Österreich startet Sanierungsoffensive mit 1,8 Milliarden Euro
08.01.2026 - 01:42:12Ab sofort fließen in Österreich massive Fördermittel für Gebäudesanierungen. Das Klimaschutzministerium stellt bis 2030 insgesamt 1,8 Milliarden Euro bereit. Trotz verschärfter Regeln und niedrigerer Fördersätze herrscht bereits großer Andrang auf die Gelder für Dämmung und Heizungstausch.
Die „Sanierungsoffensive 2026“ soll Planungssicherheit bringen. Statt wie bisher oft kurzfristig leerer Kassen stehen nun feste Budgets: 360 Millionen Euro werden jährlich bis 2030 ausgeschüttet. Der Preis für diese Kontinuität ist eine deutlich gesenkte Förderquote. Statt bis zu 75 Prozent deckt der Staat jetzt maximal 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Die Regierung will so mehr Projekte ermöglichen – statt wenige Luxussanierungen voll zu finanzieren.
Fokus auf Wärmedämmung und Heizungstausch
Gefördert werden Maßnahmen, die seit Oktober 2025 umgesetzt werden. Im Zentrum stehen die größten Hebel zur CO₂-Einsparung:
- Einzelmaßnahmen wie neue Fenster: bis zu 5.000 Euro
- Teilsanierungen größerer Gebäudeteile: bis zu 10.000 Euro
- Komplettsanierung nach „klimaaktiv“-Standard: bis zu 20.000 Euro
Parallel wird der Austausch fossiler Heizungen gegen Wärmepumpen, Holzheizungen oder Fernwärme unterstützt. Auch hier gilt die 30-Prozent-Obergrenze.
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Strengere Regeln und digitale Abwicklung
Mit dem Geld kommen neue Pflichten. Antragsteller müssen nun ein Energieberatungsprotokoll vorlegen. So soll sichergestellt werden, dass die Maßnahmen auch wirklich etwas bringen. Nach der Registrierung bleiben nur noch neun Monate Zeit für die Umsetzung. Die Abwicklung läuft digital über eine zentrale Plattform. Pro Haus und Jahr ist nur ein Antrag möglich.
Branche begrüßt Planungssicherheit – mit Vorbehalt
Die Bauwirtschaft atmet auf: Endlich gibt es einen langfristigen Finanzrahmen. Doch die niedrigere Förderquote stößt auf Kritik. Experten warnen, dass der höhere Eigenanteil gerade für einkommensschwache Haushalte eine Hürde sein könnte. Trotzdem ist die Nachfrage enorm. Ein Viertel des Jahresbudgets 2026 war bereits vor dem offiziellen Start durch Voranmeldungen gebunden.
Wer zu spät kommt, geht leer aus?
Die Vergabe folgt dem Windhundprinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Energieberater raten deshalb zur Eile. Ist das Jahresbudget von 360 Millionen Euro aufgebraucht, müssen Antragsteller bis 2027 warten. Die Sanierungsoffensive wird zum Stresstest: Kann der Staat mit weniger Förderung pro Projekt mehr Sanierungen anstoßen? Die Antwort gibt die Bilanz am Jahresende. Der Wettlauf um die Milliarden hat bereits begonnen.


