Österreich verschärft Importregeln für günstigere Lebensmittel
19.01.2026 - 15:15:12Österreich senkt die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel – finanziert durch neue Abgaben auf Importe. Gleichzeitig fordern Bauern strenge Herkunftskennzeichnung.
Die österreichische Regierung setzt einen doppelten Kurswechsel im Handel durch: Um Verbraucher zu entlasten, sinkt ab Juli 2026 der Mehrwertsteuersatz für essentielle Lebensmittel von 10 auf 5 Prozent. Diese milliardenschwere Entlastung wird querfinanziert durch eine neue „Fairness-Abgabe“ auf Paketimporte aus Nicht-EU-Ländern. Parallel wachsen die Forderungen nach lückenloser Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel, besonders im Schatten des gerade unterzeichneten EU-Mercosur-Abkommens.
Neue Abgabe auf Import-Pakete finanziert Steuersenkung
Ab dem 1. Juli 2026 werden Grundnahrungsmittel in Österreich spürbar günstiger. Die geplante Senkung der Mehrwertsteuer von 10 auf 5 Prozent soll gezielt Haushalte in der Kostenkrise entlasten. Die Gegenfinanzierung ist jedoch handfest: Sie kommt durch neue Gebühren auf Warensendungen aus Drittstaaten, vor allem von großen asiatischen Online-Marktplätzen.
Diese Abgabe zielt explizit auf den Massenversand niedrig bepreister Waren, die bisher oft Zollschwellen umgingen. „Damit soll der Wettbewerb für den heimischen Handel fairer werden“, heißt es aus Regierungskreisen. Für Zolldienstleister und Importeure bedeutet das das Ende einer Ära: Jede noch so kleine Sendung muss künftig korrekt deklariert und versteuert werden. Der Schritt passt zur EU-weiten Abschaffung des zollfreien Mindestwertes von 150 Euro – eine Lücke, die Österreich schon lange schließen wollte.
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Mercosur-Abkommen befeuert Debatte um Herkunft
Während die Finanzierung der Steuersenkung geregelt wird, entfacht ein anderes Handelsabkommen hitzige Debatten: Das frisch unterzeichnete EU-Mercosur-Abkommen mit südamerikanischen Staaten weckt bei heimischen Bauern massive Ängste vor Billigimporten.
Die Landwirtschaftskammer und andere Verbände fordern deshalb ein „5-Punkte-Schutzprogramm“. Kernforderung: Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung auch für verarbeitete Lebensmittel und die Gastronomie. Denn aktuell ist oft nicht erkennbar, ob das Fleisch im Fertiggericht oder der Zucker im Joghurt aus Österreich oder Übersee stammt.
Kritiker warnen: Ohne strenge Transparenzregeln könnten heimische Produkte mit hohen Tierwohl- und Umweltstandards von billigeren Mercosur-Waren verdrängt werden. Sie fordern lückenlose Rückverfolgbarkeit – vom Zoll bis auf den Teller.
„Smart Border“ und neue EU-Regeln verschärfen Kontrollen
Nicht nur politisch, auch technisch wird der Grenzverkehr strenger. Seit Januar 2026 gilt in Österreich die „Smart Border“-Verordnung. Sie schreibt für Transitoperationen eine verbindliche elektronische Voranmeldung vor. Logistikunternehmen müssen digitale Daten liefern, bevor der Laster überhaupt an der Grenze steht.
Für Lebensmittelimporteure wird die Dokumentation damit zur zentralen Hürde. Sanitäre und phytosanitäre Bescheinigungen (SPS) müssen bereits bei der Ankunft perfekt vorliegen. Zusätzlich kommen neue EU-Berichtspflichten hinzu: Die EU-Waldzerstörungsverordnung (EUDR) und der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) verlangen von Importeuren etwa von Rindfleisch, Kakao oder Soja den Nachweis entwaldungsfreier Lieferketten.
Was die neuen Regeln für die Wirtschaft bedeuten
Die Gleichzeitigkeit dieser Maßnahmen stellt Unternehmen vor komplexe Herausforderungen. Importeure müssen bis Juli ihre Preismodelle und Zollsoftware an die neuen Paketabgaben anpassen. Lebensmittelhersteller sollten sich auf schärfere Kennzeichnungspflichten einstellen.
Experten sehen 2026 von zwei Transparenz-Trieben geprägt: der fiskalischen Transparenz, dass auf alle Importe Steuern gezahlt werden, und der Herkunfts-Transparenz, die Verbrauchern Klarheit geben soll. Der Rat an die Wirtschaft: Lieferketten jetzt prüfen und auf detaillierte Nachweispflichten vorbereiten.
Die kommenden sechs Monate bis zur Steuersenkung werden zur kritischen Umbauphase. Der Erfolg der Maßnahmen hängt laut Handelsverband maßgeblich von einer effizienten Umsetzung ab – ohne dass redliche Unternehmen in überbordender Bürokratie ersticken.
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