Katalysator?

Das EU-Defizitverfahren zwingt die Regierung, bis 2028 unter die Drei-Prozent-Marke zu kommen. Dieser externe Druck könnte unpopuläre Reformen beschleunigen. Gleichzeitig tobt innenpolitisch der Streit um die richtige Balance: Sparen, Investieren oder den Sozialstaat erhalten?

Die Regierung verweist auf sinkende Inflation – das IHS senkte seine Prognose für 2026 auf 2,2 Prozent. Opposition und Sozialpartner fordern hingegen mehr Investitionen in Zukunftsfelder wie Bildung und Klimaschutz. Bleiben Strukturreformen aus, droht die Konsolidierung durch pauschale Kürzungen oder Steuererhöhungen – statt durch mehr Effizienz.

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