Nutri-Score, Regeln

Nutri-Score 2026: Neue Regeln sorgen für Überraschungen

31.12.2025 - 05:09:12

Ab Neujahr gilt ein verschärfter Nutri-Score. Viele Produkte rutschen in schlechtere Kategorien. Parallel gewinnt die Debatte um eine Zuckersteuer an Fahrt.

Die zweijährige Übergangsfrist für die neue Nutri-Score-Berechnung läuft aus. Der aktualisierte Algorithmus bewertet hohe Zucker- und Salzgehalte nun deutlich strenger. Besonders betroffen sind flüssige Milchprodukte wie Trinkjoghurts. Sie werden künftig als „Getränke“ eingestuft und verlieren ihren Protein-Bonus. Experten rechnen damit, dass beliebte Produkte von einem „B“ auf ein „D“ oder „E“ abstürzen.

Die Süßstoff-Falle schnappt zu

„Zero“-Getränke sind kein Freifahrtschein mehr. Der neue Algorithmus belegt erstmals auch künstliche Süßstoffe mit Negativpunkten. Das Ziel der Behörden: Der Konsum süß schmeckender Getränke soll generell sinken. Eine klassische „Zero“-Limonade könnte so von einem „B“ auf ein „C“ abrutschen. Für Verbraucher wird klar: Nur Wasser und ungesüßte Tees garantieren verlässlich die Bestnote „A“.

Politik diskutiert Zuckersteuer nach britischem Vorbild

Parallel zu den Label-Änderungen entflammt die politische Debatte neu. Aus Berlin heißt es, die Unterstützung für eine Zuckersteuer wachse quer durch die Regierungsfraktionen. Gesundheitspolitiker von SPD und Grünen sprechen sich für eine Abgabe aus, um Prävention gegen Adipositas zu finanzieren. Die Lebensmittelindustrie warnt vor steigenden Preisen. Internationale Vorbilder wie die gestaffelte Softdrinksteuer in den Vereinigten Arabischen Emiraten zeigen jedoch Wirkung.

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Trend „Fibermaxxing“: Der Ballaststoff-Hype mit Tücken

Für 2026 prognostizieren Food-Analysten den Trend „Fibermaxxing“. Hersteller reichern Produkte mit isolierten Ballaststoffen wie Inulin an, um sie als „High Fiber“ zu vermarkten. Ernährungswissenschaftler mahnen zur Vorsicht. Ein angereicherter Keks wird nicht automatisch gesund. Der „Health Halo“-Effekt könnte Verbraucher täuschen. Echte Vollkornprodukte und Gemüse bleiben die überlegene Wahl.

Paradigmenwechsel: Von freiwillig zu verbindlich

Die Entwicklungen markieren einen Wendepunkt. Die Politik setzt nicht länger nur auf freiwillige Selbstverpflichtungen der Industrie. Die verschärften Regeln und die Zuckersteuer-Debatte zeigen: Die Geduld mit dem Reformulierungstempo ist am Ende. Für Hersteller bedeutet das enormen Innovationsdruck. Sie müssen Produkte entwickeln, die weniger süß schmecken, ohne Kunden zu verlieren – ein schwieriger Balanceakt.

Was Verbraucher jetzt erwartet

In den ersten Wochen könnten identische Produkte mit altem und neuem Nutri-Score nebeneinanderstehen. Das wird für Verwirrung sorgen. Sollten sich die Pläne für eine Zuckersteuer konkretisieren, sind Preiserhöhungen bei Softdrinks im Laufe des Jahres wahrscheinlich. Der Rat an Verbraucher: Schauen Sie weniger auf das Front-Label und mehr auf die Zutatenliste. Der Trend geht zu natürlichen, unverfälschten Lebensmitteln.

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