Dienst, Warnstreiks

Öffentlicher Dienst: Warnstreiks drohen nach gescheiterter Tarifrunde

22.01.2026 - 23:56:11

Die zweite Verhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst der Länder endete ergebnislos. Ohne Angebot der Arbeitgeber kündigen Gewerkschaften massive Warnstreiks an, die Kliniken und Behörden treffen könnten.

Die Tarifverhandlungen für die Länder sind erneut gescheitert. Ohne Angebot der Arbeitgeber drohen massive Warnstreiks in Kliniken und Behörden.

Die zweite Verhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst der Länder endete am 16. Januar 2026 ergebnislos. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) legte kein Angebot vor. Die Gewerkschaften ver.di und dbb kündigten daraufhin eine massive Ausweitung der Warnstreiks an. Betroffen sein könnten Universitätskliniken, Finanzämter und kommunale Dienste wie die Straßenreinigung.

Die Forderungen: Attraktivitätsoffensive gefordert

Im Zentrum steht die Forderung nach einer grundlegenden Attraktivitätsoffensive. Die Gewerkschaften fordern 7 Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 300 Euro monatlich, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Für Auszubildende soll die Vergütung um 200 Euro steigen, verbunden mit einer Übernahmegarantie.

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Doch es geht um mehr als nur Geld. Die Gewerkschaften fordern moderne Arbeitsbedingungen, die mit der Privatwirtschaft mithalten können. Dazu zählen bessere Regelungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie konkrete Maßnahmen für den Gesundheitsschutz. Nur so lasse sich der akute Fachkräftemangel bekämpfen.

Personalmangel als Brandbeschleuniger

Der Druck speist sich aus einer dramatischen Personalnot. Dem öffentlichen Sektor könnten bis 2030 über eine Million Fachkräfte fehlen. Schon heute sind Engpässe in IT, Ingenieurwesen, Kitas und Gesundheitsämtern spürbar.

Die Folge: Die verbleibenden Beschäftigten sind überlastet, die Krankenstände steigen. Personalräte warnen vor einem drohenden Kollaps in Teilen der Verwaltung. Die Gewerkschaften argumentieren, dass ohne deutliche Verbesserungen der Anschluss an die Privatwirtschaft verloren geht und der Staat handlungsunfähig wird.

Arbeitgeber verweisen auf leere Kassen

Die Arbeitgeberseite zeigt sich hart. Sie verwies auf die angespannte Haushaltslage der Länder und wirtschaftliche Unsicherheiten. Hohe Abschlüsse könnten die öffentlichen Kassen überfordern und zu Kürzungen in anderen Bereichen führen.

Den Gewerkschaften zufolge skizzierte die TdL lediglich einen „Lösungskorridor“: einen Inflationsausgleich plus einen kleinen Zuschlag bei einer langen Laufzeit von 29 Monaten. Für die Beschäftigten würden damit weitere Nullmonate einhergehen. Die Gewerkschaften lehnen diesen Vorschlag als völlig unzureichend ab und verweisen auf die aktuell guten Steuereinnahmen.

Eskalation droht: Nächste Runde im Februar

Die Weichen stehen auf Konfrontation. Ohne ein verhandlungsfähiges Angebot werden die Warnstreiks ausgeweitet und das öffentliche Leben spürbar beeinträchtigen. Die dritte und möglicherweise entscheidende Verhandlungsrunde ist für den 11. Februar 2026 angesetzt.

Sollte auch diese Runde scheitern, droht eine weitere Eskalation. Auf Länderebene gibt es keine verpflichtende Schlichtung. Das Ergebnis betrifft nicht nur 1,1 Millionen Beschäftigte, sondern wird ein Signal für die Zukunftsfähigkeit des gesamten öffentlichen Sektors sein.

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